Tätigkeitsbericht Kreis-Jugendamt: Holzwickede bei Kinderbetreuung weit vorne

Das Kreis-Jugendamt plant eine Großtagespflegestelle mit bis zu neun Betreuungsplätzen für U3-Kinder in Holzwickede. (Foto Carole LR/Pixabay)
Das Kreis-Jugendamt plant eine Groß­ta­ges­pfle­ge­stelle mit bis zu neun Betreu­ungs­plätzen für U3-Kinder in Holzwickede. (Foto Carole LR/​Pixabay) Kin­der­be­treuung

Der Fach­be­reich Familie und Jugend des Kreises Unna hatte sah sich im ver­gan­genen Jahr vielen Her­aus­for­de­rungen gegen­über, vor allem im per­so­nellen Bereich. „Wir mussten an einer wich­tigen Schalt­stelle eine Lang­zeit­er­kran­kung ver­kraften. Dadurch hatten wir schon etwas Sand im Getriebe“, räumt Dezer­nent Tor­sten Göp­fert bei der Vor­stel­lung des Tätig­keits­be­richtes 2018 für den Fach­be­reich ein. „Das drückt sich durch gestie­gene Fall­zahlen Fall­zahlen im Bereich Hilfen zur Selbst­hilfe oder auch in der psy­cho­lo­gi­schen Bera­tungs­stelle aus.“

Statt pass­ge­naue Hil­fe­lei­stungen anbieten zu können, habe häufig nach Akten­lage ent­schieden werden müssen, ohne genau hin­zu­schauen. „Das tut weh, ist aber nicht zum Nach­teil der Kinder gewesen“, ver­si­chert der Dezer­nent. „Wir sind da nach dem Prinzip ver­fahren: Im Zweifel lieber einmal zuviel bewil­ligen als zu wenig. Das zeigen ja auch die gestiegen Fall­zahlen. Wir sind aber gerade wieder dabei, durch Begut­ach­tungen, Hospi­ta­tionen im Unter­richt usw. das Ganze wieder ein­zu­fangen.“

Großtagespflegestelle für U3-Betreuung kommt

Stellen den Tätigkeitsbericht 2018 des Fachbereichs für Familie und Jugend vor, v.l.: Theo Rieke (Fachausschussvorsitzender), Leiterin Katja Schuon und Dezernent Torsten Göpfert vor dem Treffpunkt Villa. (Foto: P. Gräber - Emscherblog)
Stellen den Tätig­keits­be­richt 2018 des Fach­be­reichs für Familie und Jugend vor, v.l.: Theo Rieke (Fach­aus­schuss­vor­sit­zender), Lei­terin Katja Schuon und Dezer­nent Tor­sten Göp­fert vor dem Treff­punkt Villa. (Foto: P. Gräber – Emscher­blog)

Dass der Fach­be­reich Jugend und Familie nicht auf die Kosten guckt, wenn es um das Kinds­wohl geht, zeigt sich auch bei der Kin­der­ta­ges­be­treuung. „Dem Rechts­an­spruch der Eltern Genüge zu tun, ist noch einmal eine beson­dere Her­aus­for­de­rung, die aber auch poli­tisch gewollt ist“, sagt Tor­sten Göp­fert. „Aber auch wir wollen ja die Ver­ein­bar­keit von Familie und Beruf. Das zeigt etwa das Bei­spiel der teuren Über­gangs­lö­sung, die in Holzwickede an der Rausinger Halle geschaffen wurde, um den Bedarf zu decken.“

In Holzwickede werden gerade gleich­zeitig zwei neue Kita gebaut, in Frön­den­berg eine und in Bönen ist eine neue Kita geplant“, erklärt
Theo Rieke, der Vor­sit­zende des Jugend­hil­fe­aus­schusses im Kreis Unna. Im Jugend­amts­be­reich (Holzwickede, Frön­den­berg, Bönen) ist die Emscher­ge­meinde bei der Ver­sor­gung mit Betreu­ungs­plätzen für Kinder
„ganz weit voraus“.

Jugend­amts­lei­terin Katja Schuon weist darauf hin, dass in Holzwickede auch noch wei­tere Anstren­gungen unter­nommen werden in diesem Bereich: „Wir denken auch noch über eine Groß­ta­ges­pfle­ge­stelle nach, in der bis zu neun Kinder bereut werden können.“ In den beiden anderen Kom­munen gibt es bereits je eine Groß­ta­ges­pfle­ge­stelle, die sich beson­ders zur U3-Betreuung eignet. Der Bedarf in Holzwickede ist ein­deutig: In Holzwickede schon jetzt nach Angaben des Kreises mehr als jedes zweite Kind in der U3-Betreuung (52,6 %).

Die Ent­schei­dung über die Ein­rich­tung soll in der näch­sten Sit­zung des näch­sten Jugend­hil­fe­aus­schusses des Kreises fallen. Vorher wollen die ver­ant­wort­li­chen auch noch keine wei­teren Ein­zel­heiten her­aus­lassen. Nur soviel: „Es gibt die Mög­lich­keit, solche Groß­ta­ges­pfle­ge­stellen privat oder auch bei Unter­nehmen anzu­sie­deln. In Bönen ist die Stelle etwa bei Kik ange­sie­delt.“

Neues Familienbüro vor Ort geplant

Aber auch die kom­mu­nalen Prä­ven­ti­ons­ketten will das Amt für Jugend und Familie stärken – auch vor Ort: So gibt es kon­krete Pla­nungen, in allen drei Jugend­amts­kom­munen Fami­li­en­büros vor Ort anzu­sie­deln. Sie sollen das bisher in Unna vor­han­dene zen­trale Fami­li­en­büro ersetzen. „Das Fami­li­en­büro dort läuft gut. Aber die bis­he­rige Stel­len­in­ha­berin geht nun in Rente“, so Tor­sten Göp­fert. „Das wollen wir nutzen, um das Fami­li­en­büro zu dezen­tra­li­sieren.“ 

Wich­tigste Auf­gabe der Mit­ar­bei­terin des Fami­li­en­büros ist es, alle Fami­lien mit Neu­ge­bo­renen zu besu­chen, über vor­han­dene Hilfen und Struk­turen zu infor­mieren und Sprech­stunden anzu­bieten. Ziel: Der Erst­kon­takt zwi­schen Jugendamt und Kind/​Familie sollte mög­lichst nicht erst zur Ein­schu­lung statt­finden.

Die drei Fami­li­en­büros in Holzwickede, Frön­den­berg und Bönen sollen jeweils mit einer halben Stelle besetzt, was einer 50-pro­zen­tigen Stel­len­aus­wei­tung ent­spräche. Vor­stellbar sei vor Ort auch noch wei­tere Dienst­lei­stungen anzu­bieten. Eine Räum­lich­keit in der Gemeinde ist schon ins Auge gefasst, wie Göp­fert erklärt. „Das Angebot soll mög­lichst nie­der­schwellig sein, wes­halb wir das Fami­li­en­büro nicht beim AsD, der psy­cho­lo­gi­schen Bera­tungs­stelle oder in einem Ver­wal­tungs­ge­bäude ansie­deln wollen.“ 

Wei­tere Ein­zel­heiten will Tor­sten Göp­fert noch nicht ver­raten. Denn auch über das Fami­li­en­büro muss der Jugend­hil­fe­aus­schuss in näch­ster Sit­zung erst noch ent­scheiden.

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