25-Jähriger vor Gericht: Freundin des besten Freundes heimlich in der Badewanne gefilmt

Wegen einer Ver­let­zung des höchst­per­sön­li­chen Lebens­be­reichs durch Bild­auf­nahmen hatte sich ein 27 Jahre alter Ange­klagter heute vor dem Amts­ge­richt Unna zu ver­ant­worten. Die Anklage warf dem Mann vor, in seiner Woh­nung in Holzwickede, die er gemeinsam mit seinem besten Freund bewohnte, dessen Freundin am 5. Juli 2018 und ein wei­teres Mal am 11. Oktober 2018 mit einer ver­steckt im Bade­zimmer ange­brachten Video­ka­mera heim­lich beim Baden gefilmt zu haben.

Die auf seinem Laptop gespei­cherten Bild­da­teien wurden später von seinem Freund, der Pass­wort und Zugang zu dem Laptop hatte, zufällig ent­deckt. Die Freundin und ihr Partner erstat­teten Anzeige und been­deten die gemein­same Freund­schaft mit dem Ange­klagten.

Sicht­lich zer­knirscht und reu­mütig räumte der Ange­klagte die Tat heute auf Befragen des Rich­ters ein. Wie der Ange­klagte schil­derte, sei der Partner der Geschä­digten bis zu der ver­häng­nis­vollen Tat sein bester Freund gewesen. Gemeinsam habe man sich ent­schlossen eine Woh­nung in Holzwickede zu nehmen. Als dann die Freundin seines Freundes mit in die Woh­nung ein­ziehen wollte, habe man sich die Miet­ko­sten teilen können. „Das war kein Pro­blem. Wir hatten alle drei ein sehr freund­schaft­li­ches Ver­hältnis.“

Gemeinsame Wohnung in Holzwickede

Um so unver­ständ­lich, warum der Ange­klagte dann die Video­ka­mera im Bade­zimmer ver­steckte, um die Part­nerin seines besten Freundes heim­lich in der Bade­wanne zu filmen. „Ich kann mir das heute selbst nicht mehr erklären“, blieb der 25-Jäh­rige auf Nach­frage des Rich­ters eine Ant­wort schuldig. Immerhin zeigte er Ein­sicht: „Damit habe ich mir alles ver­saut: das gute Ver­hältnis zu meinem besten Freund und seiner Freundin und auch meine beruf­li­chen Per­spek­tiven.“ 

Damit habe ich mir alles ver­saut.“

Der Ange­klagte

Denn als Beam­ten­an­wärter, fürch­tete der Ange­klagte beam­ten­recht­liche Kon­se­quenzen nach einer Ver­ur­tei­lung: Mit einer Vor­strafe könne er seine bevor­ste­hende Ver­be­am­tung wohl ver­gessen.

Die Hin­ter­gründe der Tat blieben heute ziem­lich im Dun­keln: Die Spycam (Mini­ka­mera) war schon länger in Besitz des Ange­klagten. Es gab auch kein Zer­würfnis vor der Tat. Auch ein emo­tio­nales Ver­hältnis zur Geschä­digten ver­neinte der Ange­klagte.

Nachdem sein Freund die Filme mit der Part­nerin gefunden hatte, endete die Freund­schaft noch am selben Abend. „Eine rich­tige Aus­sprache hat es danach nie gegeben“, erklärte der Ange­klagte. Offenbar ver­kroch sich der 25-Jäh­rige anschlie­ßend und „steckte den Kopf in den Sand“, wie der Vater der Geschä­digten, ein Anwalt, ver­mutet. Denn aus dem gemein­samen Miet­ver­hältnis der ehe­ma­ligen besten Freunde resul­tierten noch Kosten in Höhe von rd. 1.700 Euro, die der Ange­klagte erst nach Ein­lei­tung einer Zwangs­voll­streckung begli­chen hat.

Schmerzensgeld von 2.500 Euro

Durch seine Taten hat der 25-Jäh­rige aller­dings einen viel schwer­wie­gen­deren „imma­te­ri­ellen Schaden“ ver­ur­sacht, hielt ihm Richter Jörg Hücht­mann vor. Die Geschä­digte sei durch den Ange­klagten „in ihrer per­sön­li­chen Lebens­füh­rung schwer beein­träch­tigt“ worden.

Trotzdem zog der Richter in Erwä­gung, das Ver­fahren nach § 153 a der Straf­pro­zess­ord­nung gegen Zah­lung eines Schmer­zens­geldes ein­zu­stellen: Der Ange­klagte habe auf­rich­tige Reue gezeigt und man wolle ihm seine beruf­liche Zukunft nicht ver­bauen. Zudem bliebe der Geschä­digten eine Aus­sage im Zeu­gen­stand erspart.

Nach kurzer Bera­tung mit ihrem Vater und Freund stimmte die Geschä­digte und auch die Staats­an­walt­schaft der Ein­stel­lung zu. Das Gericht setzte das Schmer­zens­geld auf 2.500 Euro, zahlbar an die Geschä­digte, fest.

Seinen besten Freund dürfte der 25-Jäh­rige aber wohl für immer ver­loren haben.

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