Holzwickeder beleidigt Polizeibeamten: 300 Euro für „Stück Dreck“

Glimpf­lich mit einer Geld­strafe und einer Ent­schul­di­gung ist ein 20-jäh­riger Holzwickeder davon gekommen, der sich gestern wegen Belei­di­gung vor dem Amts­ge­richt in Unna ver­ant­worten musste.

Der Holzwickeder war am 9. August vorigen Jahres auf dem Fahrrad mit seiner Clique in Dort­mund-Wickede unter­wegs und dort einer Poli­zei­streife auf­ge­fallen. Die Beamten erteilten der ganzen Gruppe ein Platz­verbot. Auf dem Weg nach Hause wollte der 20-Jäh­rige dann, wie er gestern sagte, an einem Kiosk ein paar Ziga­retten kaufen. Weil die Polizei ein Platz­verbot für den ganzen Orts­teil Wickede aus­ge­spro­chen hatte und der Holzwickeder sich dem mit seinem Kiosk­be­such wider­setzte, nahmen die Beamten ihn mit. Bei dieser Aktion soll der Holzwickeder, der min­de­stens 1,6 Pro­mille im Blut hatte, einen jungen Beamten als „Stück Dreck“ beschimpft und bedroht („Ich weiß, wo Dein Haus steht.“) haben.

Vor Gericht gab der 20-Jäh­rige gestern an, dass der Platz­ver­weis der Dort­munder Polizei gegen ihn völlig grundlos erteilt worden sei. Des­halb habe er sich unge­recht behan­delt gefühlt. Die Belei­di­gung sei „nicht so gemeint“ gewesen und ihm „so her­aus­ge­rutscht“.

Angeklagter ist Wiederholungstäter

Aller­dings wohl nicht zum ersten Mal. Denn der Holzwickeder ist nicht nur ein­schlägig vor­be­straft. Keine Woche nach dem Vor­fall in Dort­mund-Wickede hatte er sich schon wieder mit der Polizei ange­legt und sich eine Geld­strafe ein­ge­han­delt, weil er Poli­zei­be­amte mit „ACAB“ (All Cops Are Bastards) beschimpft hatte.

Da der Ange­klagte jedoch in geord­neten Ver­hält­nissen lebt, am Tattag ziem­lich betrunken war und sich gestern reu­mütig zeigte, stellte das Gericht das Ver­fahren unter zwei Bedin­gungen ein. Der 20-Jäh­rige Holzwickeder musste sich bei dem jungen Beamten ent­schul­digen, Was er mit den Worten tat: „Ich wollte mich ent­schul­digen. Das war nicht okay von mir und nicht ernst gemeint.“

Außerdem muss der Holzwickeder 300 Euro Geld­strafe zahlen. Die sollte er zunächst als Schmer­zens­geld an den jungen Beamten zahlen. Doch dieser lehnte das ab, weil er ver­meiden wollte, dass der Ange­klagte seine pri­vaten Per­so­nal­daten erhält. Die 300 Euro muss der Holzwickeder nun an Ärzte ohne Grenzen über­weisen.

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