19-Jähriger ballert betrunken mit Schreckschusspistole herum: 40 Stunden gemeinnützige Arbeit

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem Nach­hau­seweg, kurz nach Mit­ter­nacht, im U‑Bahnhof Hörde, als plötz­lich jemand mit einer Pistole wild her­um­bal­lert. „Wie würden Sie sich fühlen?“, fragte Rich­terin Birgit Viel­haber-Kart­haus den Ange­klagten heute in seiner Ver­hand­lung vor dem Amts­ge­richt Unna. „Hätten Sie nicht auch eine unglaub­liche Angst bekommen?“

Doch offenbar war der 19-jäh­rige Holzwickeder am 13. Oktober vorigen Jahres um 0.05 Uhr gar nicht mehr in der Lage, solche Über­le­gungen anzu­stellen, als er mit seiner täu­schend echt aus­se­henden 9 mm-Schreck­schuss­pi­stole im U‑Bahnhof Hörde her­um­bal­lerte. „Ich hatte vorher Streit mit meiner Ex-Freundin. Dabei ging es auch um die Pistole.“ Sie habe ihn raus­ge­schmissen und er sollte die Waffe mit­nehmen. So ver­ließ er ihre Woh­nung mit der Waffe und wollte nach Holzwickede nach Hause fahren. 

Nachts im U‑Bahnhof Hörde randaliert

Unter­wegs habe er dann zufällig einige Kum­pels getroffen und an viel mehr kann sich der Ange­klagte auch nicht mehr erin­nern. 1,2 Pro­mille ergab die Blut­probe bei der Polizei einige Stunden nach der Tat. Der 19-Jäh­rige selbst ganz heute an, über den Tag ver­teilt eine ganze Fla­sche Vodka betrunken zu haben. Was nicht ganz zu diesem Alko­hol­pegel passt, wie auch der Rich­terin auf­fiel.

Die Schreck­schuss­pi­stole hat sich der junge Mann für Sil­ve­ster zuge­legt, dass er dafür einen kleinen Waf­fen­schein benö­tigt, wusste er sogar: „Den wollte ich auch noch bean­tragen.“ – „Fal­sche Rei­hen­folge“, belehrte ihn die Rich­terin. Die Pistole ist inzwi­schen ein­ge­zogen. Er will sie auch nicht wie­der­haben. 

Da der junge Mann sich gerade beruf­liche selbst­ständig gemacht hat und anson­sten unbe­scholten ist, kam er heute noch einmal glimpf­lich davon. Wegen Ver­stoßes gegen das Waf­fen­ge­setz ver­ur­teilte ihn die Rich­terin nach Rück­sprache mit dem Ankla­ge­ver­treter zu 40 Stunden gemein­nüt­ziger Arbeit und stelle das das Ver­fahren vor­läufig ein. Sollte er die Sozi­al­stunden jedoch nicht voll­ständig ablei­sten, ermahnte ihn die Rich­terin, „dann sehen wir uns hier wieder. Und dann kann ich Ihnen ver­spre­chen, dass deut­lich mehr dazu kommt.“

Verstoß gegen Waffengesetz


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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