Schon während der Bauphase für die Modulbauten (Bild) sollen erste Baumängel erkennbar gewesen sein, so Die Grünen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Abriss oder Sanierung: Grünen fordern endlich Informationen zu maroden Modulbauten

Schon während der Bauphase für die Modulbauten (Bild) sollen erste Baumängel erkennbar gewesen sein, so Die Grünen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Schon während der Bauphase für die Modulbauten (Bild) sollen erste Baumängel erkennbar gewesen sein, so Die Grünen. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die Holzwickeder Grünen wollen den schlechten Zustand der hölzernen Flüchtlingsunterkünfte an der Bahnhofstraße im nächsten Planungs- und Bauausschuss thematisiert wissen. Dazu hat ihr Sprecher Friedhelm Klemp einen Fragenkatalog erstellt, zu der die Verwaltung Stellung nehmen soll.

„Es ist ja bekannt, dass wir damals für eine massive Bauweise der Flüchtlingsunterkünfte waren“, erinnert Klemp. „Eine Massivbauweise hätte besser zum Straßenbild gepasst, mehr Qualität und Wertbeständigkeit und eine bessere Nachnutzung bedeutet.“ Stattdessen wurden die beiden Unterkünfte in Modulbauweise aus Holz errichtet. „Schon während der Bauphase hinsichtlich der Belegung mit zu acht Personen waren Qualitätsmängel zu erkennen“, erklärt der Grünen-Sprecher. „Ich habe damals in einer entsprechenden Sitzung gesagt, dass man die Modulbauten schon nach zehn Jahren abreißen könnte. Nach Aussage von Fachleuten könnte man sie heute schon heute abreißen.“

 Die Verwaltung hat deshalb vorgeschlagen, bereits jetzt, knapp vier Jahre nach Errichtung, mindestens eines der beiden Modulbauten abzureißen. Auf Grundstück könnten dann Sozialwohnungen, etwa durch die UKBS, gebaut werden. Der Haken: Die Häuser stehen stehen noch mit fast 600.000 Euro Restwert in den Büchern. (s. Kommentar)

Gute Unterkünfte haben Priorität

Oberste Priorität für die Grünen hat es aber, in der Gemeinde „vernünftige und gute Unterkünfte für die geflüchteten Menschen zur Verfügung zu stellen und bei einer Vollbelegung dafür die Unterkünfte an der Mühlenstraße aufzugeben“.

Für die Grünen ist aber ebenso wichtig, die Verantwortlichkeit für die Baumängel zu ermitteln, wie Friedhelm Klemp betont. „Schließlich geht es um eine Summe von einer Million Euro, die vielleicht in den Sand bzw. auf Grund gesetzt wurden an der Bahnhofstraße. Es muss doch vertraglich erkennbar sein, wer hier die Verantwortung trägt.“ Ebenso unverständlich ist für Klemp, dass bei der Bauabnahme, falls es die überhaupt gegeben hat, die Baumängel noch nicht erkennbar waren.

Fragenkatalog für die Verwaltung

Konkret wollen die Grünen deshalb Antwort auf einen ganzen Fragenkatalog im nächsten Planungs- und Bauausschuss haben. So wollen sie u.a. wissen:   

  • Gibt es noch eine zeitliche Bestandsverpflichtung für die Unterkünfte an der Mühlenstraße?
  • Welche genauen Kosten ergeben sich bei einer Instandsetzung für die Gebäude?
  • Gab es bei der Abnahme der Gebäude bereits Hinweise auf Mängel? Konkret waren etwa die Stege vor den beiden Häusern viel zu hoch und für kleine Kinder gefährlich. Ausgeglichen wurden sie durch einfach Betonblöcke vor den Türen.
  • Gibt es Hinweise im Gutachten zu den Gebäuden an der Bahnhofstraße, die auf Baumängel schon bei der Planung und Ausführung hinweisen?
  • Ist vertraglich erkennbar, wer die Bauaufsicht während der Bauphase der Häuser hatte?
  • Welche Wertberichtigung muss bei einem Abriss erfolgen?
  • Wie hoch ist die Wertminderung und der tatsächliche Verlust im Hinblick auf die gesamten Baukosten?
  • Welche Wohnkapazität ergibt sich nach Abriss eines der beiden Gebäude unter Berücksichtigung von Räumen für die Versorgung der Bewohner, für Waschmaschinen und die Sozialarbeit?
  • Und schließlich: Ist eine neue Bebauung des Grundstückes überhaupt möglich,  da die Baubefreiung seinerzeit nur aufgrund er besonderen Situation (Unterbringungsnot) gegeben wurde?

Flüchtlingshäuser, Grünen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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