Freundeskreis-Kulturreise unter dem Thema Jugendstil führte nach Nancy

Das Foto zeigt die Gruppe vor dem Renaissanceschloss Fléville bei Nancy (Foto: privat ).

Das Foto zeigt die Grup­pe vor dem Renais­sance­schloss Flé­vil­le bei Nan­cy
(Foto: pri­vat ).

Auch bei der 15. Kul­tur­rei­se des Freun­des­krei­ses Holzwicke­de-Lou­viers war fast alles ‚wie  gehabt’: Inner­halb weni­ger Tage war die Rei­se bereits im Früh­jahr aus­ge­bucht und die 56 Plät­ze ver­ge­ben. Dass dann doch nur 51 Teil­neh­mer die Rei­se antre­ten konn­ten, war plötz­li­chen Erkran­kun­gen, Unfäl­len und beruf­li­chen Ver­pflich­tun­gen geschul­det.

Nan­cy war zwar vor knapp 20 Jah­ren schon ein­mal Ziel der Holzwicke­der gewe­sen, das tat indes­sen dem erneu­ten Inter­es­se kei­nen Abbruch. Der zwi­schen­zeit­lich längst ver­kehrs­freie Sta­nis­las-Platz im Her­zen der loth­rin­gi­schen Stadt strahl­te zum Wochen­en­de in hell­stem Son­nen­schein und eine tem­po­rä­re Gar­ten­prä­sen­ta­ti­on sorg­te für Grün und vie­le Anre­gun­gen auf dem Platz, wäh­rend man in den angren­zen­den Cafés den „klei­nen Schwar­zen“ vor den schmucken Fas­sa­den des Rat­hau­ses genoss. Ken­nern gilt der Sta­nis­las-Platz als einer der schön­sten euro­päi­schen Plät­ze.

Ange­tre­ten hat­ten die Frank­reich­freun­de die Rei­se aber unter dem The­ma des „Jugend­stils“ und in zwei Stadt­rund­gän­gen und einer Stadt­rund­fahrt lern­ten sie in Klein­grup­pen die Archi­tek­tur die­ses vor dem 1. Welt­krieg ent­stan­de­nen Bau­stils ken­nen. Der flo­ra­le Stil beein­fluss­te aber auch die Male­rei und Innen­de­ko­ra­tio­nen und so war bereits der erste Abend in der ehr­wür­di­gen Bras­se­rie „Excel­si­or“ nicht nur ein kuli­na­ri­scher Genuss, son­dern auch ein Höhe­punkt mit histo­ri­schem Hin­ter­grund.

Teilnehmer backen Quiche Lorraine

Die Kuli­na­rik kommt auf den Kul­tur­rei­sen des Freun­des­krei­ses sowie­so nicht zu kurz: Bei die­ser Fährt mach­ten die Teil­neh­mer aber ganz neue Erfah­run­gen. Erst­mals muss­ten sie selbst zum Koch­löf­fel grei­fen und in einem Loth­rin­gi­schen Land­gast­haus selbst eine typi­sche Quiche Lor­rai­ne backen. Das brach­te nicht nur viel Spaß, auch die Erfol­ge konn­ten sich sehen las­sen: Anschlie­ßend wur­de zu Tisch gebe­ten.

Einen unge­wöhn­li­chen und bis­wei­len sehr pri­va­ten Ein­druck beka­men die Holzwicke­der auch beim Besuch des eher unbe­kann­ten Renais­sance­schlos­ses von Flé­vil­le. Die Eigen­tü­me­rin, Grä­fin Marie Char­lot­te de Lam­bel, führ­te die Grup­pe in sehr per­sön­li­cher Art durch die Räu­me des Schlos­ses, wel­ches einst der Ver­tei­di­gung Nan­cys dien­te und auch mit­tel­al­ter­li­che Bau­ele­men­te bis heu­te bewah­ren konn­te.

Besuch in Robert Schumans Wohnhaus

Der letz­te Rei­se­tag ende­te dann auf der Rück­fahrt mit einem wei­te­ren Höhe­punkt: In dem klei­nen Ort Scy bei Metz besuch­ten die Holzwicke­der das Wohn­haus von Robert Schu­man. Der Mit­be­grün­der der Euro­päi­schen Uni­on gerät neben Grö­ßen wie de Gaul­le und Ade­nau­er bis­wei­len in den Schat­ten, obgleich er der gedank­li­che Begrün­der der Mon­tan­uni­on war und spä­ter fran­zö­si­scher Außen­mi­ni­ster, der sich vehe­ment für die deutsch-fran­zö­si­sche Aus­söh­nung ein­setz­te. Das Wohn­haus, in dem er auch 77jährig starb, bot inter­es­san­te und sehr pri­va­te Ein­blicke in das beschei­de­ne Leben die­ses gro­ßen Euro­pä­ers.

Der Dank aller war Jochen Hake und sei­ner Frau Ute, die die Rei­se detail­reich orga­ni­siert hat­ten, am Ende der Rei­se sicher. Die Fra­ge, wann und wohin die 16.Kulturreise des Ver­eins füh­ren wird, wur­de unter­des­sen noch nicht beant­wor­tet.

 

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