Anzeige wegen Fahrens ohne Führerschein nur Retourkutsche?

Kalter Krieg“ herrscht nicht nur auf der poli­ti­schen Bühne, son­dern offenbar auch zwi­schen einem 34 Jahre und einem 41 Jahre alten Holzwickeder. Beide Streit­hähne haben sich solange gut ver­standen, bis sie sich über die Gegen­lei­stung für eine Woh­nungs­re­no­vie­rung heillos zer­stritten und der jün­gere der beiden die Polizei zu Hilfe rief. In der Zeit danach eska­lierte der Streit weiter und der 41-jäh­rige Holzwickeder zeigte seinen ehe­ma­ligen guten Bekannten wegen Fah­rens ohne Füh­rer­schein an, was diesen am Dienstag dieser Woche (19.8.) auf die Ankla­ge­bank des Amts­ge­richtes Unna brachte.

Den genauen Zeit­punkt, wann die ille­gale Fajhrt pas­siert sein soll, konnte der 41-Jäh­rige aller­dings nicht genau nennen: Irgend­wann im Jahr 2014 will er den 34-jäh­rigen Ange­klagte am Steuer eines Pkw auf der Nord­straße gesehen haben. Der Ange­klagte stritt rund­heraus ab, jemals ohne Fahr­erlaubnis Auto gefahren zu sein. Die Anzeige gegen ihn sei viel­mehr Teil einer regel­rechten Mob­bing­kam­pagne, die der 41-jäh­rige seit dem omi­nösen Streit führe. Der 41-Jäh­rige ver­suche mit allen Mit­teln „mein Leben kaputt zu machen“ und habe ihm das auch so ange­droht. „Ich bin fix und alle und kann nicht mehr.“

Streit eskalierte nach Wohnungsrenovierung

Ein erster Zeuge, den Richter Jörg Grans­euer in den Zeu­gen­stand rief, will den Ange­klagten eben­falls schon einmal vor einem Imbiss an der Nord­straße im Auto seiner Freundin gesehen haben. Doch alle wei­teren Ein­zel­heiten, vor allem der genaue Zeit­punkt, blieben vage.

Beim zweiten Zeugen han­delte es sich um den 41-jäh­rigen Anzei­ge­n­er­statter. Und dieser ließ doch ziem­liche Bela­stungs­ten­denzen in seiner Aus­sage erkennen. Angeb­lich will er den 34-Jäh­rigen „mehr­fach im Auto seiner Freundin oder Mutter gesehen“ haben. Auf Nach­frage des Rich­ters, wann das genau gewesen sei, ant­wor­tete der Zeuge schwammig: Er habe ihn „immer fahren sehen“ oder er sei „ohne Ende gefahren“. Aller­dings setzte sich der Zeuge damit in Wider­spruch zu seiner vorher bei der Polizei gemachten Aus­sage. Als der Richter ihm das vor­hielt bot der Zeuge „einen Test“ an, womit er ver­mut­lich so etwas wie einen Lügen­de­tektor gemeint haben dürfte. Als der 41-Jäh­rige schließ­lich dem Gericht erklärte: „Ich sehe alles, was der macht“, hatte Richter Grans­euer genug gehört.

Da sich der Tat­vor­wurf nicht beweisen ließ, konnte das Urteil nur Frei­spruch für den Ange­klagten lauten, worin sich die Anklage und der Richter Jörg Grans­euer auch einig waren: Der drückte in seiner Urteils­be­grün­dung sein Unbe­hagen aus: Die Anzeige des 41-Jäh­rigen, die seinen Kon­tra­henten auf die Ankla­ge­bank brachte habe „durchaus den Geschmack einer Retour­kut­sche“.

Fahren ohne Führerschein


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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