Bürgermeisterin Ulrike Drossel in Louviers: Partnerschaft mit viel Potenzial

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Empfang in Louviers:, v.l. Jochen Hake (Freundeskreis), Ulrike Drossel und Francois Priollaud sowie Annick Libéral (FAFA-Präsidentin)

Annick Libéral ist Vorsitzende des Verbandes der Deutsch-Französischen Gesellschaften in Frankreich (FAFA) mit Sitz in Paris. Mit ihr trafen am vergangenen Wochenende (9./10.4.) Ute und Jochen Hake vom Freundeskreis Holzwickede-Louviers in der Partnerstadt Louviers zusammen. Auf Vermittlung von Jochen Hake war es zum Besuch der erst im Herbst in Düsseldorf gewählten früheren Schulleiterin des einzigen deutsch-französischen Gymnasiums in Frankreich gekommen. Annick Libéral traf dabei nicht nur auf die Vertreter des Holzwickeder Freundeskreises, sondern auch auf den Vorstand des Comité de Jumelage aus Louviers mit Gérard Lefébure und Ninette Blanluet an der Spitze. Und es war eine zufällige, aber nicht unwillkommene Fügung, dass gleichzeitig auch Holzwickedes Bürgermeisterin Ulrike Drossel ihren Antrittsbesuch beim Louvierser Bürgermeister Francois Priollaud unternahm.

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Der Louvierser Bürgermeister Francois Priollaud r.) überreichte Ulrike Drossel als Gastgeschenk ein Aquerell mit einer alten Stadtansicht von Louviers. Foto: privat)

So ergab sich unter allen eine angeregte Gesprächsrunde rund um die deutsch-französische Städtepartnerschaften und die Zivilgesellschaft auf beiden Seiten. Die FAFA-Vorsitzende erläuterte die Möglichkeiten, die ihr Dachverband den Louviersern bei Antragstellungen gegenüber der EU und dem Jugendwerk bieten könne. Gleichzeitig wurden neue Initiativen diskutiert wie das Heranführen an die Sprache des anderen bereits im Grundschulalter. Neue Wege wolle man auch beim gemeinsamen Bundeskongress im Oktober beschreiten, wo vom Deutsch-Französischen Jugendausschuss ein intergenerationelles Forum in Chambéry vorbereitet wird.

Antrittsbesuch der Bürgermeisterin in Louviers

Libérals Vorstellungen gehen indessen weiter: Gerade in den Kommunen, die zwar über Städtepartnerschaften verfügen, in denen  sich aber bislang keine Vereine als bürgerschaftliche Träger dieser Partnerschaften gebildet haben, soll man eine Öffnung vorantreiben und entsprechende Bemühungen unterstützen, Partnerschaftsvereine neu zu gründen. Holzwickede, so Annick Libéral, sei mit dem Freundeskreis ein ausgezeichnetes Beispiel für solch ein umfassendes Angebot an viele Gruppen in der Bürgerschaft.

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Ulrike Drossel revanchierte sich mit einem Präsentkorb, gefüllt mit Spezialitäten aus dem Ruhrgebiet und Westfalen. Foto: privat)

Der Besuch in Louviers stieß bei den französischen Gastgebern auf dankbares Interesse. Jochen Hake nutzte für den Freundeskreis die Gelegenheit, die Präsidentin des französischen Bundesverbandes zum Besuch nach Holzwickede einzuladen. Und dieser Besuch soll in nicht zu weiter Ferne dann auch stattfinden.

Holzwickedes Bürgermeisterin Ulrike Drossel, die mit der für Städtepartnerschaften in der Verwaltung beauftragte Antje König-Krämer nach Louviers gereist warm zeigte sich nach ihrem Antrittsbesuch von der französischen Partnerstadt sichtlich beeindruckt. „Unser Empfang am Freitag abend im Ratssaal von Louviers und die Begrüßung durch Bürgermeister Francois Priollaud  und Gérard Lefébure war sehr herzlich und freundlich“, so Ulrike Drossel. „Wir hatten als Gastgeschenk  einen schönen Präsentkorb mitgebracht und wurden dann selbst geschenkt mit einem original Aquarellbild“, freut sich Ulrike Drossel.

Führung durch Museum und Bibliothek

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Vom Einzelhandelsangebot in Louviers zeigten sich Ulrike Drossel (r.) und Antje König-Krämer (2.v.r.), hier mit Ute und Jochen Hake (l.) bei einem Besuch in einem Geschäft mit Käsespezialitäten, beeindruckt. (Foto: privat)

Die Eindrücke, die sie am Samstag bei ihrer Rundreise mit ihrem französischen Amtskollegen in der Partnerstadt gewinnen konnte, seien „sehr intensiv und beeindruckend“ gewesen. Besonders angetan zeigten sich Ulrike Drossel und Antje König-Krämer von dem an das Rathaus angrenzenden Museum und einer Führung durch die gerade erst im Aufbau befindliche Ausstellung impressionistischer Portraits und einen Bummel mit Francois Priollaud über den Wochenmarkt und durch Einzelhandelsgeschäfte rundum. „Dabei hat sich gezeigt, dass auch mein französischer Amtskollege ein sehr bürgernaher Bürgermeister ist, der bei unserem gemeinsamen Rundgang ständig angesprochen wurde.“ Was Ulrike Drossel auffiel: „Die Händler in Louviers probieren viel aus. Und wenn etwas mal nicht so klappt, stellen sie sofort um.“  Auch die Infrastruktur in Louviers sei beeindruckend, so Drossel, die das ganzjährig geöffnete privat betriebene Schwimmbad von Louviers mit seinen sechs Becken, Sauna und Wellness- und Fitnessbereich ebenso besuchte die auch architektonisch imposante Bibliothek von Louviers, die in einer alten Industriehalle untergebracht ist, „Wir waren dort um 16 Uhr und es herrschte noch großer Andrang“, staunte Holzwickedes Bürgermeisterin. Aber nicht nur die Größe, Besucherzahl und Anzahl der Medien beeindruckte Ulrike Drossel – auch die personelle Besetzung: Insgesamt sind bei der französischen Partnerstadt 400 Mitarbeiter beschäftigt – mehr als doppelt so viele wie in Holzwickede.

Holzwickedes Bürgermeisterin von Louviers beeindruckt

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Wenn die Chemie stimmt, gibt es auch keine Angst vor Misstönen: Drum-Session von Bürgermeisterin Ulrike Drossel und ihrem französischer Amtskollegen Francois Priollaud in der Musikschule Louviers. (Foto: privat)

Die Chemie zwischen den beiden ersten Bürgern der beiden Partn4estädte scheint jedenfalls zu stimmen. Das zeigte sich auch in der Musikschule von Louviers, wo sich Ulrike Drossel und Francois Priollaud spontan an zwei Schlagzeuge setzten und sich gegenseitig etwas trommelten. „Zum Glück waren nicht viel Zuhörer dabei“, schmunzelt Ulrike Drossel selbstkritisch. Auch ein erstes einsames Projekt haben die beiden schon fest verabredet: Bürgermeister Francois Priollaud  wird auf dem nächsten Weihnachtsmarkt in Holzwickede gemeinsam mit seiner Holzwickeder Amtskollegin an einem Stand Würstchen grillen. Und auch vor der offiziellen Feier der 40-jährigen Partnerschaft im Herbst nächsten Jahres soll es noch einen Gegenbesuch des Louvierser Bürgermeisters geben. „Da werden wir noch nähere Einzelheiten besprechen.“

Gerade im Jugendbereich müsse der europäische Gedanken stärker gefördert werden, war sich Ulrike Drossel mit ihrem französischen Amtskollegen einig. „Darum wollen wir auch den Schüleraustausch weiter fördern und versuchen, den Jugendaustausch, den es vor einigen Jahren mal zwischen unseren Partnerstädten sowie der englischen Partnerstadt Weymouth and Portland gab,  wieder aufleben zu lassen.“ Auch einen Austausch von Auszubildenden auf Verwaltungsebene hält Ulrike Drossel für vorstellbar.  Mit großer Freunde und Überzeugung, kündigt Ulrike Drossel an, werde sie in ihrer Amtszeit die europäischen Partnerschaften unterstützen und deren Projekte fördern: „Denn ich habe ja jetzt gesehen, wieviel Potenzial darin steckt.“

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Dipl.-Journalist

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