Emscherkunst 2016: Künstler Ai Weiwei aus China lädt zum Camping am Quellhof ein

Auf dem Zeltplatz des chinesischen Künstlers Ai Weiwei werden Besucher im Rahmen der Emscherkunst 2016 am Emscherquellhof in Zelten übernachten können. (Foto: Emschergenossenschaft) Roman Mensing, Emscherkunst9
Auf dem Zelt­platz des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei werden Besu­cher im Rahmen der Emscher­kunst 2016 am Emscher­quellhof in Zelten über­nachten können. (Foto: Roman Men­sing, Emscher­kunst)

Die Holzwickeder dürfen sich auf eine Kunst­in­stal­la­tion von Ai Weiwei, einem der bekann­te­sten chi­ne­si­schen Künstler der Gegen­wart, freuen: Der pro­mi­nente Bild­hauer, Kon­zept- und Instal­la­ti­ons­künstler, Fil­me­ma­cher und Buch­autor aus China wird im Rahmen der Inter­na­tio­nalen Emscher­kunst 2016 einen Zelt­platz mit Zelten, eine Arbeit aus dem Jahr 2013, auf dem Gelände des Emscher­quell­hofes prä­sen­tieren. Dort haben Besu­cher dann sogar die Mög­lich­keit, Teil des ganz beson­deren Kunst­werks zu werden: Cam­ping­freunde können wäh­rend der Aus­stel­lung in den Zelten des Ai Weiweis über­nachten. Aber auch noch zwei wei­tere Künstler werden ihre Werke im Aus­stel­lungs­raum Emscher­quelle, zu dem auch der Hix­ter­wald gehört, in Holzwickede zeigen.

Künstlerisches Konzept im U vorgestellt

V.l.n.r. Hintere Reihe: Verena Seibt (Stracke & Seibt), Véronique Faucheur (atelier le balto), Lukas Crepas (Kultur Ruhr GmbH), Dr. Hildegard Kaluza (Kulturministerium NRW), Dr. Jochen Stemplewski (Emschergenossenschaft), Karola Geiß-Netthöfel (Regionalverband Ruhr), Dr. Simone Timmerhaus (Co-Kuratorin), Prof. Florian Matzner (Kurator), Raiko Kravanja (Bürgermeister der Stadt Castrop-Rauxel), Claudia Kokoschka (Leiterin des Kulturbüros Stadt Dortmund) vordere Reihe: Marc Pouzol (atelier le balto), Erik van Lieshout, Clea Stracke (Stracke & Seibt), Katja Aßmann (Co-Kuratorin, künstlerische Leiterin Urbane Künste Ruhr). (Foto: Kirsten Neumann/Emscherkunst)
Das Kura­to­ri­sche Team, Künstler und Ver­an­stalter stellten heute in Dort­mund das Konmzept und die künst­le­ri­schen Ent­würfe für die Emscher­kunst 2916 vor. Hin­tere Reihe (v.l.) Verena Seibt (Stracke & Seibt), Véro­nique Fau­cheur (ate­lier le balto), Lukas Crepas (Kultur Ruhr GmbH), Dr. Hil­de­gard Kaluza (Kul­tur­mi­ni­ste­rium NRW), Dr. Jochen Stem­plewski (Emscher­ge­nos­sen­schaft), Karola Geiß-Nett­höfel (Regio­nal­ver­band Ruhr), Dr. Simone Tim­merhaus (Co-Kura­torin), Prof. Flo­rian Matzner (Kurator), Raiko Kra­vanja (Bür­ger­mei­ster der Stadt Castrop-Rauxel), Claudia Kokoschka (Lei­terin des Kul­tur­büros Stadt Dort­mund) sowie vor­dere Reihe (v.l.): Marc Pouzol (ate­lier le balto), Erik van Lieshout, Clea Stracke (Stracke & Seibt), Katja Aßmann (Co-Kura­torin, künst­le­ri­sche Lei­terin Urbane Künste Ruhr).
(Foto: Kir­sten Neumann/​Emscherkunst)

Das Kura­to­ri­sches Team, Künst­le­rInnen und Ver­an­stalter stellten heute im Dort­munder U das Kon­zept und die künst­le­ri­sche Ent­würfe der näch­sten Emscher­kunst 2016 vor. Die Aus­stel­lung findet zum nun­mehr dritten Mal vom 4. Juni bis 18. Sep­tember 2016 ent­lang der Ufer der Emscher statt. Gezeigt werden zeit­ge­nös­si­sche Posi­tionen der Kunst in Natur und Stadt. Zum ersten Mal wird mit „Dort­mund Urban“ – einem der sieben Aus­stel­lungs­räume – auch ein Schwer­punkt mitten in der Stadt gesetzt. Anwe­sende Künstler wie der Nie­der­länder Erik van Lieshout, ate­lier le balto sowie das Künst­lerduo Stracke & Seibt dis­ku­tierten ihre Arbeiten. Die Aus­stel­lung wird von Flo­rian Matzner im Team mit Katja Aßmann (Urbane Künste Ruhr) und Simone Tim­merhaus (Emscher­ge­nos­sen­schaft) kura­tiert. Ver­an­stalter sind wie 2010 und 2013 Emscher­ge­nos­sen­schaft, Urbane Künste Ruhr und Regio­nal­ver­band Ruhr.

51 Kilometer langen Kunstroute durch die Emscher-Städte

Vor­ge­stellt wurden die Details zu der 51 Kilo­meter langen Kunst­route durch die Emscher-Städte Holzwickede, Dort­mund, Castrop-Rauxel, Reck­ling­hausen und Herne. Geplant ist, dass 16 neue Kunst­werke in sieben Aus­stel­lungs­räumen ent­stehen. Neun wei­tere Pro­jekte aus den Aus­stel­lungen 2010 und 2013 werden dazu an neuen Stand­orten glänzen. Ins­ge­samt sind damit 25 Skulp­turen, Instal­la­tionen, Inter­ven­tionen, Per­for­mances sowie Foto­grafie und Film im Sommer 2016 zu erleben.

Kern­thema neben dem Emscher-Umbau hin zu einem rena­tu­rierten Fluss-System ist die Zer­stö­rung und Trans­for­ma­tion der Indu­strie­land­schaft des Ruhr­ge­bietes. In das kura­to­ri­sche Kon­zept flossen außerdem erneut Aspekte wie Klima, Öko­logie oder Par­ti­zi­pa­tion mit ein. Diese Themen der Emscher­kunst sind seit 2010 unver­än­dert, neu hin­zu­kommen ist seit 2013 der urbane Kon­text, der bei der Emscher­kunst 2016 einen eigenen Schwer­punkt erhält. Die ein­ge­la­denen Künst­le­rInnen haben sich auf Berei­sungen intensiv mit den Aus­stel­lungs­räumen beschäf­tigt und werden von diesen Orten inspi­rierte Kunst­werke schaffen.

Ich wün­sche mir eine stär­kere Dis­kus­sion um die Kunst selbst! Die Besu­cher sollen auf andere Fährten gesetzt werden, neue Blick­winkel eröffnet bekommen, die man so viel­leicht in dieser Land­schaft nicht erwartet.“

Flo­rian Matzner, Kurator Emscher­kunst 2016

Kurator Flo­rian Matzner betonte, dass die künst­le­ri­schen Posi­tionen für 2016 im Ver­gleich zu den beiden vor­he­rigen Aus­stel­lungen durchaus radi­kaler und hin­ter­grün­diger sein werden: „Ich wün­sche mir eine stär­kere Dis­kus­sion um die Kunst selbst! Die Besu­cher sollen auf andere Fährten gesetzt werden, neue Blick­winkel eröffnet bekommen, die man so viel­leicht in dieser Land­schaft nicht erwartet.“ Gemeinsam mit Katja Aßmann, künst­le­ri­scher Lei­terin von Urbane Künste Ruhr, und Dr. Simone Tim­merhaus, Emscher­ge­nos­sen­schaft, kura­tiert Flo­rian Matzner die Aus­stel­lung Emscher­kunst 2016 unter dem Motto „Ent­decke die Kunst – erlebe die Ver­än­de­rung.“

Das Künstlerinnen-Duo Stracke & Seibt wird sein Projekt WATER COLOR ebenfalls im Ausstellungsraum Emscherquelle präsentieren. (Foto: Roman Mensing - Emscherkunst.de)
Das Künst­le­rinnen-Duo Stracke & Seibt wird sein Pro­jekt WATER COLOR eben­falls im Aus­stel­lungs­raum Emscher­quelle prä­sen­tieren. (Foto: Roman Men­sing – Emscher­kunst)

Erik van Lieshout (Nie­der­lande) gehört zu den für 2016 aus­ge­wählten Künst­lern. Für sein fil­mi­sches Pro­jekt „The island /​Die Insel“ am Phoenix See in Dort­mund lebt und arbeitet er von August bis Ende November 2015 zeit­weise immer wieder im Stadt­teil Hörde, Dort­mund.

ate­lier le balto (Frankreich/​Berlin) rea­li­sieren nahe der Kokerei Hansa, Dort­mund, in einem ver­wun­schen gele­genen Hasel­nuss­hain die Arbeit „Kunst­pause“. Land­schafts­gärt­ne­risch wird dieses insel­ar­tige Areal zu einem neuen Ver­weilort mit Stegen, Sitz­mög­lich­keiten und hei­mi­schen, aber auch exo­ti­schen Pflanzen umge­staltet.

Das Künst­le­rin­nenduo Stracke & Seibt (Deutsch­land) plant mit „WATER COLOR“ (Arbeits­titel) ein alle sieben Aus­stel­lungs­räume umfas­sendes Pro­jekt. Ein Studio auf Rädern dient als mobile For­schungs­sta­tion, von der aus die Besu­cher (unter Anlei­tung der Künst­le­rinnen) die umlie­gende Gegend in Form von „klas­si­schen“ Aqua­rell­kursen in den Blick nehmen und unmit­telbar erfor­schen. Die Streif­züge der Mal­kurse unter­su­chen unter Bezug­nahme von heroi­scher Land­schafts­ma­lerei, natur­wis­sen­schaft­li­cher Zeich­nung sowie Sonn­tags­ma­lerei das Emscher-Areal auf unüber­seh­bare Brüche im idea­li­sierten Bild-Sujet der unge­störten Land­schaft.

Weitere Künstler und Künstlerinnen der Emscherkunst 2016

Zu den für 2016 aus­ge­wählten Künst­lern und Künst­le­rinnen gehört außerdem Nevin Aladağ (in der Türkei geboren, lebt in Berlin), die eine hori­zon­tale Land­marke am Hoch­was­ser­rück­hal­te­becken kon­zi­piert. Tobias Zie­lony (Deut­scher Pavillon Bien­nale di Venezia 2015) plant ein Film­pro­jekt im urbanen Dort­mund, Raum­labor aus Berlin wird einen begeh­baren kon­tem­pla­tiven Ort in und an der Emscher rea­li­sieren. Wei­tere Künstler sind der Schwede Henrik Håk­ansson, dessen Arbeit den Aspekt der Öko­logie stark berück­sich­tigt, der Schweizer Roman Signer und der Ita­liener Mas­simo Bar­to­lini, um nur einige Namen zu nennen. Mit der Kunst­aka­demie Mün­ster (Lei­tung Prof. Fer­di­nand Ull­rich) gibt es erneut ein regio­nales Kunst­pro­jekt.

Sieben Ausstellungsräume entlang der Kunstroute

Bei jeder Edi­tion der Emscher­kunst ver­la­gert sich der Aus­stel­lungs­raum: 2010 lag der Schwer­punkt auf der Emscher-Insel – dem Land­schafts­raum zwi­schen Emscher und Rhein-Herne-Kanal zwi­schen Herne/​Recklinghausen und Ober­hausen. 2013 zog die Emscher­kunst weiter west­lich: zwi­schen Gel­sen­kir­chen und Duisburg/​Dinslaken und der dor­tigen Mün­dung des Flusses in den Rhein spannte sich der Kunst­par­cours auf. 2016 rückt das öst­liche Ruhr­ge­biet in den Fokus und reicht von Holzwickede, Dort­mund und Castrop-Rauxel bis nach Reck­ling­hausen und Herne.

Sieben Aus­stel­lungs­räume liegen ent­lang der 51 km langen Kunst­route, die man am besten mit dem Fahrrad erfährt: In Holzwickede liegt der Aus­stel­lungs­raum „Emscher­quelle“ – sowohl der Hix­ter­wald als auch der histo­ri­sche Emscher­quellhof werden zur Fläche für drei Künst­le­rInnen, u. a. wird hier auch der Zelt­platz mit Zelten des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei ent­stehen.

Ein­deu­tiger Schwer­punkt liegt auf dem Stadt­ge­biet Dort­mund mit vier Aus­stel­lungs-räumen: So werden der Phoenix See, Dort­mund Urban (Dort­munder U, Rhei­ni­sche Straße) und die Kokerei Hansa zu Spiel­orten der Aus­stel­lung. Direkt auf der Stadt­grenze von Dort­mund und Castrop-Rauxel liegt der Bereich des Hoch­was­ser­rück­halte-beckens Men­gede-Ickern. Eben­falls in Castrop-Rauxel liegt das span­nende Areal des Was­ser­kreuzes von Emscher und Rhein-Herne-Kanal. In Recklinghausen/​Herne bildet der Bereich des Museums Strom und Leben sowie des Stadt­ha­fens das west­liche Ende des Aus­stel­lungs­raumes der Emscher­kunst 2016.

  • Hin­ter­grund: Seit dem Kul­tur­haupt­stadt­jahr RUHR.2010 begleitet die inter­na­tio­nale Aus­stel­lung als Tri­en­nale eines der größten Rena­tu­rie­rungs­pro­jekte Europas – den Umbau des Abwas­ser­flusses Emscher hin zu einer natür­li­chen Fluss­land­schaft. Bei ihrer Erst­auf­lage im Kul­tur­haupt­stadt­jahr Europas RUHR.2010 war die Emscher­kunst mit 200.000 Besu­che­rInnen das größte Kunst­pro­jekt im öffent­li­chen Raum des Ruhr­ge­biets. Im Jahr 2013 kamen bereits 255.000 Besu­che­rInnen zu den tem­po­rären Werken des chi­ne­si­schen Künst­lers Ai Weiwei, des Dänen Tue Green­fort, der Schwedin Elin Wikström oder des Bel­giers Hans op de Beeck.

Emscherkunst

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