Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat seit Übernahme vom Gesundheitsamt insgesamt 400 Corona.Test im Kreis Unna durchgeführt. (Foto: Christian Daum - pixelio.de)

Corona-Fallzahlen steigen: Kreis verschärft Regeln für Feste, Schulen und Sport

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat seit Übernahme vom Gesundheitsamt insgesamt 400 Corona.Test im Kreis Unna durchgeführt. (Foto: Christian Daum - pixelio.de)
Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Unna steigt seit Tagen kontinuierlich an. Deshlab verschärft der Kreis jetzt die Corona-Regeln. (Foto: Christian Daum – pixelio.de)

Die Corona-Fallzahlen gehen schon seit einigen Tagen im Kreis Unna kontinuierlich nach oben. In den letzten sieben Tagen gab es im Kreis Unna nach eigenen Berechnungen 36,48 Fälle von Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Damit hat der Kreis die kritische 7-Tages-Inzidenzzahl (Neuerkrankungsrate) von 35 überschritten. Deshalb verschärft der Kreis nunmehr die Corona-Regeln. Über das weitere Vorgehen informierte Kreis-Gesundheitsdezernent Uwe Hasche heute (6. Oktober) Mittag im Rahmen einer Telefonkonferenz.

Danach wird die Obergrenze der Teilnehmerzahl an Festen von 150 auf 50 Teilnehmer reduziert. Betroffen sind Veranstaltungen wie Hochzeiten, Taufen, Geburtstage, die nicht in der eigenen Wohnung stattfinden. Die Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) gebe hier „die Obergrenze vor“, so Gesundheitsdezernent Uwe Hasche. Tenor hier: In diesen Zeiten sind Großveranstaltungen nicht mehr adäquat. Deshalb wird die Teilnehmerzahl reduziert. Ausnahmen sollen aber weiterhin möglich sein.

Unterricht nur in festen Klassenverbänden

Uwe Hasche ist der neue Ordnungsdezernent der Kreisverwaltung Unna. (Foto: Constanze Rauert - Kreis Unna)
Gesundheitsdezernent des Kreises: Uwe Hasche. (Foto: Constanze Rauert – Kreis Unna)

Auch in den Bereich der Schulen und Kindergärten will der Kreis eingreifen. So soll der Unterricht nur noch in festen Klassenverbänden bzw. Lerngruppen erfolgen. „Es macht eben einen Riesenunterschied, ob im Falle einer Infektion nur eine Klasse oder gleich eine ganze Jahrgangsstufe von Quarantänemaßnahmen betroffen ist“, begründet Uwe Hasche diesen Schritt. Im Kita-Bereich gelte Entsprechendes für die Lerngruppen. Außerdem empfiehlt der Kreis „eine durchgehende Maskenpflicht an weiterführenden Schulen“.

Auch für den Sportbereich wurden Überlegungen angestellt. Hier sollen Sportveranstaltungen wie Turniere mit mehr als zwei Mannschaften „besser nicht mehr stattfinden“, erklärt Hasche weiter. „Den normalen Spielbetrieb wollen wir allerdings nicht einschränken.“

Mit Blick auf die Herbstferien in der kommenden Woche, so der Gesundheitsdezernent, handelt es sich bei den genannten Verschärfungen „um durchaus vertretbare Maßnahmen“.

Bisher nur „dringende Empfehlung“

Während die Obergrenze für Feste durch die CoronaSchVo vorgegeben ist, handelt es sich bei den übrigen genannten Maßnahmen bisher (noch) „um dringende Empfehlungen“ des Kreises Unna, wie Uwe Hasche erläuterte. Dass die Maßnahmen zur Stunde noch nicht über eine geplante Allgemeinverfügung verbindlich vorgeschrieben werden können, hat lediglich formale Gründe.  Aufgrund von technischen Übermittlungsfehlern weicht die vom Kreis Unna selbst errechnete Inzidenzzahl (36,49) von der vom Robert-Koch-Institut (RKI) genannten Zahl der Neuinfektionen seit einigen Tagen leicht ab.

„Wir gehen allerdings davon aus, dass unsere eigenen Zahlen maßgeblich sind.“

Uwe Hasche (Gesundheitsdezernent)

„Wir gehen allerdings davon aus, dass unsere eigenen Zahlen maßgeblich sind“, betont der Kreis-Gesundheitsdezernent. Diese Unstimmigkeit in den Zahlen hat aber den gesetzlich vorgesehenen Abstimmungsprozess vor einer behördlichen Anordnung der Maßnahmen verzögert. „In diesem Abstimmungsprozess mit der Bezirksregierung befinden wir uns gerade“, so Uwe Hasche. „Ich hoffe, dass wir ihn heute noch abschließen können.“ Dann sollen die bislang nur „dringenden Empfehlungen“ noch im Laufe des Tages mit einer behördlichen Allgemeinverfügung verbindlich vorgeschrieben werden.

Corona, Regeln


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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