Der Planungs- und Bauausschuss hat dem Gemeinderat empfohlen, die planerischen Voraussetzungen für das umstrittene Neubaugebiet "Pastors Kamp" (Foto) zu geben. (Foto: P. Gräber -- Emscherblog)

Neues Wohngebiet auf Pastors Kamp soll Hengsen und Opherdicker enger verzahnen

Auf dieser rund zwei Hektar großen landwirtschaftlich genutzten Fläche soll das Neubaugebiet entstehen: der Pastors Kamp in Opherdicke. (Foto: P. Gräber Emscherblog)
Auf dieser rund zwei Hektar großen landwirtschaftlich genutzten Fläche soll das Neubaugebiet entstehen: der Pastors Kamp in Opherdicke. (Foto: P. Gräber Emscherblog)

Die evangelische Kirchengemeinde als Grundstückseigentümerin plant den Pastors Kamp in Opherdicke, eine bislang als Erweiterungsfläche für den Friedhof in Opherdicke vorgesehene Fläche zwischen der Ost- und Unnaer Straße, zu bebauen. Einzelheiten des Projektes wurden gestern in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses durch Jan Menges vom planenden Ing.-Büro M+W Städtebau vorgestellt.

Nach dem vorgelegten Konzept ist auf der bislang landwirtschaftlich genutzten rd. zwei Hektar großen Fläche „eine homogene Bebauung“ mit insgesamt 56 Wohneinheiten (WE) vorgesehen: Neben zwölf Einfamilien-, acht Reihenhäusern und sechs Doppelhaus-Hälften sind auch fünf Mehrfamilienhäuser (30 WE) sowie eine Streuobstwiese und Begleitgrün vorgesehen. Auf den im Erbbaurecht zu vergebenden kleinen bis mittleren Grundstücksflächen (240 bis 450 m2 ) sollen überwiegend Häuser mit Satteldächer entstehen, auf den südlich ausgerichteten auch mit Photovoltaikanlagen. Durch die Bebauung, so der Planer, sollen die Ortsteile Opherdicke und Hengsen zusammengeführt werden. Eine Wegeverbindung quer durch die Bebauung sollen die Ortsteile noch enger verzahnen.

Auch Nahversorgung soll verbessert werden

Der städtebauliche Entwurf des Neubaugebietes Pastors Kamp, wie er im Ausschuss vorgestellt wurde. (Foto: Screenshot M+W Städtebau )
Der städtebauliche Entwurf des Neubaugebietes Pastors Kamp, wie er im Ausschuss vorgestellt wurde. (Foto: Screenshot M+W Städtebau )

Es sei außerdem daran gedacht, zur Verbesserung der Nahversorgung ein Eiscafé oder etwas Ähnliches auf der Fläche anzusiedeln, so Planer Jan Menges. „Die Idee war zunächst einen Bäcker mit erweitertem Sortiment anzusiedeln. Doch da die UBKS so etwas schon in der Nachbarschaft plant, haben wir davon Abstand genommen.“  Es gebe nun verschiedene andere Ideen. „Auch ein Gemeinschaftshaus nördlich der Kapelle mit rd. 190 m² Nettofläche ist denkbar.“

Verkehrlich erschlossen werden soll das Wohngebiet über die Oststraße, wobei eine Stichstraße mit Wendehammer am Ende in dem Gebiet vorgesehen ist. Darüber hinaus soll der Ausbau verkehrsberuhigt erfolgen und ausschließlich dem geplanten Wohnquartier dienen. Ein Fußweg verbindet zusätzlich das Quartier mit der Unnaer Straße und dem benachbarten Kindergarten.

Verkürztes Verfahren mit Umweltprüfung und Bürgerbeteiligung

Um schneller zum Zuge kommen zu können, möchte die Kirchengemeinde das Vorhaben über ein beschleunigtes Verfahren realisieren. Dies ist grundsätzlich auch im Außenbereich möglich, weil durch die geplante Bebauung der Siedlungszusammenhang zwischen Hengsen und Opherdicke weiter geschlossen würde: an beiden Seiten der Fläche schließt sich Wohnbebauung an. Auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Bürgerbeteiligung könnte die Gemeinde bei einem verkürzten Verfahren verzichten. Allerdings ist nicht daran gedacht, dies zu tun, wie Fachbereichsleiter Uwe Nettlenbusch betonte. „Das wäre auch nicht empfehlenswert“, ergänzte auch Planer Jan Menges. „Wir möchten die Nachbarschaft bei diesem Vorhaben mitnehmen.“

Verschiedene Fragen aus den Fraktionen zur Verkehrserschließung, zu Stellplätzen oder auch zur Entwässerungssituation des Wohngebietes konnten noch nicht beantwortet werden, da diese Planungsschritte erst noch im weiteren Verfahren bevorstehen. Die Fraktionen werden über das Projekt nun zunächst intern beraten und ihre Stellungnahmen dann in der nächsten Sitzung des Fachausschusses abgeben.

Pastors Kamp


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentare (17)

  • Schön, dass Holzwickede weiter wächst und beliebt ist. Könnte mir dieses neue Wohnviertel sehr gut vorstellen und als weitere Verbindung zwischen Hengsen und Opherdicke wäre es in der Tat auch symbolisch sinnvoll. Guter Vorschlag

  • Opherdicke und Hengsen waren immer eigenständige Gemeinden, mit eigenen Ortskernen. Das wird sich auch nicht ändern. Wer glaubt, dass die Dorfgemeinschaften künftig um einen frisch gepflanzten Baum auf einer größtenteils versiegelten Fläche Hand in Hand herumtanzen und sich freuen, dass die bislang bestehende grüne Grenze zwischen den beiden Dörfern zubetoniert wurde, hat die Seele unserer Dörfer nicht verstanden.
    Auch die Idee, ein Geschäft mit Angebot des „täglichen Bedarfs“ einzurichten zeugt davon, dass die Planer keinen Einblick in unser dörfliches Leben haben. Wie viele müssen mit solchen Geschäften noch scheitern? In den vergangenen Jahrzehnten hat es ausreichend Versuche gegeben, ein derartiges Gewerbe irgendwie auskömmlich zu betreiben – gescheitert sind sie alle. Ich prophezeie, dass es auch der UKBS mit ihrem Vorhaben nicht anders gehen wird.
    Letztendlich handelt es sich um einen Acker, noch nie versiegelt, in dem abends die Rehe stehen. Hier wird versucht, wertvollen Boden zu versiegeln – das unterscheidet dieses Baugebiet entscheidend von vorherigen Baugebieten wie der Neuen Caroline oder Wohnpark Emscherquelle, wo eine Umnutzung bereits versiegelter Flächen erfolgte.
    Die Oststraße als Erschließungsstrasse ist in ihrem jetzigen Zustand völlig ungeeignet.
    Weitere Bebauung und Versiegelung von Flächen nördlich der Oststraße drohen darüber hinaus – der. Charakter unserer Dörfer geht immer mehr verloren.
    Des Weiteren sprechen andere juristische Gründe gegen ein von der Kirche zur Kostendämpfung beabsichtigtes Beschleunigtes Verfahren nach Paragraph 13b.
    In Zeiten, in denen der Heimatbegriff gestärkt werden soll, sollte man auf die Wünsche der Anwohner dort besondere Rücksicht nehmen!

  • Darüber, ob die Fläche „Pastors Kamp“ wie geplant so massiv bebaut werden sollte, kann man trefflich streiten. Einige Häuser, möglichst mit Mietwohnungen, und ausreichend Platz drumherum wären sicher angebrachter als die enge verdichtete Bebauung aus der Planung (und wie leider in nahezu allen Baugebieten der letzten Jahre).
    Was Peter Steckel aber über Hengsen und Opherdicke schreibt, kann nicht unwidersprochen bleiben. Seit der Kommunalreform bilden Holzwickede, Hengsen und Opherdicke eine Einheit. Wer nach über 50 Jahren noch an alten Trennlinien und Demarkationslinien zwischen den Ortsteilen interessiert scheint, sollte vielleicht auch über Grenzkontrollen auf Höhe der A1-Brücken nachdenken.

  • Also ich als in der Fliederstraße aufgewachser Dorfbengel sage:

    Es ist genug verzahnt so wie es ist.
    Und grade weil wir aber alle zusammen gehören (da hat Herr Behr teilweise recht) muss da trotzdem NICHT gebaut werden um uns anzunähern, weil wir längst angenähert sind. Ja wir sind alle Holzwickeder.

    NA UND?
    Trotzdem gehört dieser Bullshit nicht geplant.
    Trotzdem wäre ich als Opherdicker ein Dörfler und alles was den Berg runter liegt ist und bleibt für mich H-Town-City. Auch als Einheit.

    Warum werden die bereits dort lebenden Anwohner wieder mal übergangen und nicht an die Idee besser rangeführt?

    Irgendwelche vollsp@&#*n haben zuviel am Prittstift geschnüffelt, einen im Kopf bekommen und setzen sich wieder mal einfach über alles und jeden hinweg….

    Man möge sich auch bitte mal die Facebookkommentare dazu zu Gemüte führen. Es gibt viele Gründe warum das Vorhaben ein absolutes No-go für einige ist.

    Was die Aussagen über die Seele der Dörfer und den Charakter (ich würde es Flair nennen) angeht, da bin ich ganz bei Ihnen.

    Irgendwann werde ich nämlich bestimmt aus Wasserkurl zurück kommen, spätestens wenn ich Erbe, und dann möchte ich dort keine BETONKLÖTZE haben…
    So schön Holzwickede auch ist, es ist nicht der Nabel der Welt und muss deshalb auch nicht weiter in Richtung Weltstadt betoniert werden.

    Und das sagt ein Allergiker, der nach dem abernten des besagten Feldes jedesmal ausgesehen hat wie eine Pizzapfanne. Das nehme ich für ein Bestehen bleiben des aktuellen Dorfcharakters meines Heimatdorfes dann gerne in Kauf.

    Pi##t mich ehrlich an, sowas!!!

    Wünsche trotzdem einen entspannten Sonntag.

  • Die Planung mit der durchgehenden Grünfläche an der Oststrasse ist eine gute Idee des Planers um die Eigentümer des Neubaugebietes von Erschließungsbeiträgen nach des Bestimmungen des Baugesetzbuches freizustellen, denn diese Grundstücke haben keinen Zugang zur Oststraße. Die anfallenden Erschließungskosten für die Oststraße werden dann nur von den Altanliegern zu zahlen sein. Bevor es nicht zu einer befriedigen Lösung zur Zahlung des Erschließungsbeitrages kommt, sollten die Altanlieger gegen die Bebauung alle Möglichkeiten der Ablehnung versuchen.

    • Guten Tag,
      aus meinem Bericht geht hervor, dass die Erschließung über die Oststraße geplant ist.
      Trotz des beabsichtigten verkürzten Genehmigungsverfahrens müsste es m.E. aber auch noch ein Verkehrsgutachten zur geplanten Bebauung geben. Schließlich ist die Oststraße gerade erst verkehrsberuhigt worden.
      MFG

  • Verkehrsgutachten? Guter Hinweis. Wir Holzwickeder haben leider aus Erfahrung lernen müssen, dass diese Gutachten eher den Wünschen der Investoren entsprechen, als der Realität und der Bedenken verkehrsgeplagten Anwohner. Bsp:
    Nordstrasse /Neue Caroline, Sölder Straße/ Emscherkaserne

    Ich wette für die bisher wunderschöne ruhige Straße und Radstrecke Oststr. passen
    die paar Autos locker, oder???

  • Guter Entwurf! Für Holzwickede eine zukunftsorientierte Idee!
    Mir gehen jedoch diese besitzstandwahrenden Bedenkenträger auf die Nerven, die jegliche Veränderung schlecht reden – zumal genau diese Leute entweder mal selbst Neubau betrieben haben (zu Zeiten, als nicht jede Veränderung als potentielle Gefahrenlage deklariert wurde) oder glückliche (bald-)Erben einer Immobilie sind.
    Ich möchte bei der hier angestoßenen Debatte zu Bedenken geben, dass es sich bei dem Auftraggeber dieses Vorhabens um die Kirche und nicht um einen „raffgierigen“ Investor handelt.
    Als Anwohner befürworte ich die Planung und bedauere, dass in Holzwickede nach dem Sankt-Florian-Prinzip debattiert wird – „hauptsache nicht in meiner Nähe“.

  • Sehr geehrter Herr Müller,
    bei der Debatte geht es definitiv nicht um das St.-Floriansprinzip.
    Auch Ihre Polemik gegen vermeintliche „Besitzstandwahrer“, „baldige Erben“ und ehemalige Bauherren ist nicht hilfreich.
    Bei der Diskussion um Pastors Kamp geht es auch um die Frage, was auf diesem Areal sinnvoll erscheint. Die vorliegende Planung geht von einer immens dichten Bebauung mit allen dazugehörigen Konsequenzen aus. Das erscheint aus städtebaulicher und ökologisch – klimatischer Sicht zumindest fragwürdig.
    Es würde der Ev. Kirchengemeinde und dem Ev. Kirchenkreis (die übrigens auch meine Kirche repräsentieren) gut zu Gesicht stehen, wenn hier über moderne Bebauung wie z.B. Mehrgenerationenhäuser, klimaneutrale Gebäude etc. diskutiert würde. Das würde nicht nur mehr Akzeptanz für die Bebauung schaffen, sondern zu Holzwickede und den „Bergdörfern“ durchaus besser passen als eine weitere verdichtete Bebauung a la Caroline oder Emscherkaserne.

  • Sehr geehrter Herr Behr,
    Ihre Argumente sind zum Teil nachzuvollziehen, jedoch vernachlässigen Sie bei Ihrer Darlegung die Tatsache, dass der städtebauliche Entwurf keine detaillierten Aussagen zur Nutzungsart des Mehrfamilienhauses trifft – eine solche Wohnform kann, wie es nicht erst seitdem der Begriff „Mehrgenerationenhaus“ in aller Munde und somit modern geworden ist, eben ein Miteinander verschiedener Altersgruppen bedeuten. Ich erkenne hier kein Problem.
    Eine klimaschonende Siedlungentwicklung sollte Grundvoraussetzung sein, da gebe ich Ihnen Recht! Die gesetzlichen Grundlagen hierfür schaffen einen entsprechenden Rahmen. Darüber hinaus lässt sich sicher noch etwas machen.
    Lieber Herr Behr, wie Sie sicher wissen, hängt bezahlbarer Wohnraum und eine höhere Flächenausnutzung zusammen.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass es in den von Ihnen genannten Wohngebieten durchaus glückliche Menschen gibt, die zufrieden mit ihrer Wohnsituation sind. Trotz dichter Bebauung.
    Ich denke, dass das neue Wohngebiet, wie auch die Neue Caroline oder der Wohnpark Emscherquelle eine hohe Nachfrage haben wird.
    Abgesehen von der Diskussion, welcher Verbesserungsbedarf besteht, dem generellen „ob“ oder „wie“ – Tatsache ist doch, dass die Fläche nicht der Allgemeinheit gehört und eine Debatte über ein „ob“ und „wie“ zumindest hier deplatziert ist. Hierfür stehen sicher Ihre Ratsvertreter bereit.
    Ich für meinen Teil bin froh, dass meine Nachbarschaft kein Mitspracherecht bei der Gestaltung meines Grundstücks hat.

    Haben Sie ein schönes Wochenende!

  • Sehr geehrter Herr Behr,

    gehen Sie mal an die frische Luft, bis über die Dorfgrenze hinaus, drehen Sie sich langsam um und lesen Sie, was auf dem Ortsschild steht – Sie werden erstaunt sein.

    Sollten Sie gar nicht auf den „Bergdörfern“ oder im Einzugsbereich des geplanten Neubaugebietes leben erklärt sich Ihr Standpunkt vielleicht noch.

    Dennoch bleib es dabei: Es geht hier nur um den schnöden Mammon, nicht etwa um die Nächstenliebe der Kirche und Wohnraumschaffung. Denn wie die Pastorin in einem anderen Nachrichtenblatt bemerkte ist nicht etwa die Kirche auf das Planungsbüro zugegangen, sondern es ist genau anders herum gelaufen. Das ist zunächst einmal nichts verwerfliches, denn man gründet ein Planungsbüro eben um Gewinne zu erzielen. Ich jedoch bin nicht bereit meine Heimat für den Gewinn eines Unternehmens zu opfern – und nur darauf läuft es am Ende hinaus.

    • Eugen Drimmelfink

      Inwieweit verändert sich „ihre Heimat“ denn, wenn da nun ein paar Häuser mehr gebaut werden?

      Wieso war der Bau Ihres Hauses oder jener, die bereits dort stehen, in Ordnung, aber der Bau weiterer nicht? Wäre es nicht schöner für die anderen Einwohner, wenn in Ihrem Wohnblock jetzt noch ein Feld wäre? Wieso maßen Sie sich an zu bestimmen, wo der Begriff „Heimat“ endet und warum verbittert es Sie so, wenn einige Familien im neuen Wohngebiet ebenso ihre Heimat finden möchten?

      Opherdicke/Hengsen werden beide optisch und charakterlich nicht untergehen, wenn diese Lücke geschlossen würde. Es kann doch nicht die Lösung sein sich null weiterzuentwickeln?

  • Sehr geehrter Herr Steckel,
    danke für den Tipp mit der frischen Luft. Als eifriger Fußgänger und Radfahrer bin ich stetig draußen unterwegs, häufig in den „Bergdörfern“. Auch wenn die riesigen (und überdimensionierten) Ortseingangsschilder für Hengsen und Opherdicke auf diese Ortsteile in großen Lettern verweisen, handelt es sich bei beiden seit 1968 um Ortsteile Holzwickedes, ebenso wie es z.B. Rausingen, Natorp und das Alte Dorf sind.

    Als konservativ denkendem Bürger (als solchen habe ich Sie in der Vergangenheit schon häufiger wahrgenommen) ist Ihnen die „Bewahrung der Heimat“ sicher ein besonderes Anliegen. Wenn alles so bleibt wie es immer schon war, dann bleibt auf Dauer allerdings nichts. Wer die „Heimat bewahren will“, muss daher notwendigerweise ihre Entwicklung und Weiterentwicklung im Auge haben. Konservativ heißt hier daher: Nachdenken darüber, welche Entwicklungen sinnvoll und nachhaltig sind. Totalverweigerungen und bloßes „Nein“ – „Hier nicht“ gehen daher schon vom Grundsatz her nicht.

    Unmittelbar bezogen auf „Pastors Kamp“: M.E. ist die vorgelegte Planung weder städtebaulich noch ökologisch sinnvoll. Ein Nachdenken über eine sinnvolle Bebauung dieser ursprünglich einmal als Friedhofsfläche reservierten Fläche ist angesichts des Bedarfs an Wohnraum allerdings durchaus sinnvoll und angebracht. Westlich und östlich der Fläche schließt sich Wohnbebauung an, nördlich bleibt mit dem großen Feld sehr viel freie Fläche für landwirtschaftliche Nutzung und zur Zuführung von Frischluft in die Bereiche Hengsen und Opherdicke gegeben.

  • Sehr geehrter Herr Drimmelfink,

    das Haus, in dem ich wohne, bewohne ich bereits in der zweiten Generation. So wie viele Bürger Opherdickes ihre Häuser in einer Folgegeneration bewohnen.
    Denn das, was Ihnen hier von dem Wirtschaftsunternehmen M+W vorgegaukelt wird, dass der Ort überaltert und keine Neubürger nachziehen, wenn nicht unbedingt und schnell gebaut wird, sind auf Neudeutsch „Fake News“.
    Menschen werden älter, und irgendwann sterben sie auch. Was passiert mit ihren Häusern? Bleiben sie leer stehen? Nein. Es ziehen andere, jüngere Menschen ein. Ich denke nicht, dass die Überalterung tatsächlich derartig um sich greift als dass Opherdicke in wenigen Jahren nur noch wie ein Altenheim anmutet.
    Es gibt immer mal wieder Häuser und Wohnungen, die neue Nutzer suchen und dann auch finden, denn der dörfliche Charme der Bergdörfer attraktiv für viele – sehr viele, gar mehr als Wohnungen vorhanden sind und der Ort als Neubürger verkraften könnte, ohne diesen seinen Charme zu verlieren. Könnte jeder hier bauen, wäre Opherdicke bald zugebaut.
    Um besonders junge Menschen und Familien nach Opherdicke und Hengsen zu locken bedarf es sicher keines Neubaugebietes, sondern ein kulturelles oder sportliches Angebot. Ein solches wurde noch vor wenigen Jahren mit dem dort ansässigen Baseballverein geboten – heute steht auf dem Platz ein schwarzer Zweckbau. Man kann nicht behaupten dass die Gemeinde hier ein glückliches Händchen gehabt hat.
    Ihnen mag es egal sein, was in Ihrem Umgeld gebaut wird, mir ist es das nicht. Niemand hat etwas gegen einen Lückenschluss (der auch niemanden begeistert, aber nun, kleinere Eingriffe sollte man hinnehmen können), wie jüngst bei mir gegenüber geschehen. Aber ein solch großflächiges Baugebiet, das nachfolgend Begehrlichkeiten weckt, auch gegenüber an der Oststraße zumindest eine Randbebauung zuzulassen (und die wird kommen – nur für eine Straßenseite wird die Gemeinde die Investitionen in Strassenausbau und Kanal nicht tätigen wollen), ist flüssiger als Wasser. Nur der Wunsch, nach Opherdicke zu ziehen berechtigt nicht dazu die Lebensqualität aller hier bereits wohnenden nachhaltig zu beeinträchtigen.

  • Sehr geehrter Herr Behr,

    wie Sie richtig beobachtet haben, denke ich eher konservativ. Denn eines sollte uns auch die nahende Klimakatastrophe gelehrt haben: Wachstum kann nicht die Antwort auf alle Fragen sein. In diesem Falle vernichtet Wachstum ökologische Ackerfläche, Frischluftzufuhr, Landschaft.
    Sie sehen: Konservative denken auch an die Zukunft.
    Selbstverständlich haben Opherdicke und Hengsen im Gegensatz zu anderen ehemaligen Landmarken in Holzwickede eigene Ortsschilder, was ja historisch auch begründet ist und sich auch heute noch in der politischen Ordnung widerspiegelt: Beide Bergdörfer haben ihre eigenen Ortsvorsteher, diese fehlen in Rausingen, Altes Dorf etc.
    Der Bedarf an Wohnraum, den Sie nennen, ist allerdings kein Opherdicker Problem, sondern ein gesamtdeutsches. Ebenfalls im vorangegangenen Post wies ich darauf hin, dass es sicher nicht bei dieser einen Begehrlichkeit bleiben wird, sondern nördlich anschließend weitere Bebauung gewünscht sein wird.
    Moderne, nicht zu konservative Konzepte der Wohnraumförderung könnten beispielsweise Wohnraumtausch und eine aktive Vermittlung zwischen den Generationen sein. So werden nicht nur zwei Fluegen mit einer Klappe geschlagen, sondern auch noch eine erhebliche CO2-Emission (etwa 200 KG CO2 pro Tonne Beton!) vermieden, was unseren Klimaschutzmanager Freudensprünge machen lassen dürfte.

    Gerne lade ich Sie auch einmal zu einem persönlichen Austausch ein – das tippen hier wird doch recht Mühselig, zumal es viele weitere Argumente gibt, den Acker so zu belassen, wie wir ihn seit Generationen kennen.

  • Hallo zusammen,

    ich weiß es ist wahrscheinlich etwas spät, die letzten Beiträge sind vom 07. Juli, aber als ich diesen Beitrag heute gefunden habe, habe ich mich eigentlich gefreut.

    Meine Frau und ich sind in 2017 hier in Opherdicke zugezogen und fühlen uns hier oben inzwischen super wohl. Wir haben in diesem Jahr auch Familienzuwachs bekommen und merken langsam, dass der Platz in einer „kleinen“ Mietwohnung mit Kind doch allmählich knapp wird. Wir möchten hier oben aber eigentlich nicht weg. Aus diesem Grund finde ich es prinzipiell schön, dass man hier oben mehr Wohnraum schaffen möchte.

    Auch wenn in den Kommentaren vorher von generationsübergreifendem Wohnraumwechsel oder so ähnlich gesprochen wird, ist es für Zugezogene oft sehr schwierig in einer bestehenden Gemeinde an Eigentum zu kommen, da die Häuser eher an Erben gehen oder so schnell verkauft werden, dass man selbst keine Chance hat.

    Wenn sich die Gelegenheit und die Möglichkeit ergibt, ein bestehendes Haus hier in Holzwickede oder besser noch in Opherdicke zu erwerben, würde ich mich jederzeit über eine Kontaktaufnahme freuen. Alternativ freue ich mich auf das kommende Neubaugebiet und würde auf jeden Fall versuchen eines der Grundstücke zu bekommen.

    Es geht bei solchen Neubaugebieten ja nicht nur um das Wachsen von außen. Auch die Menschen die in Opherdicke wohnen, möchten sich ggf. bei geänderten Lebensbedingungen vergrößern oder nach Hotel Mama ein Häuschen oder eine Wohnung im eigenen Wohnort zulegen.

    Ich für meinen Teil würde mich über eine Kontaktaufnahme oder weitere Infos zum Neubaugebiet sehr freuen. Ich wünsche allen einen schönen Abend!

    • Hallo Herr Becker,
      es haben sich bestimmt schon etliche Interessenten bei der Kirche eintragen lassen. Das Baugebiet wird, wenn auch in überplanter Version kommen und die Politik wird dem auch zustimmen müssen, sonst machen sie sich wegen einer Bürgerinitiative komplett unglaubwürdig.

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