Auf diesem letzten großen Grundstück im Eco Port wird das CVUA Westfalen errichtet, v.l.: Joel Hahn (HDR GmbH), Bürgermeisterin Ulrike Drossel, Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Christiane Krüger (MULNV NRW), Markus Netzel (WFG), Vorstandsvorsitzende Birgit Kastner sowie Landrat Michael Makiolla (Foto: P. Gräber Emscherblog)

Chemisches Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) bringt Image und Arbeitsplätze

Auf diesem letzten großen Grundstück im Eco Port wird das CVUA Westfalen errichtet, v.l.: Joel Hahn (HDR GmbH), Bürgermeisterin Ulrike Drossel, Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Christiane Krüger (MULNV NRW), Markus Netzel (WFG), Vorstandsvorsitzende Birgit Kastner sowie Landrat Michael Makiolla (Foto: P. Gräber Emscherblog)
Auf diesem letzten großen Grund­stück im Eco Port wird das CVUA West­falen errichtet, v.l.: Joel Hahn (HDR GmbH), Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel, Ver­wal­tungs­rats­vor­sit­zende Dr. Chri­stiane Krüger (MULNV NRW), Markus Netzel (WFG), Vor­stands­vor­sit­zende Birgit Kastner sowie Landrat Michael Makiolla (Foto: P. Gräber Emscher­blog)

Nachdem im März vorigen Jahres bereits der Kauf­ver­trag für das Grund­stück und die Ansied­lung des Che­mi­schen Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amtes (CVUA) West­falen im Eco Port unter­zeichnet worden war, hatte die Vor­stand des CUVA und die Gemeinde Holzwickede heute in die Rausinger Halle zum offi­zi­ellen Pres­se­termin geladen. Dabei wurde der Pla­nungs­stand des Neu­bau­pro­jektes erst­mals auch den Mit­glie­dern des Ver­wal­tungs­rates aus dem Hoch­sauer­land­kreis, dem Kreis Olpe, Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreis Unna, Mär­ki­schen Kreis, Kreis Soest, der Stadt Dort­mund und der Ver­tre­terin des Mini­ste­riums für Umwelt, Land­wirt­schaft, Natur- und Ver­brau­cher­schutz des Landes Nord­rhein-West­falen (MULNV) vor­ge­stellt.

Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel begrüßte die illu­stre Gäste­schar. Die Stand­ort­ent­schei­dung des CVUA West­falen für Holzwickede sei nicht nur „ein rie­siger Image­ge­winn für die Gemeinde, son­dern auch eine gute Lösung für das CUVA West­falen“, erklärte die Bür­ger­mei­sterin. Holzwickede ver­füge über eine aus­ge­zeich­nete Ver­kehrs­in­fra­struktur mit Flug­hafen, sei her­vor­ra­gend ange­bunden an das Auto­bahn- und Schie­nen­netz und auch über den öffent­li­chen Nah­ver­kehr gut zu errei­chen. „Sehr stolz sind wird darauf, dass es neben dem Eco Port auch viele Global Player wie Sonepar, Mon­tan­hy­draulik oder Rhenus gibt sowie attrak­tive Star­tups bei uns in der Gemeinde gibt.“

Planungsstand des Neubauprojektes vorgestellt

So könnte das Gebäude des CVUA in Holzwickede aussehen. Doch das Grundstück lässt viele Gestaltungsvarianten offen, eines der Vorteile, warum man sich für den EcoPort entschieden hat. (Planungsskizze: CVUA)
Diese Pla­nung des Gebäudes stellte das CVUA im März vorigen Jahres vor. Doch das Grund­stück lässt viele Gestal­tungs­va­ri­anten offen, eines der Vor­teile, warum man sich für den Eco­Port ent­schieden hat. (Pla­nungs­skizze: CVUA)

Anschlie­ßend stellte die Vor­stands­vor­sit­zende Birgit Kastner das CVUA und den aktu­ellen Pla­nungs­stand des Neu­bau­pro­jektes vor, bis zu dessen tat­säch­li­cher Ansied­lung sicher noch drei bis vier Jahre ins Lande gehen werden.

Gegründet wurde das CVUA im Januar 2014 als Anstalt des öffent­li­chen Rechts aus vier kom­mu­nalen Unter­su­chungs­äm­tern sowie dem Staat­li­chen Vete­ri­näramt Arns­berg. Der­zeit ist das CVUA West­falen noch auf die vier Stand­orte Arns­berg, Bochum, Hagen und Hamm auf­ge­teilt. Träger des CVUA West­falen sind die Städte und Kreise. Ein­zugs­be­reich ist der gesamte Regie­rungs­be­zirk Arns­berg.

Das CVUA West­falen unter­sucht und prüft auf Anfor­de­rung der Kom­munen viel­fäl­tige Pro­dukte wie Lebens­mittel, Kos­me­tika, Pro­dukte des täg­li­chen Bedarfs ins­be­son­dere unter dem Aspekt des Ver­brau­cher­schutzes. Für bestimmte Lebens­mit­tel­be­reiche wie Öle, Fette, Fisch, Butter, Ölsamen unter­sucht das CVUA West­falen für ganz NRW die Pro­dukte, für wei­tere wie etwa Getreide teilt es sich diese Auf­gabe mit anderen Unter­su­chungs­äm­tern. Ein wei­teres wich­tiges Stand­bein des CVUA ist die Tier­seu­chen­dia­gno­stik und die Unter­su­chung von Krank­heiten und Seu­chen etwa bei land­wirt­schaft­li­chen Nutz­tieren wie Vogel­grippe oder Schwei­ne­pest.

200 Mitarbeiter mit „spannender“ Altersstruktur

Wenn die vier bis­he­rigen Stand­orte in Holzwickede zusam­men­ge­legt werden, ist das nicht nur eine sehr image­träch­tige Ansied­lung, um die sich die Ver­ant­wort­li­chem im Kreis­haus und bei der WFG jah­re­lang und sehr intensiv bemüht haben. Auch als Arbeit­geber ist das CVUA sehr inter­es­sant, wie Birgit Kastner erklärte. In dem Amt sind an den vier Stand­orte aktuell rund 200 Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter beschäf­tigt. Etwa 50 sind davon Füh­rungs­kräfte und wis­sen­schaft­liche Mit­ar­beiter wie Tier­ärzte, Lebens­mit­tel­che­miker usw.. 100 Mit­ar­bei­tende sind tech­ni­sche Mit­ar­beiter wie Inge­nieure oder Tech­ni­sche Assi­stenten im che­mi­schen, bio­lo­gi­schen oder vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Bereich, wei­tere 30 bis 35 Beschäf­tige gibt es im Ver­wal­tungs­be­reich.

Die Alters­struktur unserer Beschäf­tigten ist sehr span­nend“, so Birgit Kastner. „Das Durch­schnitts­alter unserer Mit­ar­beiter liegt bei 47 Jahren und mehr als die Hälfte unserer Mit­ar­beiter ist schon über 50 Jahre alt.“ In den näch­sten zehn bis 15 Jahren werden also alters­be­dingt sehr viele Mit­ar­beiter beim CVUA aus­scheiden und sie müssen ersetzt werden. „Wir suchen ständig neue Leute“, bestä­tigt die Vor­stands­vor­sit­zende. „Aktuell suchen wir zwei neue Fach­be­reichs­leiter und etliche tech­ni­sche Mit­ar­beiter, die wir gerade ver­ab­schiedet haben.“

Durch das Zusam­men­legen der vier Ämter am Standort Holzwickede ver­spre­chen sich der Vor­stand und Ver­wal­tungsrat eine effek­ti­vere Nut­zung von Res­sourcen, Syn­er­gie­ef­fekte und eine grö­ßere Iden­ti­fi­ka­tion der Mit­ar­beiter mit dem CVUA, so Birgit Kastner. „Denn bisher ist die Iden­ti­fi­ka­tion der Mit­ar­beiter mit dem eigenen Standort noch höher als mit dem CVUA.“

Letztes großes Grundstück im Eco Port für 1,27 Mio. Euro gekauft

Bei der Stand­ort­suche für das CVUA waren anfangs ins­ge­samt 32 Standort ins Visier genommen worden, dar­unter auch vier im Kreis Unna. Aus­schlag­ge­bend für Holzwickede war letzt­lich die zen­trale und ver­kehrs­gün­stige Lage sowie das pas­sende Grund­stück in der Größe von rd. 13.000 qm. Der Kauf­ver­trag für dieses letzte große Grund­stücke im Eco Port zum Preis von 1,27 Mio. Euro wurde im März 2019 unter­zeichnet. Im Februar dieses Jahres wurde dann nach einem auf­wen­digen Fin­dungs­ver­fahren unter sechs ver­blie­benen Bewer­bern die HDR GmbH als Gene­ral­un­ter­nehmen mit der Pla­nung beauf­tragt.

Die Pla­nung des Neu­bau­pro­jektes ist äußerst anspruchs­voll, wie Birgit Kastner und auch die Planer heute aus­führten: Es gibt an allen vier Stand­orten nicht nur unter­schied­liche Geräte, son­dern auch unter­schied­liche Methoden und Arbeits­weisen, die nun zen­tra­li­siert werden müssen in Holzwickede. „An jedem der vier Stand­orte ist alles anders als an den anderen Stand­orten“, so die Vor­stands­vor­sit­zende. Erschwe­rend hinzu kommen die Coro­nabe­din­gungen, wobei nicht nur der Mit­ar­bei­ter­schutz gemeint ist. Auf Bitten des Landes unter­stützen die che­mi­schen Unter­su­chungs­ämter auch die Gesund­heits­dienste bei der Durch­füh­rung von Coro­na­tests, etwa in Schlacht­be­trieben in Bochum, in Flücht­lings­un­ter­künften oder nach der Toen­nies-Schlie­ßung die Kol­legen in Det­mold. 

Corona hat uns ziem­lich aus­ge­bremst.“

Birgit Kastner

Corona hat uns ziem­lich aus­ge­bremst“, räumte Birgit Kastner ein. Hinzu kommt, dass der Neubau, „unfassbar hohe tech­ni­sche Anfor­de­rung“ erfüllen muss, wie der Planer Johannes Kre­simon erläu­terte. Schließ­lich soll nicht weniger als „ein For­schungs­haus der Zukunft“ ent­stehen. Die Planer ent­schieden sich des­halb für ein sehr varia­bles Layout, das lau­fend ange­passt werden kann. Von daher ist der schon vor fast vier Jahren in einer Mach­bar­keits­studie genannte Gesamt­preis von rd. 40 Mio. Euro für das Pro­jekt wohl bereits Maku­latur. 

Trotz Corona-Bremse ist Birgit Kastner zuver­sicht­lich, dass das Raum­kon­zept für das Neu­bau­pro­jekt im Sep­tember ver­ab­schieden und die Lei­stungs­phase im näch­sten Früh­jahr abschließen zu können. Die Grund­stein­le­gung Anfang 2022 und die Fer­tig­stel­lung des Neu­baus im Eco Port im Jahr 2023 bezeich­neten die Ver­ant­wort­li­chen heute dann auch als „rea­li­stisch“.

Angebot zur Verbesserung des ÖPNV

Landrat Michael Makiolla drückte heute eben­falls noch einmal seiner Freude dar­über aus, dass die Ansied­lung des CVUA West­falen in Holzwickede gelungen ist und dankte aus­drück­lich den anwe­senden Ver­tre­tern des Ver­wal­tungs­rates aus den Kreisen und Kom­munen sowie dem Land NRW für ihre Unter­stüt­zung. Die Stand­ort­ent­schei­dung sei nicht ein­fach und mit teils erheb­li­chen Wider­ständen ver­bunden gewesen. „Das CVUA West­falen wird eine der wenigen Insti­tu­tionen im Kreis Unna mit über­re­gio­nalen Ent­schei­dungs­kom­pe­tenzen sein“, unter­strich der Landrat die Bedeu­tung der Ansied­lung. „Hier findet inter­kom­mu­nale Zusam­men­ar­beit auf hohem wis­sen­schaft­li­chen Niveau statt.“

Aus­schlag­geben für den Standort sei ins­be­son­dere die zen­trale Lage Holzwickedes und die gute Ver­kehrs­in­fra­struktur gewesen. Vor diesem Hin­ter­grund bot der Landrat dem Vor­stand und Ver­wal­tungsrat an: „Auch wenn es noch Wün­sche an den ÖPNV gibt, kann man uns anspre­chen. Das kostet viel­leicht etwas Geld, aber reden kann man über alles.“ Es sei immer schwer, Pendler, die ans Auto gewohnt sind, davon weg zu bekommen, waren sich Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin und der Landrat einig. „Das Angebot muss stehen. Doch es muss auch klar sein, dass die Arbeit­geber und Unter­nehmen stärker in die Pflicht genommen werden müssen, um ihrer­seits ent­spre­chende Ange­bote für die Mit­ar­beiter zu machen. Wenn das pas­siert, das zeigt die Erfah­rung zum Bei­spiel in Bönen, dann funk­tio­niert es auch.“

CVUA


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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