Ausgetrickst und veräppelt: Holzwickedes Hundehalter sind sauer

Holzwickedes Hundehalter sind sauer. Nicht darüber, dass ihr Antrag auf eine Freilauffläche für Hunde abgelehnt wurde, sondern auch wie mit ihnen umgegangen worden ist. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de).

Holzwicke­des Hun­de­hal­ter sind sau­er. Nicht allein dar­über, dass ihr Antrag auf eine Frei­lauf­flä­che für Hun­de abge­lehnt wur­de, son­dern auch wie dabei mit ihnen umge­gan­gen wor­den ist. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de).

Nach­dem die Gemein­de den Bür­ger­an­trag auf Ein­rich­tung einer Frei­lauf­flä­che für Hun­de abge­lehnt hat­te, war es zunächst ruhig gewe­sen um die Antrag­stel­le­rin­nen Bian­ca Rie­del, Jen­ni­fer Horst und Eli­sa­beth Wil­lecke. Sie füh­len sich von der Gemein­de aus­ge­trickst und „ver­äp­pelt“. Bian­ca Rie­del mel­det sich jetzt mit einem offe­nen Brief beim Bei­ge­ord­ne­ten der Gemein­de, Bernd Kasisch­ke, und bit­tet dar­in drin­gend um Erklä­run­gen.

Bereits nicht nach­voll­zie­hen kön­nen die drei genann­ten Antrag­stel­le­rin­nen, dass sie nicht zu der ent­schei­den­den Rats­sit­zung am 23. Novem­ber vori­gen Jah­res ein­ge­la­den wur­den. Als Antrag­stel­le­rin­nen hät­ten sie natür­lich ger­ne ihren Antrag noch ein­mal begrün­det und eine Stel­lung­nah­me zu den Bera­tun­gen abge­ge­ben, wie es im All­ge­mei­nen auch üblich ist. Der Grund: Die Post der Gemein­de an die drei Antrag­stel­le­rin­nen war schlicht­weg falsch adres­siert. „Dabei sind wir kor­rekt beim Ein­woh­ner­mel­de­amt erfasst und unse­re Hun­de sind auch zur Streu­er ange­mel­det“, wun­dert sich Bian­ca Rie­del. Ein Schrei­ben des Bei­ge­ord­ne­ten vom 20. März sei dann bei einer der Antrag­stel­le­rin­nen erneut erst eine Woche spä­ter ein­ge­trof­fen, weil die Adres­se nicht stimmte.„Da drängt sich uns doch förm­lich der Gedan­ke auf, dass auch mit der Prü­fung der Adres­sen unse­rer Unter­schrif­ten­samm­lung womög­lich etwas nicht kor­rekt gelau­fen sein könn­te…“

Da drängt sich uns doch förm­lich der Gedan­ke auf, dass auch mit der Prü­fung der Adres­sen unse­rer Unter­schrif­ten­samm­lung womög­lich etwas nicht kor­rekt gelau­fen sein könn­te…“

Kom­men­tar der drei Antrag­stel­le­rin­nen zur wie­der­holt fal­schen Adres­sie­rung ihrer Post durch durch Gemein­de

Abge­se­hen davon habe auch „der Umgang mit den Antrag­stel­le­rin­nen sehr zu wün­schen übrig gelas­sen“, so Bian­ca Rie­del wei­ter. Die Ver­wal­tungs­spit­ze habe nicht ein ein­zi­ges Mal nach der genann­ten Rats­sit­zung Kon­takt zu ihnen auf­ge­nom­men und auch dass ihr Bür­ger­an­trag abge­lehnt wor­den sei, „haben wir aus der Pres­se erfah­ren müs­sen“.  Dabei hät­ten sich die Antrag­stel­le­rin­nen vor der Rats­sit­zung „durch­aus kom­pro­miss­be­reit“ gezeigt. „Wir hät­ten uns einen Orts­ter­min gewünscht, bei dem wir unse­re Vor­stel­lun­gen hät­ten erläu­tern kön­nen“, so Rie­del. „Das hät­te auch noch­mals dazu geführt, von den 400 m2 abzu­rücken und die nöti­ge Beschaf­fen­heit der gewünsch­ten Flä­che genau­er zu fest­zu­hal­ten. Auch dass die Gemein­de den kom­plet­ten Zaun finan­ziert haben wir nicht unbe­dingt erwar­tet. Viel­mehr woll­ten wir dafür Spon­so­ren suchen.“

Antragstellerinnen fühlen sich „veräppelt“

Bürgermeisterin Ulrike Drossel und der 1. Beigeordnete Bernd Kasischke nehmen die 895 Unterschriften von Bianca RFiedel, Elisabeth Willecke und Jennifer Host entgegen. (Foto: P. Gräber - Emscherblog.de)

Bian­ca Rie­del, Eli­sa­beth Wil­lecke und Jen­ni­fer Horst  (v.l.) bei Über­ga­be ihrer Unter­schrif­ten­li­ste an Bür­ger­mei­ste­rin Ulri­ke Dros­sel und den Bei­ge­ord­ne­ten Bernd Kasisch­ke. (Foto: P. Grä­ber — Emscherblog.de)

Dass sich „kei­ne pas­sen­den Grund­stücks­flä­chen in Gemein­de­be­sitz befin­den“, die sich für eine Frei­lauf­flä­che eig­nen, wie der Bei­ge­ord­ne­te den Antrag­stel­le­rin­nen dann in einem Schrei­ben vom 20. März mit­teil­te, sei nicht rich­tig, wider­spre­chen die Antrag­stel­le­rin­nen. „Wir hat­ten ja meh­re­re in Gemein­de­be­sitz befind­li­che, auch schon ein­ge­zäun­te Flä­che vor­ge­schla­gen in unse­rem Antrag“, so Bian­ca Rie­del, dar­un­ter den recht klei­nen Bolz­platz am Schot­ter­park­platz an der Mon­tan­hy­drau­lik­stra­ße, der nicht mehr zum Bol­zen genutzt wird und dem nur noch eine Tür feh­len wür­de, oder auch der ehe­ma­li­ge Jobo­xer-Platz in Opher­dicke.

Zu letz­te­rem Vor­schlag hieß es zunächst, die neue Feu­er­wa­che kön­nen dann bei Bedarf nicht mehr erwei­tert wer­den und lau­te­te die Aus­kunft, dass dort Aus­gleichs­pflan­zun­gen vor­ge­nom­men wer­den sol­len“, wun­dern sich die Antrag­stel­le­rin­nen. „Müs­sen Aus­gleichs­pflan­zun­gen ein­ge­zäunt sein?  Behin­dern die­se nicht erst recht einen etwai­gen Aus­bau der Feu­er­wa­che?“ Bei sol­chen Argu­men­ten „kommt man sich schon mehr als ver­äp­pelt vor“, so die  die Antrag­stel­le­rin­nen.

Gar nicht berück­sich­tigt wur­de bei der Ent­schei­dung, dass die Antrag­stel­le­rin­nen sogar ein wei­te­res Gewer­be, näm­lich einen Hun­de­trai­ner samt Trai­nings­be­trieb und -gelän­de, in Opher­dicke hät­ten eta­blie­ren kön­nen, so dass auch wie­der Geld in die Gemein­de­kas­se zurück­ge­flos­sen wäre. Auch mit die­sem Hun­de­trai­ner, der sogar bereit gewe­sen wäre, sich per­sön­lich um die Frei­lauf­flä­che zu küm­mern, wur­de kein Kon­takt auf­ge­nom­men.

Nur der Pres­se haben die Antrag­stel­le­rin­nen ent­neh­men kön­nen, dass von der Gemein­de nur nach Flä­chen mit einer Grö­ße von 400 m2 Aus­schau gehal­ten wur­de. „Uns erschließt sich nicht, wes­halb Sie sich auf die­se 400 m2 beschränkt haben, da wir in der Rats­sit­zung am 23.11.2017 uns doch mit sämt­li­chen Anwe­sen­den einig waren, dass eine sol­che Flä­che gar nicht aus­rei­chend sein wür­de“, schrei­ben die Antrag­stel­le­rin­nen und bit­ten auch dazu um eine schrift­li­che Stel­lung­nah­me bis zum 10. April.

Freilaufmöglichkeiten weiter eingeschränkt

Ihren offe­nen Brief schlie­ßen die Antrag­stel­le­rin­nen mit einer Anfra­ge, die auch noch ein­mal das Dilem­ma der Hun­de­hal­ter in Holzwicke­de ver­deut­licht: Seit 1. April herrscht wie­der die all­jähr­li­che offi­zi­el­le Brut- und Setz­zeit, die bis Mitte/Ende Juli dau­ert.  In die­ser vier­mo­na­ti­gen Brut- und Setz­zeit sind die ohne­hin schon stark ein­ge­schränk­ten Frei­lauf­mög­lich­kei­ten für Hun­de noch wei­ter ein­ge­schränkt. „So ist der Wald, in dem sich Hun­de ohne­hin nur auf den Wegen bewe­gen dür­fen, in die­sen vier Mona­ten grund­sätz­lich für Hun­de gesperrt“, so Bian­ca Rie­del. „Auch auf den Wie­sen und Fel­dern haben wir unse­re Hun­de ange­leint zu füh­ren mit Rück­sicht­nah­me auf die Wild­tie­re. Schließ­lich möch­ten wir nicht, dass unse­re Hun­de ein Reh­kitz auf­stö­bern, eine Ricke beschnup­pern oder ein Wild­ka­nin­chen­ba­by beschnup­pern, das dann nicht mehr ange­nom­men wird.“

Die Antrag­stel­le­rin­nen for­dern die Gemein­de­spit­ze des­halb auf, ihnen exakt die Berei­che in der Gemein­de Holzwicke­de zu nen­nen, in wel­chen sie ihre Hun­de in den näch­sten vier Mona­ten Frei­lauf gewäh­ren dür­fen, ohne gegen irgend­wel­che Bestim­mun­gen auch in Hin­blick auf das auf das Jagd- und Forst­recht zu ver­sto­ßen. „Offen­bar scheint es ja sol­che Flä­chen zu geben, wie Sie selbst in der Rats­sit­zung und in diver­sen per­sön­li­chen Gesprä­chen uns gegen­über äußer­ten“, schließt der offe­ne Brief an den Bei­ge­ord­ne­ten. „Wo genau befin­den sich die­se Flä­chen?“

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visage

Dipl.-Journalist

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