Tankrechnung geprellt: Holzwickeder kommt Dummheit teuer zu stehen

Dumm­heit tut weh, sagt der Volks­mund. Sie kann einen aber auch teu­er zu ste­hen kom­men. Im Fall eines 50-jäh­ri­gen Holzwicke­ders, der sich heu­te (26. Okto­ber) wegen Betrugs vor dem Amts­ge­richt Unna ver­ant­wor­ten muss­te, lässt sich sei­ne Dumm­heit sogar in Cent und Euro bezif­fern.

Der Holzwicke­der hat­te am 13. Sep­tem­ber vori­gen Jah­res an der Jet-Tank­stel­le in Heng­sen für 15,01 Euro getankt. Als er bezah­len woll­te, streik­te das Kar­ten­le­se­ge­rät und er hat­te nicht genug Bar­geld dabei. Eigent­lich kein Pro­blem: Der Holzwicke­der unter­zeich­ne­te eine Schuld­an­er­kennt­nis, die es dem Tank­stel­len­päch­ter ermög­lich­te, den Geld­be­trag von sei­nem Kon­to ein­zu­zie­hen. Soweit so gut.

Doch die Last­schrift wur­de, aus wel­chen Grün­den auch immer, nicht aner­kannt – und der Ange­klag­te ver­säum­te es anschlie­ßend, die Sache zu klä­ren und den aus­ste­hen­den Betrag zu über­wei­sen. Der Tank­stel­len­päch­ter erstat­te­te Anzei­ge wegen Betrugs und beauf­trag­te ein Inkas­so­un­ter­neh­men damit, den aus­ste­hen­den Betrag ein­zu­trei­ben.

Tankrechnung nicht beglichen

Vor Gericht heu­te ent­schul­dig­te sich der Holzwicke­der damit, dass er „ein­fach über­se­hen“ habe, dass die Last­schrift von sei­ner Bank nicht aner­kannt wor­den sei. Nach­dem er dann unsanft durch die Ankla­ge erin­nert wur­de, habe er „ver­sucht, den Tank­stel­len­päch­ter zu errei­chen, um die Sache aus der Welt zu schaf­fen“. Doch der habe ihn ein­fach nicht zurück­ge­ru­fen.

Für Straf­rich­te­rin Sarah Schlier­kamp blieb den­noch ein Rät­sel, war­um der Ange­klag­te nicht spä­te­stens einen Tag, nach­dem ihm am 15. Sep­tem­ber 2017 die Kla­ge zuge­stellt wor­den ist, den aus­ste­hen­den Betrag an den Schuld­ner über­wei­sen habe. „Ja, dumm von mir“, räum­te der Ange­klag­te ein.

Einen Betrug woll­te die Rich­ter dar­in zwar nicht mehr erken­nen. Sang- und klang­los ein­stel­len woll­te sie das Ver­fah­ren aller­dings auch nicht. Zumal der Holzwicke­der ein­schlä­gig vor­be­straft ist.

Das Ende vom Lied: Gegen Zah­lung einer Geld­stra­fe von 200 Euro an den ambu­lan­ten Kin­der­ho­spiz­dienst Unna und den Nach­weis der Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung stell­te das Gericht das Ver­fah­ren nach § 153a StPO vor­läu­fig ein.

Neben den Kosten für das Inkas­so­un­ter­neh­men, die wesent­lich höher als die ursprüng­li­chen 15,01 Euro aus­fal­len dürf­ten, muss der Holzwicke­der nun also auch noch 200 Euro Geld­stra­fe zah­len. Ein­zi­ger Trost für ihn: Die Kosten für das Ver­fah­ren heu­te trägt die Staats­kas­se.

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visage

Dipl.-Journalist

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