Dudenrother Knorpelkirsche: Obstbaum des Jahres an der Emscherquelle gepflanzt

Das Foto zeigt die Vertreter des Pomologen- , Imker- und Historischen Vereins sowie die Schäferin Michaela Schultz-Franck nach der Pflanzaktion.  (Foto: Kai Kolodziej/EGLV)
Das Foto zeigt die Vertreter des Pomologen- , Imker- und Historischen Vereins sowie die Schäferin Michaela Schultz-Franck nach der Pflanzaktion. (Foto: Kai Kolodziej/EGLV)

Die Natur kehrt an die Ufer der renaturierten Emscher zurück. Zugegeben, manchmal hilft die Emschergenossenschaft dabei auch etwas nach. So wie am Wochenende am Emscherquellhof in Holzwickede: Gemeinsam mit dem Pomologenverein NRW, Vertretern des Historischen Vereins Holzwickede, dem Imkerverein und der Schäferin Michaela Schultz-Franck hat die Emschergenossenschaft dort den „Obstbaum des Jahres“ pflanzen lassen:  Es ist ein Süßkirsch-Baum (Dudenrother Knorpelkirsche).

Der Historische verein erfuhr erst Mitte Oktober von der Existenz der Dudenrother Knorpelkirsche, wie der Internetseite des Vereins zu entnehmen ist. Die Dudenrother Knorpelkirsche, die nach der alten Holzwickeder Bauernschaft benannt ist, war früher im ostwestfälischen Raum verbreitet. Vor etwa fünf Jahren sind im Raum Hamm Exemplare dieser Sorte wiederentdeckt worden, nachdem sie lange als verschollen galt. Für das Jahr 2018 hat der Pomologenverein NRW die Dudenrother Knorpelkirsche als NRW-Obstsorte des Jahres gewählt.

Verbreitung über Aloysiusschule in 1930er Jahren 

Die Emschergenossenschaft ließ eine Dudenrother Knorpelkirsche am Emscherquellhof einpflanzen. (Foto:
Kai Kolodziej/EGLV)

Nach den Recherchen des Historischen Vereins  wurde die Dudenrother Knorpelkirsche in den 1930er Jahren vom damaligen Rektor der Aloysiusschule, Clemens Broer, verbreitet. Wie die Schulchronik zeigt, wurde in der Aloysiusschule bereits sehr früh Gartenbau in den Schulgärten unterrichtet. Schon 1898, so berichtet die Schulchronik, wurden 500 Kirschbäume angepflanzt.

1901 wurde ein Grundstück von 4000 m² Größe zur Anlage eines Versuchsgartens gekauft. Dort sollte Platz für ein Wohnhaus, je einen kleinen Gemüse- und Ziergarten sowie „in der Hauptsache Raum für ein Versuchsfeld“ sein.

Da Clemens Broer treibende Kraft aller Schulgartenpläne war, ist anzunehmen, dass er das Wohnhaus mit der Aufsicht über Gärten und Versuchsfeld selber bezog. Der Historische Verein vermutet diesen Versuchsgarten auf der heutigen Ecke östliche Hauptstraße / südliche Opherdickerstraße. Dort steht immer noch das bekannte Wohnhaus von Broer (Opherdicker Str. 10).

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Dipl.-Journalist

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