Bürgermeisterin Ulrike Drossel vereidigt: Jenz Rother verabschiedet

Rat (2)

Die erste haup­tamtliche Bürg­er­meis­terin Holzwickedes, Ulrike Drossel (r.), ver­li­est ihren feier­lichen Amt­seid. Links im Bild die stel­lvertre­tende Bürg­er­meis­terin Moni­ka Mölle, die die Amste­in­führung vor­nahm. (Foto: Peter Gräber)

So voll war das Forum im Schulzen­trum noch nie bei ein­er Ratssitzung: In Anwe­sen­heit zahlre­ich­er Gäste, unter ihnen Bun­des- und Land­tagsab­ge­ord­nete sowie die poli­tis­chen Spitzen der Nach­barkom­munen Unna, Frön­den­berg und Schw­erte, der Part­ner­stadt Colditz und des Kreis­es sowie Vertreter der lokalen Wirtschaft, Ehe­ma­lige der Ver­wal­tung, Ehre­namtliche und natür­lich Holzwicked­er Bürg­er legte Ulrike Drossel als erste haup­tamtliche Bürg­er­meis­terin der Gemeinde Holzwickede ihren Amt­seid ab und wurde ins Bürg­er­meis­ter­amt einge­führt.  Ihr Vorgänger im Amt, Jenz Rother, wurde nach 16 Jahren und 20 Tagen in den Ruh­e­s­tand ver­ab­schiedet.

In ihrer ersten Rede als Bürg­er­meis­terin dank­te Ulrike Drossel zunächst den Holzwicked­er Bürg­ern für das ihr ent­ge­genge­brachte Ver­trauen sowie für die zahlre­ichen Glück­wün­sche, die sie aus Holzwickede, dem Kreis, Land und Bun­destags erhal­ten hat und die „mit dem ehrlichen Ange­bot der Zusam­me­nar­beit verknüpft“ waren.

Seit ihrer Wahl vor eini­gen Wochen habe sie viele poli­tis­che Ziele für die Entwick­lung der Gemeinde auf ihre per­sön­liche Agen­da genom­men, ver­sicherte Drossel. Dass diese nur mit den entsprechen­den Mehrheit­en zu erre­ichen sind, sei ihr klar und sich­er schwierig genug umzuset­zen. Ob es ihr gelinge werde, diese Ziele umzuset­zen, wisse sie nicht. Aber sie könne schon jet­zt ver­sprechen “allen loy­al zu begeg­nen“, die mit ihr zusam­me­nar­beit­en wollen.

Ich hoffe auf eine Zusam­me­nar­beit in Holzwickede, wenn es darum geht, recht­en Strö­mungen zu begeg­nen.“

Ulrike Drossel, Bürg­er­meis­terin der Gemeinde Holzwickede

Als einen Punkt ihrer Agen­da nan­nte Holzwickedes neue Bürg­er­meis­terin den sechsspuri­gen Aus­bau der A44, von dessen Fol­gen Holzwickede sich­er betrof­fen sein werde. “Ich hoffe hier auf kreative Lösun­gen und mach­bare Alter­na­tiv­en für Holzwickede“, deutete Ulrike Drossel an. „Ich bin überzeugt, da geht auch noch etwas.“  Sie wolle “ein zukun­fts­fähiges Verkehrskonzept erar­beit­en“.  Auch die engagierten Ehre­namtlichen sowie die Flüchtling­sprob­lematik sprach die Bürg­er­meis­terin an. Mit Blick auf die frem­den­feindlichen Vor­fälle in anderen Kom­munen wün­schte sich Ulrike  Drossel: „Ich hoffe auf eine Zusam­me­nar­beit in Holzwickede, wenn es darum geht,  recht­en Strö­mungen zu begeg­nen.“

Rat (1)

Nach genau 16 Jahren und 20 Tagen wurde Jenz Rother heute im Forum ver­ab­schiedet: Jenz Rother bei sein­er let­zten Rede als Bürg­er­meis­ter. (Foto: Peter Gräber)

Schließlich würdigte Ulrike Drossel auch die Arbeit ihres Amtsvorgängers. Jenz Rother habe nicht nur maßge­blich an der Entwick­lung der Car­o­line­fläche mit­gewirkt, son­dern auch daran, dass Holzwickede als erste Kom­mune im Kreis Unna wieder aus der Haushaltssicherung ent­lassen wer­den kon­nte. Da sich Rother im Ruh­e­s­tand der Förderung des Fußball­nach­wuch­ses wid­men will, schenk­te sie ihrem Amtsvorgänger einen Fußball mit ihrer Unter­schrift.

Rother selb­st hat­te schon Monate vor der Bürg­er­meis­ter­wahl die Wer­beagen­tur Drossel damit beauf­tragt, einen kurzen Film mit seinem ganz per­sön­lichen Rück­blick auf seine Amt­szeit zu drehen. Und so fügte es sich, dass Rothers Abschieds­film, den er heute zeigen ließ, aus­gerech­net vom Ehe­mann sein­er Amt­snach­fol­gerin pro­duziert wurde.

Rother selb­st dank­te in sein­er Rede  am Ende seinen bei­den Frauen, die ihm den Rück­en frei gehal­ten haben und denen er viel zu ver­danken habe: Sein­er Ehe­frau Mar­i­on und „mein­er Frau von 8 bis 4 Uhr“ und Sekretärin, Moni­ka Hak­e­nesch.

Rat (3)

SPD-Frak­tion­schef Michael Klimzi­ak wün­schte Ulrike Drossel zur Amt­se­in­führung alles Gute, sagte ihr kon­struk­tive Zusam­me­nar­beit zu und über­re­ichte der Bürg­er­meis­terin einen Blu­men­strauß. (Foto: Peter Gräber)

Nach Rothers per­sön­lichem Rück­blick fol­gten die Ansprachen der Frak­tio­nen. Als Sprech­er der größten Rats­frak­tion, der SPD, grat­ulierte Michael Klimzi­ak der Bürg­er­meis­terin und wün­schte Ulrike Drossel alles Gute in ihrem Amt.  Klimzi­ak ver­hehlte nicht, dass er per­sön­lich und auch seine Frak­tion sich einen anderen Aus­gang der Bürge­meis­ter­wahl gewün­scht hät­ten. „Aber wir sagen Dir hier heute eine kon­struk­tive und kri­tis­che Begleitung zu“, ver­sprach Klimzi­ak. Das gemein­same Ziel sei ja klar, nur der Weg dahin unter­schiedlich. “Wir sind aber sich­er, dass Du als Bürg­er­meis­terin bere­it bist, mehrheitliche Beschlüsse umzuset­zen, auch wenn sie nicht Dein­er orig­inären Poli­tik entsprechen“, so der SPD-Frak­tion­schef weit­er.

Jenz Rother wurde von Klimzi­ak als „Bürg­er­meis­ter mit Leib und Seele“ gewürdigt, der „mehr erre­icht hat für Holzwickede, als jed­er andere“. Als Bürg­er­meis­ter sei Jenz Rother „immer ganz nah bei den Men­schen“ gewe­sen und habe tat­säch­lich, wie er mal selb­st erk­lärt hat,  „die Poli­tik mit Ideen gefüt­tert“.

Nach Klimzi­ak trat­en auch noch die anderen Frak­tion­ssprech­er sowie Lan­drat Michael Maki­ol­la, Pfar­rer Michael Nigge­baum, Armin Richter-Strauß und Rolf Unner­stall ans Red­ner­pult, um in ihren Ansprachen Jenz Rothers Arbeit zu würdi­gen und die neuen Bürg­er­meis­terin zu begrüßen.

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Dipl.-Journalist

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