Schwarzfahrt eines 23-Jährigen endet vor Amtsgericht: 600 Euro Geldstrafe

Weil er im März dieses Jahres in einen Zug nach Werl ohne Fahr­karte gestiegen ist, fand sich ein 23-jäh­riger Holzwickeder heute (9.6.) auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richtes Unna wieder.

Dort räumte der 23-Jäh­rige, der statt mit einem Anwalt mit seinem Opa vor Gericht erschien, frei­mütig seine Schwarz­fahrt. „Es war mein erste Arbeitstag für einen neuen Arbeit­geber und ich hatte kein Geld“, begrün­dete er sein Ver­gehen.

Von einer Haftstrafe nicht weit entfernt

Eigent­lich keine schwer­wie­gende Straftat, möchte man meinen. Trotzdem wäre der Holzwickeder dafür bei­nahe hinter Gitter gewan­dert. Denn der 23-Jäh­rige ist zuvor schon fünf Mal ver­ur­teilt worden, weil er sich die Beför­de­rung erschli­chen bzw. einmal eine Urkunde gefälscht hatte. „Ein Lern­ef­fekt ist nicht erkennbar“, befand Amts­richter Jörg Granseuer mit Blick auf die Vor­be­la­stungen. Darum sei der Ange­klagte tat­säch­lich „nicht weit ent­fernt von einer Haft­strafe“.

Dass der Holzwickeder trotzdem heute noch einmal mit einer Geld­strafe in Höhe von 60 Tagesätzen a‘ 10 Euro davon kam, lag vor allem daran, dass er gerade eine feste Arbeits­stelle gefunden hat und diese wohl ver­loren hätte, wenn er ins Gefängnis gewan­dert wäre. Der Ange­klagte habe noch einmal eine Chance ver­dient, in ein gere­geltes Leben zu finden, befand der Richter.

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