Josef-Reding-Schule ist gefragt wie lange nicht mehr

JRS Josef-Reding-Schule
Die Josef-Reding-Schule ver­zeichnet einen dra­ma­ti­schen Schü­ler­zu­wachs in diesem Jahr. (Foto: privat)

Die Josef-Reding-Schule, Holzwickedes Haupt­schule hat einen dra­ma­ti­schen Schü­ler­zu­wachs zu ver­zeichnen. Wie Schul­leiter Klaus Helmig im Aus­schuss für Schule, Sport, Kultur und Städ­te­part­ner­schaften am Diens­tag­abend (8.9.) erläu­terte, haben zum neuen Schul­jahr bis­lang 30 neue Fünft­klässler in der Holzwickeder Haupt­schule begonnen.Und in den Jahr­gängen soeben und acht ist jeweils ein neuer Lern­ver­band, wie eine Klasse an der er JRS genannt wird, ein­ge­richtet worden.

Wie Klaus Helmig dar­legte, kommen die neuen Schüler über­wie­gend aus Holzwickede und Unna, aber auch aus Schwerte und Dort­mund kommt ein großer Schü­ler­an­teil.

Die Holzwickeder Haupt­schule ins­ge­samt wird aber auch von Schü­lern aus Frön­den­berg, Kamen, Berg­kamen, Bönen und Iser­lohn besucht. Die Gründe: Die Holzwickeder Haupt­schule genießt einen aus­ge­zeich­neten Ruf. Aller­dings gibt es im Umland auch immer weniger Haupt­schulen, so dass der „Ein­zugs­be­reich“ der Josef-Reding-Schule immer größer wird.

Einzugsbereich“ wird immer größer

Herkunft der Seiteneinsteiger. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)
Her­kunft der Sei­ten­ein­steiger. (Grafik: Gemeinde Holzwickede)

Den dra­ma­ti­schen Zuwachs an neuen Haupt­schü­lern erklärt Klaus Helmig vor allem auch durch die so genannten Sei­ten­ein­stiger in den Jahr­gängen sechs bis zehn. Diese Schüler kommen meist von Real­schulen, Gesamt­schulen oder För­der­schulen aus Unna, sehr viele aber auch Schwerte, in die Haupt­schule nach Holzwickede. Wobei nicht alle Sei­ten­ein­steiger gleich sind, wie Schul­leiter Klaus Helmig im Aus­schuss erläu­terte: „Die Schüler aus Unna muss ich auf­nehmen, die aus Schwerte nicht.“

Doch selbst­ver­ständ­lich nimmt die Josef-Reding-Schule so viele Schüler auf, wie es mög­lich ist. Als Folge davon gibt es an der Holzwickeder Haupt­schule in der Jahr­gangs­stufe sieben erst­mals eine ganze Klasse, in der nicht ein ein­ziger Schüler aus Holzwickede kommt.

Auch räum­lich stößt die Haupt­schule inzwi­schen an ihre Grenzen: Durch einige Umbau­ar­beiten und Trenn­wände konnten zwei neue Klassen- und sogar einige kleine För­der­räume geschaffen werden, so dass die Raum­si­tua­tion gerade so noch passt.

Der Haken: Kosten für Schülerbeförderung steigen ebenfalls

Dank des uner­war­teten Schü­ler­zu­wachses sind auch vier neue Lehr­kräfte zum Kol­le­gium hin­zu­ge­kommen.

Aller­dings hat der Schü­ler­zu­wachs aus Sicht der Gemeinde auch einen Haken: Da die Gemeinde für die Schü­ler­be­för­de­rung zuständig ist und die Zahl der anspruchs­be­rech­tigten Schüler aus dem Umland stark gestiegen ist, wird Holzwickedes Käm­merer auch deut­lich mehr Geld für die Fahrt­ko­sten der Schüler aus­geben müssen.

Wie sich die Holzwickeder Haupt­schule weiter ent­wickeln wird, lässt sich prak­tisch nicht ver­läss­lich vor­her­sagen. Darauf hatte auch schon der Schul­for­scher Dr. Rösner immer wieder auf­merksam gemacht. Und auch Klaus Helmig schloss sich dieser Auf­fas­sung an. Es gebe ein­fach zu viele Varia­blen, durch poli­ti­sche Ent­schei­dungen wie die Inklu­sion.

Klaus Helmig geht davon aus, dass seine „Josef-Reding-Schule wei­teren Schü­ler­zu­wachs erhalten wird, aller­dings nicht mehr so dra­ma­tisch wie in diesem Jahr“. Der Gund: Im Umland werden wei­tere Real­schulen „abge­schult“. Außerdem werden bald mehr Kinder und Jugend­liche von Flücht­lingen die Haupt­schule besu­chen.

Aktuell besu­chen die Josef-Reding-Schule Schüler fol­gende „Flücht­lings­kinder“ im Go in:

Kroa­tien (1), Ungarn (2), Dom. Rep. (1), Bos­nien (1), Eri­trea (1), Syrien (4), Alba­nien (2), Polen (2)

Go in bedeutet: Diese Schüler spre­chen kein oder nur schlechtes Deutsch.

Außerdem gibt es 23 Schüler mit För­der­be­darf E/​S sowie 17 Schüler mit För­der­be­darf L.

Ziel aller Schüler ist natür­lich auch an der Haupt­schule der Schul­ab­schluss. Hier zeigt sich, dass die Schüler an der Josef-Reding-Schule längst nicht nur die klas­si­schen Haupt­schul­ab­schlüsse 9 (13 Schüler) und 10 (27) errei­chen konnten, son­dern 9 Schüler auch die Fach­ober­schul­reife und 7 die Fach­ober­schul­reife mit Qua­li­fi­ka­tion erreichten.

Josef-Reding-Schule


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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