Klimaschutzkonzept im Umweltausschuss: Realistische Ziele statt nur Symbolik

Im mUmweltausschuss wurden die Bausteine für das lokale Klimaschutzkonzept erläutert. (Foto: Geralt - pixabay)
Im mUmweltausschuss wurden die Bausteine für das lokale Klimaschutzkonzept erläutert. (Foto: Geralt - pixabay)
Im Umweltausschuss wurden die Bausteine für das lokale Klimaschutzkonzept erläutert: Es soll realistische Ziele enthalten statt nur Symbolik. (Foto: Geralt – pixabay)

Bekanntlich ist die Gemeinde Holzwickede verpflichtet, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Sabine Lohoff von der damit beauftragte Gertec GmbH berichtete am Montagabend im Umweltausschuss über Sachstand dieses erst ganz am Anfang stehenden Vorhabens.

Der Gesetzgeber schreibt die einzelnen Bausteine des Klimaschutzkonzeptes genau vor. Nach einer Ausgangsanalyse gehören zu einem Klimaschutzkonzept etwa eine Treibhaus- und Energiebilanz und eine Potenzialanalyse. Ein ganz wichtiger Baustein ist, so Sabine Lohoff, ist die Beteiligung der verschiedenen Akteure in der Gemeinde: Vereine, Institutionen, Schulen usw.

Dazu wurde bereits eine Arbeitsgruppe in der Verwaltung gegründet. Auch die Politik soll noch über einen Beirat einbezogen werden. Aber auch die Bürger dieser Gemeinde sind Akteure und sollen deshalb einbezogen werden: Angedacht sind Interview- und Projektwerkstätten oder auch ein Klima-Café. Zu Beginn den nächsten Jahres kündigte die Moderatorin dazu eine umfangreiche Ideensammlung an.

Auch Bürger sollen einbezogen werden

Dieser Beirat soll auch „eine realistische Zielsetzungen“ des Klimaschutzkonzeptes vornehmen, das auf einen Zeitraum von 15 Jahren angelegt wird. Durch die realistische Zielsetzung unterscheide sich das Klimaschutzkonzept auch vom Klimanotstand, dessen Beschluss eher ein symbolischer Akt sei, wie Sabine Lohoff auf Nachfrage erläuterte.

Schließlich werden alle Maßnahmen in einem Projektsteckbrief münden, der auch einen genauen Zeit- und Kostenplan  enthalten wird. Selbstverständlich ist auch das Controlling ein eigener Baustein.

Wie das Klimaschutzkonzept und seine Inhalte den Menschen in Holzwickede vermittelt werden soll, wird Inhalt eines eigenen Kommunikationskonzeptes sein.

Der Umweltausschuss nahm den Bericht von Sabine Lohoff zustimmend zur Kenntnis. Die Fraktionen werden nun überlegen, wen sie in den jetzt zu gründenden Beirat entsenden wollen.

Klärungsbedarf beim Fällantrag der Telefónica

Noch einmal zurückgestellt wurde der Antrag der Telefónica Germany, die auf dem Gebäude der Wasserversorgung in Opherdicke eine Mobilfunkanlage aufstellen will und deshalb einen Fällantrag für eine große Eiche und einen Ahorn in unmittelbarer Nähe gestellt hat. Begründung wird der Antrag damit, dass die großen Bäume den Mobilfunkempfang störten. Auf Vorschlag der Verwaltung sollte der Ausschuss dem Antrag zustimmen.

Allerdings teilte ein Sprecher der Telefónica in einem Internet-Interview vom Tage mit, dass der Mobilfunkempfang in Holzwickede flächendeckend, problemlos und sehr gut sei. Fachbereichsleiter Uwe Nettlenbusch erkannte darin einen Widerspruch zu der Antragsbegründung und empfahl, eine Entscheidung zu verschieben. „Wir wollen jetzt erst noch einmal recherchieren.“

Resolution zur Krähenplage empfohlen

Der Umweltausschuss empfahl eine Resolution gegen die Krähenplage: die gemeine Saatkrähe. (Foto aus: Dokumentation Ralf Scholz).

Einstimmig beschlossen wurde dagegen eine von der SPD angeregte Resolution zur Krähenproblematik. Zwar kann eine Kommune ihrer Resolution nicht direkt an den Landtag richten. Die Resolution soll aber an den Landtagspräsidenten André Kuper und die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Dr. Patricia Peill, gehen. Auf Anregung des Ausschusses soll die Resolution außerdem an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sowie alle Fraktionen im Landtag NRW und des Bundes übermittelt werden.

Ebenfalls einstimmig wurde der Antrag des Bürgerblocks angenommen, geeignete Freifläche in der Gemeinde aufzuforsten. Ziel des Antrages, so Frank Niehaus, sei „eine Verbesserung der klimatischen Bedingungen in der Gemeinde“.  Auf Anregung von Lars Berger (FDP) soll die Verwaltung bei der Suche nach geeigneten Freiflächen auf das Kataster zurückgreifen, das bei der Suche nach der Hundewiese erstellt wurde.

Klimschutz, Umweltausschuss


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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