Jugendliche informieren sich beim erfolgreichen Azubi-Speed-Dating im Hellweg Berufskolleg. (Foto: M.Herzberg@dortmund.ihk.de)

IHK-Umfrage: Mehr Ausbildungsverträge als 2018 – Duale Ausbildung wieder attraktiver

Jugendliche informieren sich beim erfolgreichen Azubi-Speed-Dating im Hellweg Berufskolleg. (Foto: M.Herzberg@dortmund.ihk.de)
Mit Aktionen wie hier dem Azubi-Speed-Dating in Unna wirbt die IHK regelmäßig für Ausbildungsverhältnisse in der Region. (Foto: M.Herzberg@dortmund.ihk.de)

Trotz der demografischen Entwicklung und der Studienneigung vieler junger Menschen zeigt sich der Ausbildungsmarkt in der Region auf sehr stabilem Niveau. Aktuell verzeichnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund mit 4.060 neuen Ausbildungsverhältnissen ein deutliches Plus von 3,1 Prozent bei den Verträgen (15. August 2018: 3.937). Damit setzt sich der positive Trend weiter fort, obwohl die Schülerzahlen weiter rückläufig sind. Im Gesamtjahr 2018 hatte die IHK einen Zuwachs von 2,8 Prozent (5.149) verglichen mit dem Vorjahr vermeldet.

„Junge Menschen sehen in der Beruflichen Ausbildung wieder öfter einen attraktiven Einstieg ins Berufsleben“, sagt Michael Ifland, IHK-Geschäftsführer für Berufliche Bildung. Zudem konnten mehr Abiturienten oder Studienabbrecher für eine duale Ausbildung gewonnen werden. „Wir sind deshalb zuversichtlich, auch 2019 wie in den Vorjahren die Marke von 5.000 neuen Verträgen zu erreichen. Die Entwicklung ist aber kein Selbstläufer, der Wirtschaft fällt es nach wie vor schwer, alle offenen Ausbildungsplätze zu besetzen“, betont Ifland und verweist auf die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten DIHK-Ausbildungsumfrage, an der auch 72 Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna teilgenommen haben.

Herausforderung für Betriebe bleibt groß

Die Herausforderung für die Unternehmen, dringend benötigten Nachwuchs an Fachkräften zu bekommen, bleibt groß. Während sich viele Unternehmen noch vor einigen Jahren Azubis auswählen konnten, sind es heute vielfach die Azubis, die sich das passende Unternehmen aussuchen: Mehr als jeder fünfte Ausbildungsbetrieb (22,6 Prozent) in der IHK-Region konnte seine angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen. In diesen Fällen lagen zumeist keine Bewerbungen vor (57 Prozent) oder aber der Azubi trat die Ausbildung nicht an (21 Prozent). Auf Bundesebene war es sogar fast jeder dritte Betrieb (32 Prozent), dessen Ausbildungsplätze verwaist blieben.

Wie hoch der Nachwuchsbedarf ist, zeigt auch der Blick auf die Übernahmequote. Gut drei Viertel der Betriebe (77,4 Prozent) im Westfälischen Ruhrgebiet wollen ihre Auszubildenden nach dem Abschluss übernehmen (bundesweit sind es 68 Prozent). Die vieldiskutierte Mindestausbildungsvergütung stellt keine echte Hürde für die Betriebe dar: Nur ein Prozent der Unternehmen würde sein Ausbildungsangebot deswegen reduzieren. Das gilt für die Region wie auch bundesweit.

Als Reaktion auf die sinkende Zahl an Bewerbern setzen die Betriebe in der IHK-Region auf neue Zielgruppen (61 Prozent), erweitern ihr Angebot an Praktikumsplätzen (44 Prozent) und verbessern ihr Ausbildungsmarketing (34 Prozent). Die Hälfte der Firmen ist zudem bereit, mehr zu bezahlen als tariflich vereinbart; fast jeder vierte Betrieb (38 Prozent) gewährt mehr Urlaub und unterstützt etwa mit ÖPNV-Tickets.

Um offene Ausbildungsstellen zu besetzen und die Integration zu unterstützen, bilden immer mehr Unternehmen Geflüchtete aus. Derzeit sind es in der IHK-Region 20 Prozent (auf Bundesebene 16 Prozent).

Ausbildungsumfrage, IHK

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