Aktivkreis Holzwickede: Problem des Leerstands ist nicht so groß

Nur maximal die Hälfte aller Händler an der Haupstraße  sind noch Mitglied im Aktivkreis Holzwickede. (Foto: Peter Gräber)
Nur maximal die Hälfte aller Händler an der Haup­straße sind noch Mit­glied im Aktiv­kreis Holzwickede. (Foto: Peter Gräber)

Unter den zur­zeit 60 Mit­glie­dern des Gewer­be­ver­eins Aktiv­kreis Holzwickede (AkH) gibt es der­zeit kein Inter­esse, eine Neu­auf­lage des City-Spa­sses oder eine andere große Ver­an­stal­tung zu orga­ni­sieren. Auch am Holzwickeder Sommer möchten sich die Mit­glieder der­zeit aktiv nicht betei­ligen. Dies bestä­tigte Chri­stian van Bremen gestern im Wirt­schafts­för­de­rungs­aus­schuss, wo der Vor­sit­zende des AkH über die Arbeit des neuen Vor­standes berich­tete. „Der Aktiv­kreis möchte erst einmal wieder auf gesunden Füßen stehen.“

Dass es über­haupt noch einen Gewer­be­verein in Holzwickede gibt, ist Chri­stian van Bremen und Frank Mei­ritz zu ver­danken. Denn eigent­lich sollte der Gewer­be­verein schon im ver­gan­genen Jahr auf­ge­löst werden. Grund: Der alte Vor­stand habe keine Per­spek­tive mehr für den AkH gesehen. Außerdem sei die Betei­li­gung der Mit­glieder doch sehr gering gewesen, so Chri­stan van Bremen im Aus­schuss. Doch van Bremen, der die Rat­haus-Apo­theke betreibt, und Frank Mei­ritz waren der Ansicht, dass ein Gewer­be­verein für die Emscher­ge­meinde schon exi­stieren sollte. Und immerhin gab es um die 60 Mit­glieder. Also über­nahmen Chri­stian van Bremen und Frank Mei­ritz den 1. Und 2. Vor­sitz des Ver­eins. Gemeinsam mit einem inzwi­schen kom­plet­tierten Vor­stand bemühen sich die beiden seitdem, dem Gewer­be­verein wieder Leben ein­zu­hau­chen und die Mit­glieder zu akti­vieren.

Gewerbeverein weitgehend mit sich selbst beschäftigt

Vorsitzender des AkH: Christian van Bremen. Foto: privat)
Vor­sit­zender des AkH: Chri­stian van Bremen. Foto: privat)

Wir sind aller­dings als AkH noch weit­ge­hend mit uns selbst beschäf­tigt, um wieder mehr Schwung rein­zu­bringen“, räumte der 1. Vor­sit­zende heute im Aus­schuss ein. Trotzdem konnte der Vor­stand auch schon 2014 Erfolge ver­bu­chen. So war der Mar­tins­markt mit dem ver­kaufs­of­fenen Sonntag im November eine erste „recht erfolg­reiche Aktion“. „Eigent­lich haben wir nicht viel geän­dert“, gibt van Bremen zu. „Doch die Kunden haben die Ver­an­stal­tung gut ange­nommen.“ Auch in diesem Jahr soll es wieder einen ver­kaufs­of­fenen Sonntag geben, der sich an den Mar­tins­umzug der Kol­ping­fa­milie anlehnt. „Aller­dings wird die Ver­an­stal­tung nicht mehr Mar­tins­markt heißen“, so der AkH-Vor­sit­zende. „Da gab es doch viele Miss­ver­ständ­nisse, weil Kunden und Besu­cher einen Markt mit Ständen gesucht haben – und den gab es ja nicht.“

Auch der Vor­stand wurde kom­plet­tiert und ist nun mit mehr Ein­zel­händ­lern besetzt. Es gibt einen News­letter, mit dem der Vor­stand die Mit­glieder infor­miert und auch regel­mä­ßige Treffen des Vor­standes. Über­haupt sei der Vor­stand bemüht, das Zusam­men­finden der Mit­glieder zu för­dern. Als Bei­spiel nannte Chri­stian van Bremen eine Betriebs­be­sich­ti­gung bei der Druckerei Kost, die alle begei­stert habe. „Solche Betriebs­be­sich­ti­gungen werden wir bei­be­halten, kün­digt er an. Für den 30. Mai ist ein – aller­dings nur internes – Mai­fest für die Mit­glieder geplant samt Über­tra­gung des Pokal­fi­nales. Außerdem verrät der AkH-Vor­sit­zende: Zum Schüt­zen­fest, das ja dieses Jahr ein beson­deres wird, gibt es Über­le­gungen, die Geschäfte ein paar Stunden länger geöffnet zu halten. „Da es keine Sonn­tags­öff­nung ist, können wir das ja selbst bestimmen“, erin­nert Chri­stian van Bremen.

Holzwickeder Gutschein wird abgeschafft

Außerdem ver­sucht der AkH-Vor­stand weiter die Gewer­be­trei­benden und Eigen­tümer an der Haupt- und Nord­straße zu moti­vieren, die leeren Schau­fen­ster der Geschäfte zu deko­rieren, etwa mit Wer­be­pla­katen für den Maler­markt. Der Aktiv­kreis stelle dazu sogar die regel­mä­ßige Außen­rei­ni­gung der Fen­ster in Aus­sicht und habe alle Eigen­tümer und Geschäfts­leute ange­schrieben. Eine Rück­mel­dung gab es noch nicht.

Abschaffen wird der Aktiv­kreis den Holzwickeder Gut­schein, kün­digt Chri­stian van Bremen an. Die Idee sei im Ansatz gut, die Umset­zung aller­dings viel zu auf­wendig und mit viel zu hohen Hürden ver­bunden. Darum hätten sich die Mit­glieder für die Abschaf­fung aus­ge­spro­chen. Selbst­ver­ständ­lich können alle bereits aus­ge­ge­benen Gut­scheine auch wei­terhin ein­ge­löst werden. Es werden nur keine neuen mehr aus­ge­geben.

Auf Nach­frage der Frak­tionen im Aus­schuss erläu­terte Chri­stan van Bremen, dass der Aktiv­kreis von der Mit­glie­der­struktur her gut durch­mischt ist: Unter den Mit­glie­dern seien grö­ßere Unter­nehmen wie Sonepar, Mon­tan­hy­draulik oder aus dem Eco Port, aber auch Hand­werker, Gastro­no­mie­be­triebe und Ein­zel­händler. Aller­dings: Maximal nur die Hälfte aller Gewer­be­trei­benden an der Haupt- und Nord­straße seien Mit­glieder des AkH.

Nette Toilette“ wird weiterverfolgt

Den Leer­stand in diesen beiden Haupt­ein­kaufs­straßen sieht der AkH-Vor­stand nicht dra­ma­tisch: „Holzwickede ist eigent­lich ein attrak­tiver Standort mit sehr vielen recht unter­schied­li­chen Geschäften: Schreib­waren, Foto­laden, Schu­ster, Beklei­dungs­läden – sehr viele sind ja noch da“, stellt Chri­stan van Bremen fest. „Natür­lich gibt es einige Läden, die schon länger leer stehen. Aber das Leer­stands­pro­blem ist nicht so groß.“

Auch die „Nette Toi­lette“ wird vom Aktiv­kreis wei­ter­ver­folgt – zur­zeit sogar stärker als von der Gemeinde. Denn der AkH-Vor­sit­zende hatte sich beim Bür­ger­mei­ster schon vor Monaten nach den kon­kreten Kon­di­tionen für Holzwickede erkun­digt. „Seitdem haben wir aller­dings nichts mehr gehört vom Bür­ger­mei­ster“, so van Bremen im Aus­schuss. Die Ver­wal­tung ent­schul­digte dies damit, dass Bür­ger­mei­ster Jenz Rother die Sache zur Chef­sache erklärt hat – und schon län­gere Zeit erkrankt nicht im Dienst ist.

Aktivkreis, Wirtscxhaftsförderungsausschuss


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentar

  • Die Ver­wal­tung ent­schul­digte dies damit, dass Bür­ger­mei­ster Jenz Rother die Sache zur Chef­sache erklärt hat – und schon län­gere Zeit erkrankt nicht im Dienst ist.“ Das ist ja mal das abso­lutes Tot­schlag­ar­gu­ment.

    Sicher­lich ist eine Krank­heit nicht absehbar und bedau­er­lich, nur kann das doch kein Argu­ment sein, um Dinge schleifen zu lassen. Auf die Idee, eine Vetre­tungs­re­ge­lung zu treffen, scheint noch nie­mand gekommen zu sein!?

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