Splintholzkäfer als Spielverderber: Zechenturm-Spielgerät an der Villa gesperrt

Das große Spielgerät auf dem Spielplatz an der Villa ist ab sofort gesperrt.  Mitarbeiter der Firma Spielart haben heute Mittag bereits erste Vorarbeiten daran durchgeführt. (Foto: Peter Gräber)
Das große Spiel­gerät auf dem Spiel­platz an der Villa ist ab sofort gesperrt. Mit­ar­beiter der Firma Spielart haben heute Mittag bereits erste Vor­ar­beiten daran durch­ge­führt. (Foto: Peter Gräber)

Die Kinder der Gemeinde müssen jetzt ganz tapfer sein: Das große Zechen­turm-Spiel­ge­rüst auf dem Spiel­platz an der Villa ist heute (29. Mai) für min­de­stens vier Wochen gesperrt worden. Der Grund: Bei der regel­mä­ßigen Spiel­platz-Begut­ach­tung durch den TÜV hat der Gut­achter fest­ge­stellt, dass die Holz­teile des Spiel­ge­rü­stes vom Splintholz­käfer befallen sind.

Es hat zwar zu keiner Zeit eine Gefahr für die Kinder bestanden“, erklärt Sabine Hein­rich, zuständig bei der Gemeinde für die Spiel­plätze. „Aber bis das Spiel­gerät nun repa­riert ist, kann es nicht genutzt werden.“ Zuständig für die Instand­set­zung ist die Firma Spielart aus Lauen, die das Gerät vor fünf Jahren auch gebaut und auf­ge­stellt hat. „Die Repa­ratur geschieht noch im Rahmen der Gewähr­lei­stung“, bestä­tigt Sabine Hein­rich.

Statik überhaupt nicht beeinträchtigt

Heute Mittag waren bereits zwei Mit­ar­beiter der Firma Spielart vor Ort und haben sich den Umfang des Scha­dens und der nötigen Arbeiten ange­sehen. Die Repa­ra­tur­ar­beiten können am erst 8. Juni beginnen und werden dann vor­aus­sicht­lich zwei Wochen dauern.

Der Splintholz­käfer hin­ter­lässt wie der Holz­wurm kleine Löcher im Holz. Aller­dings kann der Schäd­ling nur in die Ober­fläche, den Splint, des Holzes ein­dringen nicht in den harten Kern. Und das Robi­ni­en­holz, das für das Spiel­gerät ver­ar­beitet wurde, hat einen beson­ders harten Kern. Darum ist die Statik des Gerü­stes auch zu keinem Zeit­punkt beein­träch­tigt gewesen, ver­si­chern die Spielart-Mit­ar­beiter. Für die Repa­ratur werden sie jedes ein­zelne Holz­teil abho­beln und anschlie­ßend mit einem völlig ungif­tigen Mittel ver­sie­geln. Anschlie­ßend strahlt das Spiel­gerät wieder wie neu mit den Kin­dern der Gemeinde um die Wette.

So sieht der Spielverderber aus: der Splintholzkäfer.
So sieht der Spiel­ver­derber aus: der Splintholz­käfer.

Info: Die ein­zigen Insekten, vor denen man sich in seinem Wohn­zimmer in Acht nehmen muss, sind dieaus tro­pi­schen Regionen stam­menden Splintholz­käfer (Lyc­tidae). Der Befall hat mei­stens seinen Beginn beim Kauf infi­zierter Holz­pro­dukte. Unser Kon­struk­ti­ons­holz ist über­wie­gend Nadel­holz. Das ist gegeneinen Befall durch Splintholz­käfer immun. Daher ist hier grund­sätz­lich keine Gefahr zu erwarten.Sel­tener wird Laub­holz tra­gend ver­baut, dann mei­stens Eiche. An sol­chen neuen Eichen­holz­kon­stuk­tionen kann – soweit Splintholz ent­halten ist – ver­ein­zelt auch ein Spintholz­kä­fer­be­fall auf­treten. Die Statik wird dadurch nicht im Min­de­sten beein­flußt. Am Ende ist (und bleibt) ein kleines Opfer am Holz zu beklagen. Wenn das Splintholz auf­ge­fressen ist, endet auch der Befall. Die ältere Bezeich­nung „Opfer­holz“ bezeichnet unwich­tiges Holz, was dem Pilz oder Insekt gefahrlos geop­fert werden kann. Erken­nungs­zei­chen des Braunen Splintholz­kä­fers sind, neben seiner typi­schen Farbe rot­braun, zwei Höcker vor den Augen am Kopf (Bild links unten) und die eigen­artig aus­ge­bil­dete Dop­pel­keule an der Spitze der Antennen (siehe rechtes Bild). Typisch ist die läng­liche „Stäb­chen­form“ des Kör­pers. Viele Arten haben Pünkt­chen auf den Flü­gel­decken. (Quelle: www.holzfragen.de)

Spielplatz


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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