Kein Wohnsitz und kein Einkommen: Ladendieb muss 300 Euro Strafe zahlen

Der 39 Jahre alte Holzwickeder lebte schon eine ganze Weile ohne festen Wohn­sitz und finan­zi­elle Ein­künfte. Weil er in den ver­gan­genen beiden Jahren einige Laden­dieb­stähle begangen hat, fand er sich heute (4. April) auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richts Unna wieder – just zu einem Zeit­punkt, als er gerade wieder Aus­sicht auf eine Woh­nung und festen Boden unter den Füßen zu bekommen scheint.

Kon­kret wirft die Anklage dem Holzwickeder vor, zwi­schen dem 27. November 2017 und dem 14. Sep­tember 2018 in vier Fällen in Unna zumeist Lebens­mittel sowie einmal auch Werk­zeuge in einem Bau­markt gestohlen zu haben. Der Waren­wert lag jeweils unter zehn Euro bzw. einmal knapp dar­über. Schließ­lich soll der Holzwickeder am 23. November vorigen Jahres im Lidl an der Wil­helm­straße in Holzwickede gemeinsam mit einer Bekannten vier Dosen Bier und zwei Packungen Eis­krem im Gesamt­wert von 6.98 Euro ent­wendet haben.

Alle Dieb­stähle gab der Ange­klagte heute unum­wunden zu. Auf Nach­frage des Rich­ters nannte er als Motiv für seine Taten Hunger: „Ich hatte kein Geld. Sonst hätte ich auch bezahlt“, gab sich der 39-Jäh­rige reuig: „Ich weiß, dass man so etwas nicht macht. Aber ich kann es leider auch nicht rück­gängig machen.“

17 Vorstrafen angesammelt

Zwar wollte Richter Jörg Hücht­mann die Laden­dieb­stähle, bei denen über­wie­gend Lebens­mittel ent­wendet wurden, nicht unnötig dra­ma­ti­sieren. „Aber irgend­wann müssen Sie mal einen Schluss­strich ziehen.“ Immerhin hat der Ange­klagte seit 1998 wegen unter­schied­lich­ster Delikte bereits ins­ge­samt 17 Vor­strafen ange­sam­melt.

Damit soll nun end­gültig Schluss sein, wie der Holzwickeder beteu­erte: Dank einer neuen Bezie­hung sieht sich der 39-Jäh­rige inzwi­schen auf einem bes­seren Weg, wie er dem Richter ver­si­cherte. Er habe auch eine neue Woh­nung in Aus­sicht und will sich nun einen Job suchen.

Ganz ohne Strafe kam er heute den­noch nicht davon: Richter Jörg Hücht­mann ver­ur­teilte den Holzwickeder wegen Dieb­stahls zu einer Geld­strafe von 60 Tages­sätzen a‘ fünf Euro. Eine Strafe, die ange­sichts der Lebens­si­tua­tion des Ange­klagten tat- und schuld­an­ge­messen sei.

Diebstahl, Gericht


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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