Kita-Neubau im Park: FDP-Chef bedauert Verlust des konstruktiven Miteinanders

Blick auf den geplanten Standort der neuen AWO-Kita im Emscherpark. Auf Vorschlag der Verwaltung sollen für den Neubau elf Bäume (Bildhintergrund) dafür gefällt werden. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
Blick auf den geplanten Standort der neuen AWO-Kita im Emscherpark. Auf Vorschlag der Verwaltung sollen für den Neubau elf Bäume (Bildhintergrund) dafür gefällt werden. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

In einer Stellungnahme seiner Fraktion zum Kita-Neubau im Emscherpark bezeichnet es der FDP-Fraktionsvorsitzender Jochen Hake als „bedauerlich, dass durch diverse Beiträge beteiligter Interessengruppen und der Politik“ bei vielen Bürgern „der Eindruck eines unverständlichen oder unsinnigen Ratsbeschlusses“ aufgekommen ist. „Es betrübt uns auch, dass in den sozialen Medien teilweise eine emotionale Stimmung geschürt wird, die dem konstruktiven Miteinander in Holzwickede abträglich ist“, so Jochen Hake.

Der FDP-Chef appelliert „dringend zur notwendige Sachlichkeit“ zurückzukehren. „Mit etwas gutem Willen muss und wird es möglich sein (…) eine zielführende Lösung dahin zu finden, die Zukunft unserer Kinder, die vor Ort dringendst eine weitere KITA benötigen, und den Umweltschutz miteinander zu vereinbaren.“

Liberale erwarten alternative Planung

FDP-Fraktionsvorsitzender: Jochen Hake. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)
FDP-Fraktionsvorsitzender: Jochen Hake. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Die FDP-Fraktion, wie offensichtlich auch die anderen Fraktionen im Rat, sind bei der Beschlussfassung vom 12. Juli davon ausgegangen, dass bei dem jetzt beschlossenen Standort nur wenige Bäume gefällt werden müssen, erklärt Jochen Hake. „Von der jetzt genannten Anzahl war verwaltungsseitig seinerzeit nicht die Rede. Ebenso wenig war die Nutzung des Platzes von Louviers als Zuwegung für die Versorgung Gegenstand der Information gegenüber den Fraktionen.“

Der Vorsitzende betont für seine Fraktion: „Wir sind nicht einverstanden mit der Fällung der von der Verwaltung hierzu als nötig erachteten Anzahl von Bäumen. Vielmehr erwarten wir von der Verwaltung bis zur nächsten Umweltausschusssitzung die Erarbeitung einer Alternative, die, etwa durch geringfügige Änderungen im Baukörper oder am Standort, den Erhalt einer größtmöglichen Anzahl von Bäumen sicherstellt.“  Ausdrücklich erklärt Hake dazu: „Wir verschließen uns auch nicht einem etwaigen alternativen Standort.“

Diskussion um Haus Dudenroth lenkt von Fakten ab

Bei allem Respekt vor dem Umweltschutzgedanken, den die Liberalen stets gelte trotzdem: „Die Zukunft unserer Kleinsten und deren gute ortsnahe Versorgung muss Vorrang behalten – Holzwickede soll familienfreundlich bleiben.“

Die Diskussion um die Bedeutung des Standortes für Holzwickedes Historie und das ehemalige Haus Dudenroth „lenkt leider von den Tatsachen ab“, so Hake.  „Nicht die Standortentscheidung vom 12. Juli ist falsch, vielmehr war die Entscheidung des damaligen Rates im Jahr 1976, Haus Dudenroth abzureißen, falsch und wenig vorausschauend.“  Über Jahrzehnte hinweg sei danach keine Initiative ergriffen worden, in geeigneter Weise an Haus Dudenroth zu erinnern. „Erst im Rahmen des ISEK ist dann dieses zu begrüßende Projekt aufgekommen.“ Hier werde sich bestimmt ein Kompromiss finden lassen, der Zukunft (Kinder) und Geschichte (Haus Dudenroth) vereint.

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Dipl.-Journalist

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