Streit zwischen Autofahrern auf Chaussee endet mit 480 Euro Geldstrafe

Wegen gefähr­li­chen Ein­griffs in den Stra­ßen­ver­kehr, Kör­per­ver­let­zung und Unfall­flucht hatte sich ein 19-jäh­riger Holzwickeder heute (9.12.) vor dem Amts­ge­richt Unna zu ver­ant­worten. Der Fahr­an­fänger war im März des Jahres auf der Chaussee am Steuer seines Wagens unter­wegs, als ein älterer Auto­fahrer mit seinem Pkw vor ihm rück­wärts in eine Zufahrt ran­gierte – ohne zu blinken.

Der junge Mann hupte den älteren Auto­fahrer an, ein Wort gab das andere bis zum laustarken Streit. Schließ­lich eilte der Sohn des älteren Auto­fah­rers seinem Vater zu Hilfe. Auf der Ankla­ge­bank lan­dete der junge Auto­fahrer, weil seine beiden Kon­tra­henten ihn schließ­lich ange­zeigt hatten: Angeb­lich habe der junge Mann auf dem Höhe­punkt der Aus­ein­an­der­set­zung den Sohn absicht­lich ange­fahren und auf die Motor­haube genommen, bevor er dann davon­ge­prescht sei. Dabei soll der Sohn Prel­lungen erlitten haben.

Körperverletzung kann das Gericht nicht erkennen

Vor Gericht schil­derte der Ange­klagte den Vor­fall jedoch ganz anders. Dass es zu einem ver­balen Streit gekommen sei, nachdem er den älteren Auto­fahrer ange­hupt hatte, bestritt der junge Mann nicht. Als dessen Sohn sich dann ein­mischte sei der Streit eska­liert und er habe sich in sein Auto zurück­ge­zogen und die Türen von innen ver­rie­gelt, so der Ange­klagte. Dar­aufhin habe der Vater heftig an der ver­schlos­senen Tür gerüt­telt und sich sein Sohn vorne auf die Motor­haube geworfen, wobei auch der Schei­ben­wi­scher des Pkw kaputt gegangen sei. Aus Angst, dass die Aus­ein­an­der­set­zung noch weiter eska­liert, habe er dann zurück­ge­setzt und sei weg­ge­fahren. Den Sohn habe er aber kei­nes­wegs vorne auf die Motor­haube genommen oder absicht­lich ange­fahren.

Eine zufäl­lige Zeugin des Vor­falls bestä­tigte den Sach­ver­halt inso­weit, dass der junge Auto­fahrer tat­säch­lich nicht frontal auf Vater und Sohn zuge­fahren sei. Bei seinem Rückzug habe er den Sohn ledig­lich seit­lich mit dem Kot­flügel erwischt.

Wie Rich­terin Birgit Viel­haber-Kart­haus deut­lich machte, haben wohl beide Par­teien ihren Teil dazu bei­getragen haben, dass der Zwi­schen­fall derart eska­lieren konnte. Eine grö­ßere Schuld des jungen Mannes oder gar gefähr­liche Kör­per­ver­let­zung konnte die Rich­terin aller­dings nicht erkennen und stellte das Ver­fahren gegen Zah­lung einer Geld­buße von 480 Euro ein. Seinen Füh­rer­schein, der ihm gleich nach dem Vor­fall im März abge­nommen wurde, bekam der junge Holzwickeder auch wieder.

gefährlicher Eingriff


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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