Die Auenlandschaft (Foto) am Krummen Weg, eigentlich ein Regenrückhaltebecken, soll von Bewuchs befreit und erweitert werden. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

Anwohner am Krummer Weg fürchten nächsten Starkregen: Erweiterung der Auenlandschaft dauert noch Jahre

Die Auenlandschaft (Foto) am Krummen Weg, eigentlich ein Regenrückhaltebecken, soll von Bewuchs befreit und erweitert werden. (Foto: Gemeinde Holzwickede)
Die Auenlandschaft (Foto) am Krummen Weg, eigentlich ein Regenrückhaltebecken, war von Anfang an klein dimensioniert und obendrein mit Bewuchs zugewuchert. (Foto: Gemeinde Holzwickede)

In der Bürgerfragestunde des Umweltausschusses meldete sich gestern Tobias Brinkmann im Namen der Anwohner Krummer Weg 11-17 zu Wort. Als Betroffener des jüngsten Starkregenereignisses wollte Brinkmann wissen, wann die versprochene Erweiterung der Auenlandschaft erfolgt und warum es dabei zu Verzögerungen kommt? Die Antwort der Gemeinde dürfte wenig zur Beruhigung der Anlieger beitragen.

 Der Anwohner erklärte, dass die betroffenen Anwohner in ständiger Sorge vor dem nächsten Starkregen und damit auch der nächsten Überschwemmung ihrer Häuser lebten. Gleichzeitig drückte Tobias Brinkmann sein Unverständnis über die bisherige Situation aus.

Viele Fragen im Umweltausschuss

Der Starkregen sorgte am 14. Juli für eine Überflutung des Krummen Weges. Welche Gegenmaßnahmen die Gemeinde ergreifen will, war Thema im Planungs- und Bauausschuss gestern. (Foto; Gemeinde Holzwickede)
Der Starkregen sorgte am 14. Juli für eine Überflutung der Straße Krummer Weg und des Baugebietes dort. (Foto; Gemeinde Holzwickede)

Zumal die grundsätzliche Problematik einer unzureichenden Entwässerung und Überschwemmungsgefahr im Bereich Krummer Weg, einem der tiefsten Punkte der Gemeinde, schon viel länger bekannt. Wie die Anwohner inzwischen in Erfahrung gebracht haben, war der jüngste Starkregen auch nicht die erste Überschwemmung in ihrem Wohngebiet, das an einem der tiefsten Punkte der Gemeinde liegt. Noch vor dem Bezug ihrer Häuser habe es schon einmal eine Überschwemmung gegeben. Deshalb seien nachträglich noch Rückstauklappen in das Abwassersystem eingebaut worden. Als Folge davon kommt es zwar nicht mehr bei jedem größeren Regen zu einer Überschwemmung ihrer Häuser. Es fließt aber auch kein Abwasser mehr ab, sodass die Anwohner bei heftigem Regen nicht mehr die Dusche, Waschmaschine nutzen oder anderes Abwasser produzieren können.

Auch die Fettproblematik in der Abwasserkanalisation sei lange bekannt. Sichtbares Indiz seien die fest verschweißten Kanaldeckel, die es außer im Bereich Krummer Weeg nirgendwo sonst in der Gemeinde gibt. Dass von einem Anrainer eingeleitete Fett sorge dafür, dass die Kanalisation der Häuser am Krummer Weg regelmäßig mit Fett verstopft.

 Auch die Notfallhilfe, die von der Gemeinde bereitgestellt wurde, sei völlig unzureichend. Die 40 von der Gemeinde bereitgestellten Sandsäcke reichten überhaupt nicht aus: Rein rechnerisch sind das nur zwei Säcke pro Haustür.

Konkret fragten die Anwohner nach, ob es nicht möglich sei, den Durchlauf im Natorper Bach zu erweitern, um so eine zusätzliche Entlastung über das neu geschaffene Regenrückhaltebecken an der Stehfenstraße zu schaffen?

Gemeinde bietet Ortstermine an

Für die Gemeindeverwaltung antwortete  Bernd Hellweg auf die Fragen des Anwohners. Bei der wichtigsten Frage, wann mit der Erweiterung der Auenlandschaft begonnen wird, musste Hellweg allerdings passen.  Er wies darauf hin, dass die Gemeinde nicht Herr des Verfahrens ist. „Wenn alles gut geht, können wir in der letzten Sitzung des Jahres im Dezember einen Beschluss fassen“, so Hellweg. Bis zur Baumaßnahme könne sich dann noch einmal eineinhalb Jahre dauern. „Das mag Ihnen lange vorkommen, aber normalerweise dauern solche Verfahren mindestens drei Jahre.“

„Das mag Ihnen lange vorkommen, aber normalerweise dauern solche Verfahren mindestens drei Jahre.“

– Bernd Hellweg

Hellweg räumte ein, dass die bereitgestellten Mittel zur Soforthilfe nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ seien. Welche weiteren Mittel zur Verfügung gestellt werden können, „beraten wir am besten bei einem Termin vor Ort“, bot Hellweg den Anwohnern an. Das gelte auch für konkrete technische Fragen. Nur die Frage nach dem Durchlass am Natorper Bach beantwortete Bernd Hellweg sofort: „Der Durchlass zum Natorper Bach ist nicht erweiterbar, der ist ganz bewusst verschlossen worden.“

Konkret ging Hellweg auch auf das Fettproblem ein. „Das ist bekannt. Hier arbeiten wir auch gemeinsam mit dem Verursacher an Lösungen.“ Sollten durch die „Verfettung“ der Kanalisation Kosten für die Anlieger entstanden sein, „informieren Sie uns bitte darüber, indem sie die Rechnungen an uns weiterreichen“.  

Schließlich bot Bernd Hellweg  den Anliegern am Krummer Weg an: „Wenn Sie Fragen haben, steht meine Tür immer für Sie offen.“

Fragestunde, Krummer Weg, Umweltausschuss


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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