Die beiden großen Lagerhallen des Logistikzentrums an der Schäferkampstraße sind vermietet. Wie der Investor gestern im Planungsausschuss erklärte, sind nicht mehr als ca. 20 Lkw-Bewegungen täglich zu erwarten. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)

Investor berichtet im Ausschuss: Etwa 20 Lkw-Bewegungen täglich durch neues Logistikzentrum

Die beiden großen Lagerhallen des Logistikzentrums an der Schäferkampstraße sind vermietet.  Wie der Investor gestern im Planungsausschuss erklärte, sind nicht mehr als ca. 20 Lkw-Bewegungen täglich zu erwarten. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Die beiden großen Lagerhallen des Logistikzentrums an der Schäferkampstraße sind vermietet. Wie der Investor gestern im Planungsausschuss erklärte, sind nicht mehr als ca. 20 Lkw-Bewegungen täglich zu erwarten. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Sein Auftritt wurde mit Spannung erwartet: Im Planungs- und Bauausschuss gestern (30.6.) informierte Markus Müller vom Investor Hilwood HWE Germany über das von dem Projektentwickler errichtete Logistikzentrum an der Schäferkampstraße und stellte sich den Fragen der Ausschussmitglieder.

Wie Markus Müller bestätigte, sind beide große Hallen inzwischen vermietet. Einer der Mieter ist Next Pharma, eines der führenden Pharma-Logistikunternehmen in der Region. Die andere Halle wird als Räderhotel genutzt, in dem Winter- oder Sommerreifen bis zur erneuten Umrüstung eingelagert werden. Immer mehr Autohäuser haben nicht mehr ausreichend eigene Lagerkapazitäten, um die Räder und Reifen ihrer Kunden einzulagern und greifen deshalb auf solche Räderhotels zurück.

Lkw können nicht Richtung Sölder Straße fahren

Von besonderem Interesse war natürlich das erwartete Verkehrsaufkommen durch das Logistikzentrum, zu dem der Investor auch noch ein Verkehrsgutachten vorlegen wird.  Markus Müller nahm die wichtigste Aussage gestern schon vorweg. Danach soll das erwartete Verkehrsaufkommen erstaunlich gering sein und lediglich ca. 20 Lkw-Bewegungen pro Tag ausmachen. An- und abfahren werden diese Lkw nahezu ausschließlich über die Schäferkampstraße, Chaussee in Richtung Autobahnen, wie der Sprecher erläuterte:  Schon aufgrund ihrer Bauweise hätten die Lkw gar „keine Chance durch das schwarze Loch“ in Richtung Sölder Straße und Ortsmitte zu fahren, so der Sprecher.

Die Frage nach einer Nutzung der Hallendächer für Photovoltaikanlagen beantwortete der Sprecher kurz und knapp mit einem Hinweis darauf, dass die Investoren allein „nach wirtschaftlichen Aspekten“ arbeiten und die Anlagen zur Solarstromgewinnung das Projekt verteuert und sich nicht gerechnet hätten. Einer der Mieter habe aber Interesse an einer solchen Anlage signalisiert. Die Dächer sind aber auch von der Statik nicht unbedingt für Photovoltaikanlagen geeignet.

Keine Empfehlung für autofreien Marktplatz

Im weiteren Verlauf der umfangreichen Tagesordnung sprachen sich die Fraktionen mehrheitlich gegen die Anträge des Bürgerblocks und der Grünen aus, den Marktplatz nach Fertigstellung des neuen Rat- und Bürgerhauses komplett autofrei zu halten. Die Verwaltung hatte dazu informiert, dass nach dem Bau des neuen Rathauses rein rechnerisch ein Defizit von rd. 51 Stellplätzen gäbe, das bauordnungsrechtlich über den rd. 300 m entfernt liegenden öffentlichen Parkplatz an der Hauptstraße 111 (Feme) ausgeglichen werden könnte.

Endgültig abgehakt ist das Thema damit aber noch nicht. Die übrigen Fraktionen hielten einen Empfehlungsbeschluss lediglich für verfrüht: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und auch der geplanten Cafeteria ließen noch keine klare Beurteilung der Situation zu. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, die Parksituation auf dem Marktplatz längerfristig zu prüfen und ein Parkkonzept zu erarbeiten.

Optimierung Radverkehrsführung wird geprüft

Von links aus der Allee kommende Radfahrer können nicht geradeaus weiter in Richtung Unterführung fahren. Die Verwaltung soll nun prüfen, welche Möglichkeiten der Optimierung es gibt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)
Von links aus der Allee kommende Radfahrer können nicht geradeaus weiter in Richtung Unterführung fahren. Die Verwaltung soll nun prüfen, welche Möglichkeiten der Optimierung es gibt. (Foto: P. Gräber – Emscherblog)

Auch zwei Anträge der CDU zum Radverkehr in der Gemeinde waren Thema in der Sitzung gestern: So fordert die CDU, die Radverkehrsführung aus der Allee in die Bahnhofstraße zu optimieren. „Für Fahrradfahrer gibt es keine sichere direkte Verbindung von der Allee kommend zur Unterführung“, Frank Markowski für die Antragsteller. Die Analyse der CDU ist durchaus richtig. Der Verwaltung und auch den übrigen Fraktionen fehlt allerdings die Fantasie, wie der Radverkehr sicher anders geführt werden könnte. Dennoch erhielt die Verwaltung einen Prüfauftrag. Wobei das Ergebnis bereits feststeht: Will man nicht alles lassen, wie es ist, käme nur eine Änderung der Ampelschaltung, der Beschilderung oder ein Umbau der ganzen Kreuzung in Betracht.

Schließlich erhielt die Verwaltung auf Antrag der CDU auch den Auftrag zu prüfen, welche Möglichkeiten es zu einer besseren Vernetzung der Radwegeverbindungen in der Gemeinde gebe. Für Heiterkeit sorgte Justus Scherding (Die Partei) mit seiner Stellungnahme, dass ihm beim Lesen des Antrag des CDU „der Kaviar in den Whirpool gefallen“ sei, weil ausgerechnet die CDU, die nicht einmal zwei Parkplätze für Fahrradständer zu opfern bereit war, diesen Antrag gestellt hat.

Logistikzentrum, PluBa, Radverkehr


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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