Mozartpark Anhörung SPD

Einladung der SPD zum Dialog über Verkehr im Karree Mozartpark mobilisiert Anwohner

Thomas Bergermann (l.) erläutert das SPD-Konzept und Peter Wehlack (r.) moderierte die Versammlung. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Thomas Bergermann (l.) erläutert das SPD-Konzept und Peter Wehlack (r.) moderiert die Versammlung. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Etwa 60 bis 80 Anwohner aus dem Mozartpark und den angrenzenden Straßen waren am Montagabend (23.9.) in die Nordschule gekommen, um auf Einladung der SPD über die Verkehrsprobleme in dem Wohnviertel zu diskutieren. In der von Peter Wehlack moderierten Veranstaltung zeigte sich schnell, wo den Anwohnern der Schuh drückt:

Belastend ist vor allem der Lkw-Verkehr, der nicht wie vorgesehen über den Oelpfad oder die Stehfenstraße das Gewerbegebiet Natorper Straße an- und abfährt, sondern über die Mozartstraße und anschließend durch das Wohnquartier zu den Unternehmen an der Natorper Straße rollt – und das auch noch oft viel zu schnell.  Bei „zehn bis 20 Lkw schon ganz früh morgens“, von denen Anlieger gestern berichteten, kann nicht von Einzelfällen gesprochen werden. Das Problem: Obwohl ein eindeutiges Durchfahrverbot für schwere Lkw ausgeschildert ist, halten sich viele Brummifahrer nicht daran. Die Polizei hat sich außerstande erklärt, durch verstärkte Kontrollen das Durchfahrtverbot durchzusetzen.

Der Gemeinde Holzwickede sind die Hände gebunden. Die Verantwortlichen können nur in beschränktem Umfang reagieren, da die Gemeinde den fließenden Verkehr nicht kontrollieren darf und auch für Land- und Kreisstraßen wie der Nord- und Stehfenstraße nicht zuständig ist. Mit dieser belastenden Situation leben die Menschen im Wohnviertel um den Mozartpark nun schon seit etlichen Jahren.

Die SPD will sich jedoch nicht abfinden mit dieser Situation und hat einen Vorschlag erarbeitet, der von SPD-Geschäftsführer Thomas Bergermann, der selbst auf der Rausinger Straße wohnt, gestern noch einmal ausführlich erläutert wurde.  Über den Vorschlag waren die Anwohnern auch schon mit der Einladung zu der Veranstaltung informiert worden. „Unser Ziel ist es, den Weg durch das Wohngebiet ins Gewerbegebiet Natorper Straße zu versperren“, so Thomas Bergermann.

Einbahnstraßen und Sackgassen

Die SPD schlägt vor, die Einfahrt in die Mozartstraße von der Nordstraße aus mit einem Verbot der Einfahrt-Schild zu sperren. (Foto: P. Gräber -Emscherblog)
Die SPD schlägt vor, die Einfahrt in die Mozartstraße von der Nordstraße aus mit einem Verbot der Einfahrt-Schild zu sperren. (Foto: P. Gräber -Emscherblog)

Folgendes schwebt der SPD dazu vor:

  • Die Mozartstraße wird an der Einmündung Nordstraße  mit einem Verbot der Einfahrt-Schild (Zeichen 267, rundes rotes Schild mit weißem Balken in der Mitte) gesperrt. Dadurch ist eine Umfahrung der Kreuzung Nord-, Haupt- und Rausinger-/Stehfenstraße nicht mehr möglich und der Verkehr wird zwangsläufig über die Stehfenstraße geführt. Wichtig: Die Mozartstraße selbst soll keine Einbahnstraße werden. Der ansässige Verkehr und der Tankstellenverkehr kann also weiterhin in beide Richtungen fließen.
  • Die Einmündungen Mozart- und Friedrichstraße für den ausfahrenden Verkehr auf die Nordstraße zu „Stop“-Straße machen, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen (Schulwegsicherung).
  • Die Einbahnstraßenregelung für die Schubertstraße aufheben. Gleichzeitig die Schubertstraße im nördlichen Abschnitt an der Anbindung zur Natorper Straße schließen und zur Sackgasse machen. Dadurch ist eine Durchfahrt zur Natorper Straße und somit zum Gewerbegebiet nicht mehr möglich.

„Das kann man hier nicht mehr als Wohngebiet bezeichnen.“

Ein Anwohner

Optional: Um den zunehmenden Verkehr auf der Stehfenstraße, der in Richtung Oelpfad abfließt, zu unterstützen soll die Kreuzung Stehfen-, Natorper-, Friedrich-Ebert-Straße und Oelpfad zur abknickenden Vorfahrtstraße sowie die Natorper- und Friedrich-Ebert-Straße zu „Stop“-Straßen werden.  

Die Mozart- und Schubertstraße, das zeigte sich an den Wortmeldungen, sind offenbar besonders betroffen. Zudem machten die Anlieger in der Versammlung deutlich, dass nicht allein die Lkw ein Problem in dem Karree sind:  Auch viele Pkw, mutmaßlich Berufspendler, kürzen durch die Anliegerstraßen ab und fahren dabei viel zu schnell. „Das kann man hier nicht mehr als Wohngebiet bezeichnen“, beschrieb ein Anlieger die Situation.  „Ich selbst habe vor ein  paar Tagen an einem Morgen 100 Pkw innerhalb von zwei Stunden gezählt, die von der Nordstraße in die Mozartstraße eingebogen sind“, bestätigte Thomas Bergermann die Hinweise verschiedener Anwohner.

SPD: Veränderungen sind notwendig

Da die SPD ausdrücklich um Anregungen gebeten hatte, gab es zahlreiche Vorschläge aus der Versammlung heraus: So sollten die größten Unternehmen in dem Gewerbegebiet, Sonepar und Woolworth, noch einmal abgehalten werden, auf ihre Kunden einzuwirken, dass die vorgeschriebene Anfahrt über Chaussee und Oelpfad eingehalten wird. Moderator Peter Wehlack betonte in diesem Zusammenhang , dass es nicht darum gehe,  Lkw-Fahrer oder Unternehmen zu verunglimpfen. „Wir wollen niemanden verunglimpfen, sondern sind an einer Lösung des Problems interessiert.“

Einige der Vorschläge zum Aussperren von Kraftfahrzeugen, etwa eine Höhenbegrenzung wurden als problematisch bezeichnet. Denn auch die Feuerwehr, Müllfahrzeuge oder Linienbusse müssen noch in dem Wohnquartier fahren können. Die Anregung, Spielstraßen auszuweisen, stieß auf wenig Gegenliebe. Denn in einem solchen Fall würden die Anlieger nach dem Kommunalabgaben-Gesetz an den Kosten zu beteiligen sein.

„Unser Ziel ist es, den Weg durch das Wohngebiet ins Gewerbegebiet Natorper Straße zu versperren“

Thomas Bergermann

Alle Vorschläge und Anregungen der Anwohner will die SPD sammeln, prüfen und in den weiteren Entscheidungsprozess einbeziehen. Schnell deutlich wurde allerdings auch in der Versammlung: Es gibt keinen Königsweg dieses schon seit Jahren schwelenden Problems. „Es werden nicht alle zufriedengestellt werden können“, so Thomas Bergermann. Einige Anwohner werden entlastet, andere mehr belastet.

So meldete sich etwa auch ein Anwohner der Stehfenstraße, der über eine noch deutlich stärkere Verkehrsbelastung klagt, als es sie in der Mozart- und den Seitenstraßen gibt. „Wenn ich da spazieren gehe, ist das jedes Mal eine Erholung für mich.“  Dieser Anwohner würde wohl noch stärker belastet werden, wenn Verkehr aus dem Wohngebiet auf die Stehfenstraße verdrängt wird. Weshalb er dafür plädierte, „nichts zu ändern“.

Doch das ist für die SPD nicht akzeptabel. Wie Peter Wehlack abschließend erklärte. „Es hat heute viele gute Anregungen gegeben und der gute Besuche hier zeigt, dass das Thema viele Menschen interessiert. Due Betroffenheit ist so groß, dass wir Veränderungen vornehmen müssen und auch werden.“

Voraussichtlich im nächsten Verkehrsausschuss im November wird die SPD dann einen entsprechenden Antrag zur Verkehrsregelung im Karree Mozartpark stellen.

Mozartpark, SPD


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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