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Der Umweltausschuss hat noch einmal kleinere Änderungen an der Planung zur Erweiterung des Wertstoffhofes an der Friedrich-Ebert-Straße vorgeschlagen. In der nächsten Sitzung sollen dann erstmals die Gesamtkosten der Erweiterungsmaßnahme vorgestellt werden. (Foto: GWA Kreis Unna)

Erweiterung Wertstoffhof: Umweltausschuss beschließt finale Änderungen an der Planung

Der Umweltausschuss hat noch einmal kleinere Änderungen an der Planung zur Erweiterung des Wertstoffhofes an der Friedrich-Ebert-Straße vorgeschlagen. In der nächsten Sitzung sollen dann erstmals die Gesamtkosten der Erweiterungsmaßnahme vorgestellt werden. (Foto: GWA Kreis Unna)
Der Umweltausschuss hat noch einmal kleinere Änderungen an der Planung zur Erweiterung des Wertstoffhofes an der Friedrich-Ebert-Straße vorgeschlagen. In der nächsten Sitzung sollen dann erstmals die Gesamtkosten der Erweiterungsmaßnahme vorgestellt werden. (Foto: GWA Kreis Unna)

Im Umweltausschuss gestern Abend (27.11.) standen die geplante Erweiterung des Wertstoffhofes der GWA an der Friedrich-Ebert-Straße sowie drei Anträge der NABU Ortsgruppe Holzwickede im Fokus. Bei den Anträgen der Ortsgruppe, die aktuell 120 Mitglieder zählt, ging es um ein Konzept zum Schutz der Amphibien in der Gemeinde, die Schaffung einer Ökozelle auf einer gemeindlichen Fläche sowie eine Ausgleichsfläche in Hengsen.

Bei der Erweiterung des Wertstoffhofes muss noch die finale Planung abgestimmt werden. Nachdem das Konzept in der vorangegangenen Sitzung von der GWA vorgestellt worden war, hatten die Politik und Verwaltung noch einige Änderungen angeregt. So schlug der Bürgerblock vor, die Mitnahme von Kompost und Rindenmulch im Ausfahrtbereich des Wertstoffhof-Geländes anzusiedeln. Kunden könnten dann nach dem Entladen der Wertstoffe den Rindenmulch sofort einladen. Der geplante überdachte Grünschnittplatz wurde ebenfalls noch einmal verlegt. So kann die Zufahrt zum Gelände ebenso wie ein weiterer Baum erhalten werden. Der Vorschlag, eine Fläche zum ebenerdigen Abladen von Holz und Sperrmüll westlich der Tordurchfahrt zum Baubetriebshof anzulegen, wurde dagegen abgelehnt. Stattdessen soll der GWA nun eine Alternativfläche vorgeschlagen werden, die aber ebenfalls auf dem Baubetriebshofgelände liegt.

Der Ausschuss beschloss einstimmig, die GWA damit zu beauftragen, die Kosten für die Modernisierungsmaßnahme am Wertstoffhof zu ermitteln. Erst in der nächsten Sitzung sollen dann auch die Gesamtkosten der Erweiterung des Wertstoffhofes und damit die Auswirkungen auf die kommunalen Abfallgebühren vorgestellt werden.

Schutzkonzept für Amphibien wird zunächst nur geprüft

Der Amphibienschutzzaun an der Steinbruchstraße. Es werden noch Helfer gesucht, die sich bei Carsten Prünte melden können. (Foto: Thomas Griesohn-Pflieger - NABU)
Die Verwaltung prüft auf Antrag des NABU die Kosten eines Amphibienschutz-Konzeptes: ein von ehrenamtlichen Naturschützern aufgestellter Schutzzaun an der Steinbruchstraße. (Foto: Thomas Griesohn-Pflieger – NABU)

Mit ihrem ersten Antrag hatte die NABU Ortsgruppe die Aufstellung eines Schutzkonzeptes für Amphibien in Holzwickede beantragt. Den Antragstellern geht es darum, den Gesamtbestand der Amphibien-Population in der Gemeinde zu erfassen sowie um möglich Schutzmaßnahmen wie Schutzzäune, Kröten- und Kleintiertunnel, die bei Straßenneubauten zum Standard gehören sollten.

Der Ausschuss anerkannte den Schutzbedarf grundsätzlich an, beschloss aber zunächst einstimmig nur, die Kosten und Fördermöglichkeiten eines solchen Amphibienschutzkonzeptes sowie Unterstützungsmöglichkeiten durch die Biologische Station des Kreises Unna zu prüfen.

Mit einiger Verwunderung nahmen die Naturschützer die Aussage der Verwaltung zur Kenntnis, dass durch den Kreis Unna im Bereich der Steinbruchstraße die Aufstellung von Amphibienschutzzäunen veranlasst wird. „Davon hören wir zum ersten Mal“, wundert sich Griesohn-Pflieger. „Seit mehr als zehn Jahren stellen Ehrenamtlichen dort die Krötenschutzzäune auf.“

Geplante Öko-Zelle des NABU vertagt

Diese Luftaufnahme zeigt die Lage der gemeindlichen Fläche "Betzingers Hügel" (roter Pfeil) neben der Beachvolleyball-Anlage an der Freizeitanlage Schöne Flöte. Die NABU Ortsgruppe würde hier gerne eine Öko-Zelle einrichten. (Luftbild: Kreis Unna)
Diese Luftaufnahme zeigt die Lage der gemeindlichen Fläche „Betzingers Hügel“ (roter Pfeil) neben der Beachvolleyball-Anlage an der Freizeitanlage Schöne Flöte. Die NABU Ortsgruppe würde hier gerne eine Öko-Zelle einrichten. (Luftbild: Kreis Unna)

Außerdem möchte die NABU Ortsgruppe auf einer gemeindlichen Fläche östlich der Beachvolleyball-Anlage an der Freizeitanlage Schöne Flöte, dem sogenannten „Betzinger Hügel“, eine Öko-Zelle anlegen und hat deshalb die Genehmigung (mit Gestattungsvertrag) beantragt. Die Ortsgruppe würde dort gerne einen Lernort für Kinder und Erwachsene anlegen mit typischen Elementen, die in einer Agrar- und Siedlungsgesellschaft selten sind: etwa Beete mit insektenfreundlichen Pflanzen und Stauden, Totholzhaufen, Obstbäume usw. Auch die Pflege wollen die Naturschützer übernehmen. Ähnlich wie beim Refugium auf dem Marktplatz soll die Ökozelle mit einem Zaun umgeben werden, als Schutz gegen Vandalismus. „Das ist leider unbedingt notwendig“, erklärte Thomas Griesohn-Pflieger, der bereits Erfahrungen mit Öko-Zellen hat und auch eine viel beachtete bereits in Hattingen angelegt hat.

Die Verwaltung und der Ausschuss befürworteten zwar grundsätzlich das Ansinnen der Ortsgruppe, eine Ökozelle einzurichten. Allerdings kamen aus allen Fraktionen Bedenken, dass die Fläche an der Schönen Flöte dafür geeignet ist. Es gebe konkurrierende Nutzungsmöglichkeiten, wobei hier eine Waldkita der UKBS, die Nutzung durch Vereine oder Naherholungssuchende genannt wurde. Auch die geplante Umzäunung der Fläche gefiel nicht allen Fraktionen.

Als Konsequenz aus diesen Bedenken wurde der Tagesordnungspunkt nach kurzer Beratung abgesetzt. Alle Beteiligten wollen sich nun noch einmal zusammensetzen und sich mit dem NABU vor einer endgültigen Entscheidung abstimmen.

Beweidungsprojekt in Hengsen nur auf nötigster Ausgleichsfläche

Schließlich ging es um eine Ausgleichsfläche in Hengsen, mit der die Gemeinde Holzwickede die Erweiterung der Gewerbeflächen in Rausingen ausgleichen will. Die Verwaltung teilte dazu mit, dass dafür eine Fläche von 4,5 ha notwendig ist. Die NABU Ortsgruppe hat jedoch beantragt, die gesamte zusammenhängende Fläche von 7,5 ha zu nutzen und diese als naturnahes Weidegebiet aufzuwerten.  Der „Überhang“ von drei Hektar könnte als Flächenbevorratung in ein Ökokonto eingebracht werden. Dem NABU schwebt dabei eine Nutzung als „strukturreiche Viehweide mit Heckenumrandung und einzelnen Obstbäumen” vor. „Optimal wäre eine Ganzjahresbeweidung durch ,Robust-Rinder‘ in Ergänzung durch einige Pferde.“

Eine solche Nutzung konnten sich aber weder die Verwaltung noch die Fraktionen vorstellen, zumal die Fläche derzeit noch für voraussichtlich fünf Jahre verpachtet ist und damit Nutzungsbeschränkungen unterliegt. Einstimmig beschloss der Ausschuss deshalb, lediglich auf der notwendigen 4,5 ha großen Ausgleichsfläche das Beweidungsprojekt umzusetzen.  

NABU-Sprecher zeigt sich enttäuscht

Nach der Sitzung zeigte sich der Sprecher der NABU Ortsgruppe etwas enttäuscht. Thomas Griesohn-Pflieger hatte zuvor in der Fragestunde auf eine Zusammenarbeit als „Partner und Förderer der Natur“ gehofft und appelliert: „Naturschutz ist Daseinsvorsorge.  Wer seiner Verantwortung gerecht werden will, muss das Mögliche tun. Immer nur das Nötige zu tun, reiche nicht.“ Er glaubt: „Am Wertstoffhof hätte die Gemeinde die Chance gehabt, die GWA zu einem ökologischen Umbau zu bringen.“

Amphibienschutz, beweigung, Öko-Zelle


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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