Emscherkaserne: Bund sucht europaweit Investoren nach Vorgaben der Gemeinde

Die Verhandlungen über den Ankauf kann die Gemeinde erst Ende des Jahres aufnehmen: die ehemalige Emscherkaserne. (Foto: Peter Gräber)

Der Bund startet jetzt eine euro­pa­weite Suche nach Inve­storen für die ehe­ma­lige Emscher­ka­serne. (Foto: Peter Gräber)

Die Holzwickeder Ver­wal­tungs­spitzen um Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel waren am ver­gan­genen Freitag nach Mün­ster gereist, um mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­gaben (BImA) über die wei­tere Vor­ge­hens­weise bei der Umnut­zung der Emscher­ka­serne zu spre­chen. In diesem Gespräch machte der BImA-Ver­treter deut­lich, dass die 8,8 ha große Fläche jetzt euro­pa­weit für Inve­storen nach den pla­nungs­in­halt­li­chen Vor­gaben der Gemeinde aus­ge­schrieben werden muss, nachdem die Gemeinde auf ihr Vor­kaufs­recht ver­zichtet hat.

Um für alle Betei­ligten größt­mög­liche pla­nungs­recht­liche Sicher­heit zu erlangen, sollen die von der Gemeinde gewünschten Pla­nungs­in­halte sowie die Inhalte eines mit einem mög­li­chen Inve­stor abzu­schlie­ßenden städ­te­bau­li­chen Ver­trages mit in die euro­pa­weite Aus­schrei­bungen auf­ge­nommen werden.

Wir haben dem Ver­treter der BImA eine Prä­sen­ta­tion über­geben, aus der die Inhalte her­vor­gehen, die unser Rat beschlossen hat“, erklärt Ulrike Drossel. Im Wesent­li­chen waren das ein gleich großer Grün- und Bebau­ungs­an­teil (50:50), Ver­kehrs­in­fra­struktur sowie preis­wertes Bau­land für Fami­lien. „Die BImA wird nun den Grund­stücks­wert ermit­teln, der bei der Aus­schrei­bung erzielt werden muss.“

BImA will möglichst hohen Verkaufspreis erzielen

Wobei der BImA-Ver­treter keinen Zweifel daran gelassen habe, dass der Bun­des­fi­nanz­mi­ni­ster einen mög­lichst hohen Ver­kaufs­preis für das Kaser­nen­ge­lände erzielen will. „Ob das bei unseren Vor­gaben mög­lich ist, müssen wir mal abwarten“, meint Holzwickedes Bür­ger­mei­sterin. „Die BImA will aber langen Atem zeigen, wenn sich kein Inve­stor findet.“

Die BImA wird nun den Grund­stücks­wert ermit­teln, der bei der Aus­schrei­bung erzielt werden muss.“

Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel

Ich habe auch ange­fragt, ob die Gemeinde even­tuell eine Teil­fläche des Kaser­nen­ge­ländes erwerben kann, um dort sozialen Woh­nungsbau zu rea­li­sieren“, so Ulrike Drossel weiter. „Da das Ver­fahren schon seit zwei Jahren läuft ist das aus zeit­li­chen Gründen nicht mehr mög­lich“, habe der BImA-Ver­treter erklärt. Teil­ver­käufe seien zu Beginn des Ver­fah­rens noch nicht mög­lich gewesen.

Bei der Berück­sich­ti­gung des Ver­kaufs­preises sollte die BImA nach Ansicht von Ulrike Drossel berück­sich­tigen, dass die Gemeinde Holzwickede auf dem Bau­land auch Flä­chen für den sozialen Woh­nungsbau for­dert. Der Ver­kauf des gesamten Kaser­nen­ge­ländes liegt aller­dings allein in den Händen des Bundes (BImA). Alle kon­zep­tio­nellen Inhalte muss oder besser: kann die Gemeinde selbst mit den Inve­storen bespre­chen.

Gemeinde will UKBS ins Boot holen für Sozialwohnungen

Die Emscherkaserne aus der Vogelperspektive. (Foto: googlemaps.de)

Das 8,8 ha große Kaser­nen­ge­lände aus der Vogel­per­spek­tive. (Foto: googlemaps.de)

Bei dem von der BImA gewählten Ver­fahren dürfte die UKBS also zunächst außen vor sein. Nach Ansicht der BImA sollte die Gemeinde selbst mit einem spä­teren Inve­stor dar­über ver­han­deln, wie die UKBS ins Boot geholt werden kann. „Das ist für uns ein ganz wich­tiges Thema“, bestä­tigt Bür­ger­mei­sterin Ulrike Drossel. „Denn als Kom­mune haben wir natür­lich ein Inter­esse daran mit der UKBS zusam­men­zu­ar­beiten, weil die UKBS ja auch in den sozialen Woh­nungsbau im Kreis inve­stieren will.“

Das wei­tere Ver­fahren sieht vor, dass die BImA jetzt die euro­pa­weite Aus­schrei­bung des Kaser­nen­ge­ländes nach den inhalt­li­chen Vor­gaben der Gemeinde vor­be­reitet. Vor dem offi­zi­ellen Ver­fahren wird der Ent­wurf der noch einmal zuge­sandt, damit die Gemeinde eine inhalt­liche Abstim­mung vor­nehmen kann. Die BImA habe die Lie­gen­schaft für die Immo­bi­li­en­messe EXPO REAL gemeldet, so Ulrike Drossel. Des­halb wird das ganze Ver­fahren wahr­schein­lich erst Ende Oktober abge­schlossen sein. „Sollte sich kein Inve­stor finden, der den von der BImA fest­ge­schrieben Ver­kaufs­preis bereit zu zahlen ist, wird ent­weder das Kaser­nen­ge­lände nicht ver­kauft oder ein weites und auch drittes Mal aus­ge­schrieben, um mög­li­cher­weise doch noch einen für alle Seiten ver­tret­baren Preis zu erzielen“, so Ulrike Drossel.

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