Landrat Michael Makiolla (Foto: Linda Peloso - Kreis Unna)

Landrat Michael Makiolla: „Wir im Kreis Unna können Integration“

LR Makiolla - Foto Linda Peloso - Kreis Unna
Landrat des Kreises Unna: Michael Makiolla. (Foto: Linda Peloso – Kreis Unna)

Zum Jah­res­wechsel 2015/​2016 erreichte den Emscher­blog ein Gruß­wort von Michael Makiolla, mit dem sich der Landrat des Kreises Unna an die Men­schen im Kreis Unna wendet:

Liebe Mit­bür­ge­rinnen und Mit­bürger,

wieder ist ein Jahr ver­gangen. Die Tage rund um den Jah­res­wechsel geben uns allen etwas Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Das ist auch gut so, denn 2015 werden wir als Jahr in Erin­ne­rung behalten, in dem sehr viel in Bewe­gung war. Und aus dieser Bewe­gung heraus sind Her­aus­for­de­rungen erwachsen und neue Per­spek­tiven ent­standen.

In der Kreis­ver­wal­tung haben wir auch die ver­gan­genen Monate wieder genutzt, um den Kreis best­mög­lich für die Zukunft aus­zu­richten. Unser beson­deres Augen­merk richtet sich dabei auf die Kinder und Jugend­li­chen: Wir wollen, dass sie unab­hängig von ihrer Her­kunft und ihrem sozialen Umfeld die best­mög­li­chen Chancen für ein per­sön­lich und beruf­lich erfolg­rei­ches Leben erhalten. So tragen wir mit dazu bei, dass mög­lichst viele Schü­le­rinnen und Schüler unsere Regel­schulen besu­chen können. Für die, die den­noch einer beson­deren För­de­rung und Unter­stüt­zung bedürfen, haben wir ein neues, ab Sommer 2016 grei­fendes För­der­schul­an­gebot orga­ni­siert.

Moderner Schulunterricht in modernen Gebäuden

Par­allel dazu küm­mern wir uns darum, dass moderner Unter­richt in modernen Gebäuden statt­findet. Nachdem die mei­sten Berufs­kol­legs in den letzten Jahren ener­ge­tisch saniert und mit einer zeit­ge­mäßen Aus­stat­tung ver­sehen wurden, führen wir das Sanie­rungs­pro­gramm mit Bau­maß­nahmen an den Berufs­kol­legs in Werne und in Unna kon­se­quent weiter.

Kinder und Jugend­liche haben im Kreis Unna auch des­halb so gute Start­be­din­gungen, weil wir gemeinsam mit den kreis­an­ge­hö­rigen Städten und Gemeinden, dem Schulamt für den Kreis Unna, den Wirt­schafts­ver­bänden und anderen in dem Bereich tätigen Akteuren die Bil­dungs­re­gion Kreis Unna weiter aus­ge­baut und das Netz­werk noch eng­ma­schiger geknüpft haben. Mit sicht­barem Erfolg, denn bei uns gelingen Anschlüsse: von der Kita in die Grund­schule, von der Grund­schule in die wei­ter­füh­rende Schule und von der wei­ter­füh­renden Schule in Rich­tung Aus­bil­dung oder Stu­dium.

Diesen Weg werden wir ent­schlossen wei­ter­gehen, denn noch immer errei­chen wir nicht alle. Eine Säule haben wir für die Jugend geschaffen, und sie hat sich bereits als sehr trag­fähig erwiesen: Mit einer kreis­weiten Initia­tive wollen wir die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit bis zum Jahr 2020 in jeder ein­zelnen Stadt und in jeder Gemeinde hier im Kreis hal­bieren. Bereits 2015 – im ersten Jahr unserer Bemü­hungen – haben wir deut­liche Erfolge erzielt. Hier werden wir enga­giert wei­ter­ar­beiten, denn mit einem guten Start ins Arbeits­leben legen junge Men­schen den Grund­stein für beruf­li­chen Erfolg und ihr pri­vates Glück.

Ein starker Kreis braucht starke Familien

Das ist wichtig für uns alle, denn ein starker Kreis braucht starke Fami­lien. Zusammen mit dem Bündnis für Familie im Kreis Unna arbeiten wir des­halb auch 2016 weiter an der Fami­li­en­freund­lich­keit unseres Lebens- und Wirt­schafts­raumes. Für mich ist ganz klar: Fami­li­en­freund­lich­keit und pass­ge­naue Kin­der­be­treu­ungs­an­ge­bote tragen wesent­lich dazu bei, dass sich Familie und Beruf besser ver­ein­baren lassen. Wir sind hier auf einem guten Weg, aber wir sind noch nicht am Ziel.

2015 haben sich für unsere Region über­ra­schend neue Per­spek­tiven und Chancen eröffnet. Mit der Flücht­lings­be­we­gung kommen Men­schen, die hier eine neue Heimat finden wollen. Mit der Flücht­lings­be­we­gung kommen vor allem junge Men­schen zu uns, und mit ihnen wächst ein Teil unserer Zukunft heran. Wir müssen nur die Augen auf­ma­chen, ver­stehen und mehr als bisher kon­se­quent han­deln und Wege für die schnelle Inte­gra­tion ebnen.

In unseren Städten und Gemeinden leben der­zeit rund 3.700 zuge­wie­sene Flücht­linge. Das ist etwa ein Pro­zent unserer Bevöl­ke­rung. Ich bin ganz sicher, dass wir die Men­schen inte­grieren können und erin­nere an die Flücht­lings­wellen nach dem Zweiten Welt­krieg oder an die Aus­siedler- und Spät­aus­sied­ler­ströme ins­be­son­dere aus Polen und der Sowjet­union in den 1970er bis 90er Jahren. All dies haben wir erfolg­reich orga­ni­siert. Wir ver­fügen also über eine Menge Know-how ins­be­son­dere in den kom­mu­nalen Ver­wal­tungen.

Sicher­lich wird sich Deutsch­land, wird sich der Kreis Unna wan­deln – das ist ja das Typi­sche an der Zukunft. Das Gute dabei: Was sich ver­än­dert, das haben wir, die Bür­ge­rinnen und Bürger, die Poli­tiker und alle gesell­schafts­re­le­vanten Gruppen, selbst in der Hand.

Fast 30 Jahre lang Erfahrung mit Integration

Mir ist nicht bange: Denn wir im Kreis Unna können Inte­gra­tion, wir haben mit unserem Kom­mu­nalen Inte­gra­ti­ons­zen­trum eine fast 30-jäh­rige Erfah­rung auf diesem Gebiet. Mein Dank gilt hier den vielen Mit­ar­bei­te­rinnen und Mit­ar­bei­tern in kom­mu­nalen Ver­wal­tungen, die viele Dinge regeln, regeln müssen und über­haupt keine Zeit für „Dienst nach Vor­schrift“ haben.

Mein ganz beson­derer Dank gilt außerdem den zahl­rei­chen Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen, Ver­einen, Arbeits­gruppen und Initia­tiven sowie aus­drück­lich den dort enga­gierten unge­zählten ehren­amt­lich tätigen Hel­fe­rinnen und Hel­fern. Sie alle lei­sten seit vielen Monaten Außer­or­dent­li­ches und ver­dienen dafür unseren Dank und unsere Aner­ken­nung. Was uns alle gemeinsam trägt, ist ganz ein­fach: Wir wollen inte­grieren, nicht igno­rieren, iso­lieren oder gar sepa­rieren.

Wir helfen den einen und wir ver­gessen nicht die anderen, also die Men­schen, die hier geboren und groß geworden sind und wegen des Alters, wegen einer Behin­de­rung oder wegen Arbeits­lo­sig­keit die Hilfe der Soli­dar­ge­mein­schaft benö­tigen.

Kein Hilfebedürftiger bleibt ohne Hilfe

Wir wissen, dass längst nicht alle Men­schen ihren Lebens­un­ter­halt selbst bestreiten können. Das spie­gelt sich auch in unserem Kreis­haus­halt wider: Er wird auch im Jahr 2016 zu rund 60 Pro­zent von den Sozi­al­ko­sten geprägt sein. Dass wir viel Geld aus­geben, belegt, dass bei uns kein Hil­fe­be­dürf­tiger ohne Hilfe bleibt oder gar durch das soziale Netz fällt.

Inve­stieren werden wir aber nicht nur in die jungen Men­schen und damit unsere Zukunft und in die Hilfe für die, die unserer Unter­stüt­zung bedürfen. Wir sichern auch unser kul­tu­relles Erbe: Nach Ver­hand­lungen mit dem Eigen­tümer ist klar, dass uns Schloss Cap­pen­berg als über die Region hinaus renom­mierter Aus­stel­lungsort erhalten bleibt. 2016 wird das Schloss – 1816 vom preu­ßi­schen Staats­re­former Karl Frei­herr vom und zum Stein erworben und seitdem in Fami­li­en­be­sitz – umfas­send saniert, so dass wir zusammen mit Haus Opher­dicke in Holzwickede auch in Zukunft zwei im Bewusst­sein vieler Men­schen fest ver­an­kerte kul­tu­relle Säulen haben werden.

Nur wo Vielfalt herrscht, gibt es Fortschritt

Ich möchte Chancen nutzen und Per­spek­tiven ent­wickeln. Denn nur wo Viel­falt herrscht, gibt es Raum für Ver­än­de­rungen und Fort­schritt. Ich lade Sie herz­lich ein, mit mir gemeinsam unsere Zukunft zu gestalten.

In diesem Sinne wün­sche ich Ihnen und Ihren Fami­lien frohe Fest­tage, einen guten Rutsch und für 2016 alles Gute, Gesund­heit, Zufrie­den­heit und vor allen Dingen Zuver­sicht.“

Ihr

Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna 


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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