Freilauffläche für Hunde am Oelpfad abgelehnt: Gemeinde fehlen die Ansprechpartner

Die Fläche rechts neben dem Vereinsgelände des TuS Elch am Wertstoffhof könnte nach Ansicht der SPD als Freilauffläche und Hundewiese geeignet sein. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die Fläche rechts neben dem Vereinsgelände des TuS Elch am Wertstoffhof sollte nach Ansicht der SPD eine Freilauffläche für Hunde werden. Die übrigen Fraktionen sprachen sich im Planungs- und Bauausschuss gestern auf Empfehlung der Verwaltung dagegen aus. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Die von der SPD beantragte Hundefreifläche am Oelpfad ist im Planungs- und Bauausschuss abgelehnt worden. Die Mehrheit der Fraktionen folgte mit dieser Entscheidung einer Empfehlung der Verwaltung.

Die Fläche, um die es geht, liegt in der Nähe des Wertstoffhofes und der Anlage des TuS Elch und ist als Grünland im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Planungsrechtlich hätten keine Bedenken gegen die Einrichtung einer Freilauffläche für Hunde gesprochen. Die Zulässigkeit von baulichen Anlagen, wozu auch Pkw-Parkplätze zählen, hätten indes geprüft werden müssen.

Auch Parksituation problematisch

Als problematisch wurde von der Verwaltung angesehen, dass es schon jetzt bei Rückstau oder Verladevorgängen im Wertstoffhof auch zu Rückstaus in der Zufahrtstraße kommt. Mit einer Hundewiese würde sich die Parksituation wohl noch problematischer gestalten.

„Wir selbst würden die Pflege einer solchen Hundewiese nur sehr ungern übernehmen.“

– Uwe Nettlenbusch (Fachbereichsleiter Technische Dienste)

Als größtes Problem wird seitens der Verwaltung aber angesehen, dass die einzelnen Zuständigkeiten für die Instandsetzung, den Betrieb, die Unterhaltung und Pflege einer Hundefreilauffläche vertraglich geregelt werden müssen, es aber keine verantwortlichen Ansprechpartner auf Seiten der Hundehalter gibt. „Wir selbst würden die Pflege einer solchen Hundewiese nur sehr ungern übernehmen“, räumt Fachbereichsleiter Uwe Nettlenbusch ein.

Mehrheitlich sahen es deshalb auch die Fraktionen im Ausschuss als wichtigste Voraussetzung für die Schaffung einer Freilauffläche an, dass sich vorher ein Verein gründet. Dieser Vorschlag war auch schon von Hundehaltern selbst gekommen, nachdem eine andere vorgeschlagene Freilauffläche in Opherdicke abgelehnt worden war.

Hundewiese


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (3)

  • Vorweg, ich habe mich als jemand, der ständig von Hundehaltern belästigt wird, in der Vergangenheit durchaus gegen eine solche Fläche in direkter Nähe zu meiner Joggingstrecke ausgesprochen.
    Aber was ich hier lese, finde ich dann doch ziemlich seltsam.

    Die Gemeinde hat also keine „Lust“, einem großen Teil seiner Bürger einen kleinen komfortsteigernden Erlebnisraum zur Verfügung zu stellen, weil sie keinen Bock auf die Pflege hat? Hier wohnen tausende Menschen, die die verschiedensten Steuern, Abgaben und Gebühren zahlen, die zu einem guten Teil auch bei der Gemeinde landen. Hiervon muss die Gemeinde ihre Pflichtaufgaben erledigen. Und auf ggf. zusätzliche (vergleichbar kleine) Aufgaben, die einfach mal für ziemlich viele Bürger den Lebenswert der Gemeinde erhöhen würden, hat die Verwaltung keine Lust? Sicherlich stehen nach Abarbeitung aller Pflichtaufgaben keine unbegrenzten Ressourcen zur Verfügung, um einfach mal etwas zu tun, dass die Gemeinde für ihre Bürger lebenswerter macht. Aber von mangelnden, finanziellen Mitteln lese ich hier ja auch gar nichts (abgesehen davon, dass diese Mittel wohl kaum so eng sein können, wenn man Vereinen ganze Grundstücke kostenlos zur Verfügung stellen kann.)
    Und was das Parken betrifft. Auch jetzt parken gelegentlich Spaziergänger und Gassigänger an der zuführenden Straße. Von dramatischen Rückstaus habe ich dort noch nichts bemerkt (bin aber auch nich 24 Stunden vor Ort, eher in den Abendstunden). Gelegentlich begegnen mir an der Stelle die den Wertstoffhof anfahrenden LKW. Konflikte mit parkenden Autos habe ich noch keine erlebt. Und soweit Autos dort widerrechtlich parken, könnte man ggf. auch konsequent entsprechende Strafzettel verteilen…., ach, ich vergaß, das Kontrollieren von Falschparkern ist ja auch eine von den Aufgaben, auf die die Verwaltung schon jetzt (auch im übrigen Straßenraum) keine „Lust“ hat, und es einfach sein lässt.
    Was für eine Einstellung der Gemeindeverwaltung zu den Interessen ihrer Bürger. Keine Lust, was zu tun! Ich bin fassungslos.

  • Ich habe mich zuerst auch über das Zitat geärgert. Aber…Herr Nettlenbusch ist wenigstens ehrlich. Andere Zuständige Personen würfeln aus, welches Gegenargument denn diesmal und nächstes Mal herhalten kann.
    Dieses null Bock/ interessiert uns nicht/ will sich nmd mit befassen spüren wir Hundehalter seit Jahren.

  • @Johanna danke von meiner Seite aus. Ich kenne deine Sorgen bzgl freilaufender Hunde, deren Kot etc. Das Statement hier ist echt grosses Kino. Danke.

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