Stellte die Eckdaten des Kreishaltes 2020 vor: Kreisdirektor und Kämmerer Mike-Sebastian Janke. (Foto: Kreis Unna)

Eckdaten Kreis-Etat 2020: Steuerkraft steigt, Zahllast auch

Stellte die Eck­daten des Kreis­haltes 2020 vor: Kreis­di­rektor und Käm­merer Mike-Seba­stian Janke. (Foto: Kreis Unna)

Die Steu­er­kraft ist für die Städte und Gemeinden stark gestiegen und zum ersten Mal seit Jahren haben alle zehn kreis­an­ge­hö­rigen Kom­munen mehr Geld zur Ver­fü­gung. Trotzdem bleibt der Kreis Unna struk­tu­rell unter­fi­nan­ziert – und zudem steigen die Aus­gaben, die der Kreis zur Erle­di­gung seiner Auf­gaben auf­wenden muss.

Die Steu­er­quellen spru­deln, das ist bemer­kens­wert positiv und ent­la­stet die Städte und Gemeinden“, sagt Kreis­di­rektor und Käm­merer Mike-Seba­stian Janke bei der Vor­stel­lung der Etat-Eck­daten für 2020. „Die wirt­schaft­li­chen Aus­sichten trüben sich aller­dings ein. Die ersten Früh­in­di­ka­toren weisen auf eine bevor­ste­hende Delle der Kon­junktur hin. Des­halb wird der Kreis weiter sorgsam haus­halten.“

Größtmögliche Rücksichtnahme

Bei der Auf­stel­lung des Haus­halts­planes 2020 ist es für den Käm­merer selbst­ver­ständ­lich „auf die Finanz­kraft der Städte und Gemeinden größt­mög­liche Rück­sicht zu nehmen.“ Und so plant der Kreis zum fünften Mal in Folge einen fik­tiven Haus­halts­aus­gleich, bei dem er die Ent­nahme von mehr als zwei Mil­lionen Euro aus der Aus­gleichs­rück­lage ein­rechnet.

Das Haus­halts­jahr 2018 schloss der Kreis mit einem Plus von gut 9,3 Mil­lionen Euro ab, das Eigen­ka­pital erhöht sich damit auf rund 34 Mil­lionen Euro. Für den Jah­res­ab­schluss 2019 wird aller­dings mit einem leichten Minus von 0,31 Mil­lionen Euro gerechnet.

Die Zahllast soll 2020 erstmals wieder steigen

Dreh- und Angel­punkt ist die soge­nannte Zahl­last der all­ge­meinen Kreis­um­lage, also das Geld, das die zehn kreis­an­ge­hö­rigen Kom­munen dem Kreis zur Erle­di­gung ihm über­tra­gener Auf­gaben über­weisen müssen. Ins­ge­samt sollen sie nach jet­ziger Pla­nung 265,5 Mil­lionen Euro in die Kreis­kasse zahlen. Das wären rund 11,6 Mil­lionen Euro mehr als im lau­fenden Haus­halts­jahr.

Der Kreis­haus­halt wird weiter geprägt von den Sozi­al­ko­sten. „Unsere Mehr­be­la­stungen sind nahezu aus­schließ­lich auf Effekte zurück­zu­führen, die wir nicht beein­flussen können“, ver­deut­licht Käm­merer Janke. „So ist zum Bei­spiel die Umlage des Land­schafts­ver­bands West­falen-Lippe (LWL) deut­lich gestiegen.“ Sie springt um rund 7,6 Mil­lionen Euro (2019: 101 Mil­lionen Euro) auf 108,6 Mil­lionen Euro (2020). Auch zur Finan­zie­rung sozialer Trans­fer­lei­stungen nimmt der Kreis mehr Geld in die Hand: Für 2020 wird mit ins­ge­samt 186,4 Mil­lionen Euro gerechnet. Das ist ein Plus von 3,2 Mil­lionen Euro gegen­über 2019.

Steigen werden auch die Per­so­nal­ko­sten beim Kreis (+5,9 Mil­lionen Euro). Geschuldet ist das vor allem Besol­dungs­an­pas­sungen, Tarif­er­hö­hungen und Zufüh­rungen zu Pen­sions- und Bei­hil­fe­rück­stel­lungen.

Kosten der Unterkunft sinken

Mehr Jobs, weniger Arbeits­lose: Das führt unterm Strich zu gerin­geren Kosten der Unter­kunft für Bezieher von Arbeits­lo­sen­geld II. Jah­re­lang war das der größte Posten im Haus­halt. Nun sollen die Aus­gaben auf rund 87,6 Mil­lionen Euro sinken (2019: 91 Mil­lionen Euro). „Dieser Erfolg ist auf die gute Arbeit des Job­cen­ters und der Wirt­schafts­för­de­rung zurück­zu­führen“, sagt der Kreis­di­rektor.

Kreis investiert in die Zukunft

Der Kreis will auch 2020 inve­stieren, und zwar in die Bil­dungs­in­fra­struktur. Den rund 30 Mil­lionen Euro an Inve­sti­tionen stehen circa 10,7 Mil­lionen Euro an Zuschüssen gegen­über. Rund sieben Mil­lionen Euro sollen in den Neubau des För­der­zen­trums Unna (im Bil­dungs­campus) fließen, wei­tere 5,6 Mil­lionen Euro in Anbau und ener­ge­ti­sche Sanie­rung der Karl-Brauck­mann-Schule in Holzwickede und 2,9 Mil­lionen in die Sanie­rung der Kreis­sport­halle I in Unna. Auch die Ver­kehrs­in­fra­struktur wird inve­stiert: Größte Posten sind hier die K40n Süd­ka­mener Straße in Kamen (3,1 Mil­lionen Euro) und die K23 in Frön­den­berg (Kes­se­bü­rener Weg, 1,7 Mil­lionen Euro).

Kreis-Etat


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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