Petra Meissner-Lerch vor dem Atriumhaus in der Louviersstraße, in dem ihr fast 90 Jahre alter Vater wohnt. Am Wochenende fielen plötzlich Heizung, Warmwasser, Aufzug und Strom, in der Wohnanlage aus. Einen funktionierenden Notdienst gab es nicht. (Foto:P. Gräber - Emscherblog)

Albtraum im Alloheim Betreutes Wohnen Atriumhaus: Heizung und Wasser kalt, Strom und Aufzug ausgefallen

Petra Meissner-Lerch vor dem Atriumhaus in der Louviersstraße, in dem ihr fast 90 Jahre alter Vater wohnt. Am Wochenende fielen plötzlich Heizung, Warmwasser, Aufzug und Strom, in der Wohnanlage aus. Einen funktionierenden Notdienst gab es nicht. (Foto:P. Gräber - Emscherblog)
Petra Meissner-Lerch vor dem Atriumhaus in der Louviersstraße, in dem ihr fast 90 Jahre alter Vater wohnt. Am Wochenende fielen plötzlich Heizung, Warmwasser, Aufzug und Strom in der Wohnanlage aus. Einen funktionierenden Notdienst gab es nicht. (Foto:P. Gräber – Emscherblog)

Die zumeist betagten Bewohner des Atriumhauses an der Louviersstraße 30 Holzwickede, in dem Alloheim Senioren-Residenzen Betreutes Wohnen anbietet, und ihre Angehörigen haben ein echtes Albtraum-Wochenende hinter sich: Ohne Vorwarnung fiel am Freitag (9.12.) zunächst die Heizungsanlage und damit auch die Warmwasserversorgung in der Wohnanlage aus, dann gab es in allen Wohnungen keinen Strom mehr und schließlich fiel auch noch der Aufzug aus, sodass alle gehbehinderten Mieter das Haus auch nicht mehr verlassen konnten.

Bewohner und auch alarmierte Angehörige versuchten verzweifelt, einen Hausmeisterservice oder Notdienst zu erreichen. Eine von ihnen ist Petra Meissner-Lerch, deren 89 Jahre alter Vater eine Wohnung in der ersten Etage des Atriumhauses bewohnt. „Mein Vater wird im Januar 90 Jahre alt und er ist nicht mehr so gut zu Fuß. Am Wochenende hat er plötzlich in seiner eiskalten Wohnung gesessen und nur noch kaltes Wasser gehabt“, berichtet seine Tochter. „In seiner Verzweiflung hat er dann im Hausflur die Nummer eines Hausmeisterservices aus in Dortmund gefunden, der angeblich zuständig ist.

Niemand fühlt sich zuständig

Den Hinweiszettel hatte die Leiterin des Seniorenhauses Caroline gegenüber hinterlassen, die sich in Urlaub befand.  Als ihr Vater den angegebenen Hausmeisterservice anrief und um Hilfe bat, bekam er zur Antwort, dass er sich ,einfach wärmer anziehen‘ soll.“

Petra Meissner-Lerch brachte ihrem frierenden Vater schließlich einen elektrischen Heizlüfter vorbei, damit er sich wenigstens in einem Zimmer etwas aufwärmen konnte.

Offenbar haben wohl auch andere Mieter so reagiert und die Stromversorgung im Atriumhaus überlastet, denn am Samstag fiel dann auch noch der Strom in allen Wohnungen (wenn auch nicht in allen Zimmern) aus, berichtet Petra Meisner-Lerch.  „Ich selbst habe dann gegenüber im Seniorenhaus Caroline angerufen, aber nur eine Mitarbeiterin am Telefon gehabt, die kaum Deutsch sprach. Sie konnte mir auch nicht weiterhelfen und verwies mich an Alloheim in Düsseldorf. Aber auch dort war das ganze Wochenende über niemand zu erreichen.“

In ihrer Verzweiflung lief die Holzwickederin durch die Wohnanlage auf der Suche nach der Ursache für die Störung oder wenigstens Hinweise auf einen anderen Notdienst.

„Im Heizungskeller haben wir dann gesehen, dass dort offensichtlich an der Anlage gearbeitet wird. Es lagen überall Bauteile und auch Werkzeuge herum und im ganzen Haus waren provisorische Stromleitungen verlegt.“

Provisorisch verlegte Notstromleitung im Atriumhaus. (Foto: privat)
Provisorisch verlegte Notstromleitung im Atriumhaus. (Foto: privat)

Kein funktionierender Hausmeisterservice

Aus Gesprächen mit anderen Mietern und aufgebrachten Angehörigen erfuhr die Holzwickederin schließlich, dass es schon seit einigen Wochen immer wieder einmal Probleme mit der Heizung im Atriumhaus gab. „Natürlich kann eine Heizung auch mal ausfallen oder nicht sofort wieder repariert werden, wenn ein Ersatzteil fehlt“, meint die Holzwickederin. „Doch dann hätte man die Mieter vorher informieren müssen, damit sie sich darauf einstellen können. Vor allem aber muss unbedingt ein verlässlichen Notdienst oder Hausmeisterservice geben“, sagt Petra Meissner-Lerch wütend. „Mit dem Hausmeisterservice hat es nach meiner Information schon häufiger Probleme gegeben, weil der nicht reagiert.“

Immerhin hat der Notdienst für die Stromversorgung funktioniert. Denn am Wochenende waren Elektriker da, die wieder für eine funktionierende Stromversorgung in allen Wohnungen sorgten.

Richtige Freude wollte bei den Mietern aber trotzdem nicht aufkommen. Denn prompt fiel auch noch der Aufzug in der Wohnanlage aus.

Die Leiterin der Alloheim Senioren-Residenz vor Ort, Claudia Nosek, wollte gestern auf Nachfrage keine Stellungnahme zu den Vorfällen am Wochenende abgeben und verwies auf die Zentrale der Alloheim Senioren-Residenzen in Düsseldorf.

Alloheim Senioren-Residenzen bedauert Störungen

Dort äußerte sich ein Unternehmenssprecher dann am Nachmittag schriftlich zu den Vorfällen: „Leider ist es in den vergangenen Tagen im Betreuten Wohnen des Atriumhauses in Holzwickede zu einer Störung der Heizungsanlage und des Aufzugs gekommen. Dies bedauern wir sehr. Bereits am vergangenen Freitag, als die Störung auftrat, waren Mitarbeiter einer Elektriker- wie einer Heizungsbauerfirma vor Ort, um hier eine Lösung zu finden. Die Reparatur konnte jedoch leider erst heute Morgen erfolgen: Seit heute Vormittag funktionieren Heizung und Warmwasseraufbereitung nach dieser ungeplanten Störung wieder stabil. Die Reparatur des Aufzugs soll bis spätestens morgen Vormittag erfolgen.“

Zum Vorwurf des Notdienstes erklärte der Sprecher: „Im Betreuten Wohnen in Holzwickede haben wir zur Unterstützung der Bewohner und für den Fall einer ungeplanten Störung einen externen Hausmeisterservice beauftragt. Wir nehmen die Kritik unserer Mieter in Bezug auf Erreichbarkeit und Servicequalität hier sehr ernst und werden zeitnah das Gespräch mit dem Hausmeisterservice suchen, um für unsere Mieter eine spürbare Verbesserung zu erreichen.“

Alloheim Betreutes Wohnen


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

Kommentare (4)

  • Vielen Dank Herr Gräber super Artikel
    Ich bin auch Angehöriger einer Bewohnerin in diesem Haus und war am Freitag selbst vorort meine Mutter saß in ihrem elektrischen Fernsehsessel als der Strom ausfiel und kam nicht raus.
    Ich war als einziger bis ca. 22 Uhr 50 da und habe auf den Notdienst gewartet der nochmal zu Firma fahren musste um eine Sicherung zu besorgen damit wenigstens der Strom wieder funktionierte da war der Hausmeister schon lange wieder weg der hatte sowieso kein Plan. Desweiteren habe ich am Montag die Zentrale in Düsseldorf angeschrieben und genau das gleiche geschildert.
    Nach kurzer Zeit bekam ich einen Anruf von einer Mitarbeiterin aus Holzwickede die sich darum kümmern sollte. Habe ich nicht verstanden weil vorher niemand zuständig war. Werde die ganze Situation beobachten und weitere Schritte in Betracht ziehen.Danke an alle Angehörige die sich darüber geärgerter haben und was unternommen haben.

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