BI-Sprecher Frank Bärmann (vorn, stehend) bei einem Treffen der Bürgerinitiative "Pastors Kamp -- Pro Natur" im LAZ an der Schäferkampstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Initiative „Pastors Kamp — Pro Natur“ will im Ausschuss Präsenz zeigen: Zeit der Diskussionen vorbei

BI-Sprecher Frank Bärmann (vorn, stehend)  bei einem Treffen der Bürgerinitiative "Pastors Kamp -- Pro Natur" im LAZ an der Schäferkampstraße. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
BI-Sprecher Frank Bärmann (vorn, stehend) bei einem Treffen der Bürgerinitiative „Pastors Kamp — Pro Natur“ im LAZ an der Schäferkampstraße. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Im öffentlichen Planungs- und Bauausschuss am kommenden Mittwoch (14. Dezember) wird eine wichtige Vorentscheidung über das geplante Neubaugebiet „Pastors Kamp“ fallen: Der Ausschuss wird eine Empfehlung abgeben, ob der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Beides ist die Voraussetzung für das umstrittene Baugebiet. Damit schlägt auch für die Bürgerinitiative „Pastors Kamp — Pro Natur“ die Stunde der Wahrheit.

„Ich habe das Gefühl, dass wir ganz gute Karten haben und das Baugebiet abgelehnt wird“, meint ihr Sprecher Frank Bärmann. „Es ist nicht mehr so wie am Anfang, dass wir chancenlos sind und alle Fraktionen für das Neubaugebiet sind.“

Sprecher der Bürgerinitiative optimistisch

Dass sich die Initiative irgendwie mit dem Neubaugebiet noch arrangieren könnte, schließt ihr Sprecher aus. Die Zeit der konstruktiven Kritik an der Planung ist spätestens vorbei, seit der Evangelische Kirchenkreis als Bauherr des Projekts seine Planungen noch einmal grundlegend überarbeitet hat. „Die Planung ist tatsächlich ganz gut worden“, räumt Frank Bärmann ehrlich ein. „Es sind auch ganz viele Vorschläge von uns übernommen worden.“  So soll das Neubaugebiet nunmehr über eine ganz neue Straße zwischen dem Friedhof und dem Kindergarten erschlossen werden. Auch die Anzahl der Häuser wurde reduziert.

„Es ist egal, wie viele Häuser in dem Gebiet noch geplant sind. Wir wollen verhindern, dass dort überhaupt gebaut wird.“

– Frank Bärmann (BI-Sprecher)

Als Konsequenz daraus zeigte sich die Bürgerinitiative nicht etwa kompromissbereiter, sondern unversöhnlicher. „Es ist egal, wie viele Häuser in dem Gebiet noch geplant sind. Wir wollen verhindern, dass dort überhaupt gebaut wird“, so der BI-Sprecher. „Es gibt bereits zu viele versiegelte Flächen in der Gemeinde, vor allem im Norden. Und durch die geplante Ostumgehung kommt noch einmal eine ganze Menge mehr dazu.“

Was die Mitglieder der Initiative eint: „Wir sind der Überzeugung, dass irgendwann auch mal gut sein muss“, meint Frank Bärmann. Wenn schon unbedingt mehr Menschen in der Gemeinde angesiedelt werden müssen, dann gebe es andere Möglichkeiten als das Ackerland auf der Grenze von Opherdicke und Hengsen. „Die Gemeinde ist nicht angewiesen auf Pastors Kamp. Wir brauchen hier auch kein Neubaugebiet, um ,zusammenzuwachsen‘.“

Selbst Pfarrerin Claudia Brühl-Vonnhof habe doch in einer Versammlung öffentlich erklärt, dass die evangelische Kirchengemeinde nicht zwingend Pastors Kamp bebauen muss, erinnert Bärmann. „Dann fällt es doch auch nicht schwer, darauf zu verzichten.“

Alle Argumente ausgetauscht

Für die Bürgerinitiative sind alle Argumente ausgetauscht. Für die entscheidende Planungs- und Bauausschuss-Sitzung nächste Woche werden trotzdem noch einmal alle Gegner mobilisiert. Dass Zuhörer kein Rederecht in der Sitzung haben, ist dem BI-Sprecher egal.   „Es geht uns nicht um Diskussion. Wir wollen einfach nur Präsenz zeigen und deutlich machen, dass auch viele Menschen gegen dieses Neubaugebiet sind.“  Die Zeit der Diskussionen ist vorbei.

Bürgerinitiative, Pastors Kamp


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentare (3)

  • Sehr geehrter Herr Bärmann, liebe Mitglieder der BI „Pastors Kamp“,
    anders als es Ihre Einlassung zu vermitteln sucht: In einer lebendigen Demokratie sollte „die Zeit der Diskussionen“ niemals vorbei sein. Demokratie lebt von Diskussionen und davon, dass mehrheitlich getroffene Entscheidungen akzeptiert werden
    Auch wenn ich persönlich die Planungen für das genannte Grundstück nach wie vor für falsch halte, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es Ihnen nicht um ein grundsätzliches Ende der weiteren Versiegelung von Flächen im Gemeindegebiet geht. Mir scheint es offensichtlich zu sein, dass Ihnen „das Hemd näher ist als die Jacke“ und der geäußerte Protest in allererster Linie (in gewisser Weise nachvollziehbarer) Anwohnerprotest und keinesfalls wirklich ökologisch begründet ist. Denn dann müsste dieser sich viel grundsätzlicher aufstellen. Der ökologische Nutzen einer immer wieder für den Maisanbau genutzten Fläche tendiert Gen Null. Und auch Niederschlagswasser versickert auf einem Maisfeld so gut wie gar nicht.

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