Sexueller Missbrauch eines Kindes: Verhandlung geplatzt – neuer Termin nötig

Der dritte Ver­hand­lungs­termin im Fall des 25-jäh­rigen afgha­ni­schen Asyl­be­werber M., der wegen sexu­ellen Miss­brauchs eines Kindes vor dem Schöf­fen­ge­richt Unna steht, endete heute (15. Mai) mit einer faust­dicken Über­ra­schung: Die Ver­hand­lung ist geplatzt. Was war pas­siert?

Beim dritten Ver­hand­lungstag heute (15. Mai) wurde eine Betreuerin aus dem Sozi­al­team der Gemeinde Holzwickede im Zeu­gen­stand dazu befragt, ob die Mutter des Mäd­chens, das der Ange­klagte im Trep­pen­haus der Flücht­lings­un­ter­kunft an der Mas­sener Straße begrapscht haben soll, zuvor schon einmal einen anderen Bewohner des Hauses ver­leumdet habe, ihre min­der­jäh­rige Tochter sexuell belä­stigt zu haben. Das Pro­blem: Dieser Asyl­be­werber K. ist abge­taucht und unauf­findbar.

Im Zeu­gen­stand bestä­tigte die Betreuerin zunächst, dass der Ange­klagte M. mona­te­lang gemeinsam mit der Familie des Mäd­chens in einem Gebäude gewohnt und es „nie Pro­bleme gegeben“ habe.

Sozialbetreuerin im Zeugenstand

Als der besagte inzwi­schen unter­ge­tauchte Asyl­be­werber K. später einzog, soll es dann tat­säch­lich zu einem Zwi­schen­fall mit K. und dem Mäd­chen der Familie in der Dusche gekommen sein. Anschlie­ßend sei die Mutter des Mäd­chens zu der Betreuerin gekommen, habe sich über K. beschwert und ihr erklärt, dass sie Angst um ihre Tochter habe.

Nach dem die Betreuerin dar­aufhin mit K. sprach, stellte sich heraus, dass K. ein­fach nur eben­falls duschen wollte, aber sofort davon absah, als er bemerkte, dass die Dusche besetzt war. Dazu habe er zunächst län­gere Zeit vor der Tür gewartet und dann nur einmal leicht die Tür­klinke gedrückt. Jedoch beschwerte sich K. sei­ner­seits bei der Sozi­al­be­treuerin dar­über, dass die Familie des Mäd­chens ihn seit diesem Vor­fall bei allen anderen Bewoh­nern schlecht mache. 

Ich bin dar­aufhin zu der Familie gegangen und habe ihr deut­lich gemacht, dass so etwas nicht geht. Wenn man sich in einem Gebäude nur eine Dusche teilt, berührt man auch schon mal die Klinke der Tür davor.“ Sie habe der Familie aber auch ange­boten, in eine andere Unter­kunft umzu­ziehen, was diese nicht wollte.

Auf Nach­frage der Rich­terin, erklärte die Betreuerin, dass auch nach ihren Infor­ma­tionen der Asyl­be­werber K. unter­ge­taucht sei. Aller­dings habe sie von einem anderen Bewohner, der in Kon­takt zu K. steht, kürz­lich gehört, dass sich K. inzwi­schen in Mön­chen­glad­bach auf­halten soll.

Kein fristgerechter Fortsetzungstermin zu finden

Da der Ange­klagte M. schon zu Beginn des Pro­zesses den abge­tauchten K. als Zeugen angab, dieser aber bisher nicht auf­zu­treiben war, stellte sein Ver­tei­diger nach der Aus­sage der Betreuerin heute den Antrag, K. als Zeuge vor­zu­laden. Denn nach wie vor hat die Ver­tei­di­gung erheb­liche Zweifel an der Glaub­wür­dig­keit der Mutter.

Richter Brigit Viel­haber-Kart­haus war auch kei­nes­wegs abge­neigt, den Zeugen zu befragen. „Immerhin geht es hier im Falle einer Ver­ur­tei­lung für den Ange­klagten um eine Frei­heits­strafe. Eine Geld­strafe kommt defi­nitiv nicht mehr in Frage. Des­halb sollten wir es ver­su­chen, den Zeugen hierher zu bekommen. Auch wenn die Chance gering ist.“

Das Pro­blem: Da die Rich­terin und eine Schöffin in Urlaub jetzt bin Urlaub sind konnte kein frist­ge­rechter neuer Ver­hand­lungs­termin gefunden werden, um die Ver­hand­lung fort­zu­setzen. Des­halb muss die Haupt­ver­hand­lung noch einmal ganz neu begonnen werden. Ein neuer Termin wird dazu von Amts wegen fest­ge­setzt.

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