Das bringt die Bürger auf: Straßen.NRW mäht Wildblumenwiese nieder

Straßen.NRW hat an den Auf- und Abfahrt zur A44 in Holzwickede zum wiederholten Male die Wildblumenwiesen niedergemäht. (Symbolfoto: pixabay)
Leiter Baubetriebshof: Bernd Hellweg. (Foto: P. Gräber – Emschjerblog)

Im Planungs- und Bauausschuss wurde die Aktion angesprochen und auch in den sozialen Medien Holzwickedes heiß diskutiert:  Entlang der Auffahrten von der Nordstraße zur A44 hat die Straßenmeisterei von Straßen.NRW die Wildblumenwiesen abgemäht, die von der Gemeinde ausgesät wurden.  Weil die Wildblumenwiesen nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Tummelplatz für Bienen und Insekten sind, wurde die Mahd heftig kritisiert.

Möglicherweise liegt es an mangelnden Absprachen zwischen dem Baubetriebshof und Straßen.NRW oder unklaren Zuständigkeiten, dass die Wildblumenwiese nun schon zum wiederholten Male niedergemäht wurde, hieß es im Ausschuss. Bernd Hellweg, der Leiter des Baubetriebshofes stellte heute auf Nachfrage klar: „Wir haben  jetzt sichergestellt, dass die Wildblumenwiese hoffentlich nicht noch einmal gemäht wird.“  

Es sei auch keineswegs so, dass die Gemeinde Flächen mit Wildblumen eingesät habe, die ihr gar nicht gehören. Die Grünstreifen entlang der Auf- und Abfahrten fallen „jeweils zur Hälfte in die Zuständigkeit von Straßen.NRW und der Gemeinde“.  Konkret gehöre an der Abfahrt zur Gemeinde der Grünstreifen in der Verlängerung zur Danziger Straße der Gemeinde und die Fläche rechts davon zu Straßen.NRW.  „Dieses andere Stück haben wir mit seinerzeit mit eingesät und Straßen.NRW auch eine kleine Mitteilung darüber gemacht“, so Bernd Hellweg.  

Baubetriebshof übernimmt Pflege

Umgekehrt hätte der Trupp von Straßen.NRW jetzt ungefragt das gemeindeeigene Stück mitgemäht. „Die lassen ja dann nicht einfach zehn Meter Wiese stehen. Sonst kriegen sie im Nachhinein womöglich noch Ärger“, zeigt Bernd Hellweg Verständnis für die Kolonne von Straßen.NRW. Es komme auch vor, dass sich Anlieger beschweren, wenn Grünflächen nicht richtig gemäht werden. Denn nicht immer wird eine Wildblumenwiese auch als solche erkannt. „Deshalb stellen wir auch schon Hinweisschilder auf, etwa oben an der Unnaer Straße.“

Holzwickedes Baubetriebshofleiter hat inzwischen auch persönlich Kontakt mit dem Leiter der zuständigen Straßenmeisterei in Bönen aufgenommen: „Wir haben vereinbart, dass wir diese Grünflächen künftig mitpflegen werden.“  Damit es demnächst wieder ordentlich summt und brummt auf den Grünflächen.


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Comments (2)

  • Und was mich als Bürgerin noch aufbringt: Das völlig unsinnige und unnötige Abmähen von (auch mit wertvollen Wildkräutern bewachsenen) Grünstreifen entlang von Rad- und Fußwegen in Holzwicke. Als Beispiel seien hier die Massener Str. und der Billmericher Weg genannt.
    Und hier wurden keineswegs bloß die zum Teil geringfügig auf die Wege überhängenden Grashalme abgemäht, die einem vielleicht beim Spaziergang am Bein entlang streifen, sondern auf Metersbreite der gesamte Streifen. Bürger sollen auf pflegeleichte Steingärten verzichten, Landwirte werden für Monokulturen gescholten, aber die öffentliche Hand vernichtet einfach so auf vielen Kilometern wertvollen Lebensraum für Insekten und Vögel. Ein schönes Beispiel dafür, dass die hehren Worte der Politik zum Artenschutz etc. eben nur Lippenbekenntnisse und leeres Gerede sind.

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