Gemeinsamer Einsatz für mehr Fachkräfte im Kreis Unna: Elke Kappen, Martin Wiggermann (re.) und Rainer Goepfert. (Foto: Sebastian Laaser - AWO Ruhr-Lippe-Ems)

Arbeitsmarkt in der Region: Fachkräfte für Zukunft des Kreises Unna

Gemeinsamer Einsatz für mehr Fachkräfte im Kreis Unna: Elke Kappen, Martin Wiggermann (re.) und Rainer Goepfert. (Foto:  Sebastian Laaser - AWO Ruhr-Lippe-Ems)
Gemein­samer Ein­satz für mehr Fach­kräfte im Kreis Unna: Elke Kappen, Martin Wig­ger­mann (re.) und Rainer Goe­pfert. (Foto: Seba­stian Laaser – AWO Ruhr-Lippe-Ems)

Fach­kräfte sind gesucht. Auch im Kreis Unna werden immer mehr offene Stellen gemeldet – diese sind aber immer schwie­riger zu besetzen. Das Pro­blem ist: Es fehlen die Fach­kräfte. Zu diesem Thema hatte Rainer Goe­pfert, Geschäfts­führer der AWO Ruhr-Lippe-Ems, in der ver­gan­genen Woche die Kamener Bür­ger­mei­sterin Elke Kappen und Martin Wig­ger­mann, Vor­sit­zender des Kreis­aus­schusses für Arbeits­markt und Wirt­schafts­för­de­rung, ein­ge­laden.

Die AWO enga­giert sich seit Jahren gemeinsam mit den wei­teren Wohl­fahrts­ver­bänden im Kreis Unna, um im Bereich des Sozi­al­we­sens dem Fach­kräf­te­mangel ent­ge­gen­zu­wirken. Gemeinsam mit ihren drei Toch­ter­ge­sell­schaften beschäf­tigt die AWO Ruhr-Lippe-Ems rund 2.300 Mit­ar­bei­tende. Sie ist ins­be­son­dere in den Berei­chen Kin­der­ta­ges­be­treuung, Offene Ganz­tags­schulen, ambu­lante Pflege und Betreu­ungs- und Wohn­an­ge­bote für Men­schen mit Behin­de­rung sowie Aus­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nahmen tätig.

Steigende Nachfrage und Ruhestand erhöhen den Druck

Wir begegnen dem Fach­kräf­te­mangel tag­täg­lich“, stellt Rainer Goe­pfert die Situa­tion dar. „Allein bei unseren Kin­der­ta­ges­ein­rich­tungen werden in den näch­sten fünf Jahren rund 80 der 830 Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­beiter alters­be­dingt aus­scheiden. Hier müssen wir Ersatz finden und gleich­zeitig auch Mit­ar­beiter für die neuen Ein­rich­tungen gewinnen. Für den Ausbau in den näch­sten zwei Jahren benö­tigen wir min­de­stens 30 neue Fach­kräfte.“ Auch für den Pfle­ge­be­reich zeichnet sich ein ähn­li­ches Bild ab. Der Pfle­ge­be­darfs­plan des Kreises Unna weist einen zusätz­li­chen Bedarf von 2.200 Pfle­ge­fach­kräften bis zum Jahr 2030 aus.

Jede Kita mindestens ein Ausbildungsplatz

Die Gewin­nung und Aus­bil­dung aus­rei­chend moti­vierter und gut qua­li­fi­zierter Erzie­he­rinnen und Erzieher und Pfle­ge­kräfte stellt daher für alle sozialen Dienst­lei­ster eine große Her­aus­for­de­rung dar. Die AWO Ruhr-Lippe-Ems geht diese aktiv an. Mit dem Start des neuen Kin­der­gar­ten­jahres zum 1. August wird jede der 53 Kitas in den Kreisen Unna und Waren­dorf sowie der Stadt Hamm min­de­stens einen Aus­bil­dungs­platz haben.

Dabei setzt das soziale Unter­nehmen auch auf neue Aus­bil­dungs­formen wie die Pra­xis­in­te­grierte Aus­bil­dung (PiA). Hier werden schu­li­sche und beruf­liche Aus­bil­dung ab dem ersten Tag inte­griert. Die AWO zahlt eine Aus­bil­dungs­ver­gü­tung in Höhe von 1.077 Euro im ersten Aus­bil­dungs­jahr. „Unser Ziel ist es, zusätz­liche Aus­bil­dungs­plätze zu schaffen und gleich­zeitig neue Ziel­gruppen, wie zum Bei­spiel Quer­ein­steiger, für die Aus­bil­dung zu gewinnen“, erläu­tert Rainer Goe­pfert.

Neue Wege gehen

Die AWO will zudem noch stärker die Qua­li­fi­zie­rung und Aus­bil­dung von Allein­er­zie­henden, Migran­tinnen und Migranten sowie Arbeits­losen in den Blick nehmen. „Wenn der Kreis Unna in zen­tralen sozialen Arbeits­fel­dern zukunfts­fähig bleiben will, brau­chen wir gemein­same Anstren­gungen, alle Arbeits­kräfte-Poten­ziale in der Region zu för­dern“. Unter­stüt­zung erhält er von Martin Wig­ger­mann: „Wir brau­chen ein Zusam­men­spiel aller Akteure – der kreis­ei­genen Berufs­kol­legs, der Ver­bände, der Bil­dungs­träger, Ver­wal­tungen und der Politik.“

Hinter diese For­de­rung stellt sich auch Elke Kappen: „Wir haben in den letzten Jahren den Aus- und Neubau der Kin­der­ta­ges­ein­rich­tungen massiv vor­an­ge­bracht, um den gestie­genen Betreu­ungs­be­darf unserer Eltern in Kamen erfüllen zu können. Unsere Jüng­sten sollen dadurch gut und ver­läss­lich betreut und den Eltern die Ver­ein­bar­keit von Familie und Beruf ermög­licht werden. Dafür brau­chen wir auch gut qua­li­fi­ziertes Per­sonal. Nur so bleiben wir als Stadt für Fami­lien attraktiv.“

Attraktivität der Berufe steigern

Im Kreis Unna fangen wir nicht bei Null an“, ver­weist Martin Wig­ger­mann auf die viel­fäl­tigen arbeits­markt­po­li­ti­schen Maß­nahmen der letzten Jahre, die durchaus erfolg­reich waren. Wig­ger­mann zählt hierzu unter anderem die Hal­bie­rung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit und den sozialen Arbeits­markt, der im Kreis Unna vor­bild­lich umge­setzt worden sei – gerade in Zusam­men­ar­beit mit den Wohl­fahrts­ver­bänden. „Unser Blick muss sich aber noch stärker auf die Aus­bil­dung junger Men­schen richten“, so Wig­ger­mann. Für Berufe in früh­kind­li­chen oder pfle­ge­ri­schen Berei­chen müsse die Attrak­ti­vität gestei­gert werden. „Wir müssen deut­lich machen, dass das tolle Berufe in der Arbeit mit Men­schen sind, mit denen man gutes Geld ver­dienen kann.“

Für Elke Kappen, Martin Wig­ger­mann und Rainer Goe­pfert steht fest: Es muss eine gemein­same Stra­tegie der Ver­bände, der Kom­munen und des Kreises Unna ent­wickelt werden, wie dem Fach­kräf­te­mangel begegnet werden soll. Hierzu wird es wei­tere Gespräche mit den Ver­ant­wort­li­chen im Kreis Unna geben.

AWO


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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