Rat beschließt über Freigabe von 19,5 Mio. Euro für neues Rat- und Bürgerhaus

Am Dienstag soll der Rat den Bau­be­schluss fassen: Nach diesem Ent­wurf der Stutt­garter Archi­tekten Bez und Kock soll das neue Rat- und Bür­ger­haus gebaut werden. (P. Gräber – Emscherblog.de)

Die aktu­ellen Kosten und der Bau­be­schluss für das neue Rat- und Bür­ger­haus stehen am kom­menden Dienstag im Fach­aus­schuss und anschlie­ßenden Gemein­derat auf der Tages­ord­nung. Die zuletzt genannten Kosten von rd. 19,5 Mio. Euro kann die Gemeinde nicht halten, son­dern liegt rd. 212 000 Euro über diesem selbst gesteckten Kosten­rahmen. Der Eigen­an­teil der Gemeinde würde damit von rd. 8,2 Mio. Euro um 263 290 Euro steigen und bei rd. 8,84 Mio. Euro liegen.

Trotzdem sind Chri­stian Grimm und Stefan Thiel, die das Pro­jekt für die Ver­wal­tung begleiten, „mit dieser Ent­wick­lung zufrieden“, wie sie gestern erklärten. Was vor allem daran liegen dürfte, dass sie „noch klares Ein­spar­po­ten­zial“ sehen, um „die Kosten­grenze wirk­lich ein­halten“ zu können. „Das hatte uns auch schon der externe Con­troller in seinem Zwi­schen­be­richt bestä­tigt“, so Chri­stian Grimm.

Baupreise in halbem Jahr um 300 000 Euro gestiegen

Tat­säch­lich rühren die Kosten­stei­ge­rungen im Wesent­li­chen aus einer Erhö­hung der Bau­preise. Diese in dem halben Jahr zwi­schen der letzten qua­li­fi­zierten Kosten­schät­zung (4. Quartal 2017) und der nun­mehr vor­lie­genden exakten Kosten­be­rech­nung (2. Quartal 2018) allein um 2,5 Pro­zent (= rd. 300 000 Euro) gestiegen. Damit redu­ziert sich die Kosten­re­serve in Höhe von 1,6 Mio. Euro für Unvor­her­ge­se­henes bereits vor Bau­be­ginn auf jetzt noch 1,3 Mio. Euro.

Ein ganz wesent­li­cher Teil der Bau­preis­stei­ge­rungen geht auf die Ent­schei­dung zurück, den Rats­keller zu einem Bür­ger­keller umzu­bauen. Davon, dass durch die Schlie­ßung des Rats­kel­lers Kosten ein­ge­spart werden, kann also nicht mehr die Rede sein. Aller­dings bringt der Umbau zum Bür­ger­keller auch Mehr­wert für die Bürger und den Neubau, wie Grimma erläu­tert: „Es wird einen Bür­ger­raum geben mit The­ken­be­reich, in dem sich Ehren­amt­liche oder Ver­eine treffen können. Aus dem alten Gesell­schafts­zimmer wird ein Bespre­chungs­raum, den wir aus dem Neubau in den Bür­ger­keller ‚ver­schoben‘ haben. Dafür haben wir im Neubau mehr Platz gewonnen.“

Umbau Ratskeller als Kostentreiber 

Mit rd. 466 000 Euro sind auch die Außen­an­lagen rd. 92 000 Euro (+24,4 Pro­zent) teurer geworden. Begründet wird das mit einer größer Pfla­ster­fläche nörd­lich des Neu­baus im Bereich der Stell­plätze und einer auf­wän­di­geren Ein­hau­sung der 10 kV-Sta­tion und Müll­be­hälter.

Nicht gestiegen sind die Umzugs­ko­sten der Ver­wal­tung in den Eco Port, die mit 534 000 Euro ver­an­schlagt sind. Erfreu­li­cher­weise konnten in den Gesprä­chen mit dem Vor­mieter, der Firma Rhenus, sogar eine Ein­spa­rung in Höhe von rd. 155 000 Euro brutto erzielt werden. Der Grund: Die Gemeinde wird das Mobi­liars des Vor­mie­ters Rhenus zu einem ange­mes­senen Preis über­nehmen und später auch für Ein­rich­tung des Neu­baus ver­wenden.

Gemeinde übernimmt gebrauchtes Mobiliar

Unterm Strich sind die Ver­ant­wort­li­chen mit der Kosten­ent­wick­lung zufrieden. Zumal Chri­stian Grimm ver­si­chert: „Wir sparen die 211 688 Euro noch weg und halten die Kosten­grenze ganz sicher ein. Trotzdem haben wir auch noch Poten­zial für Unvor­her­ge­se­henes.“

Eine Unsi­cher­heit gibt es aller­dings in dem Zah­len­werk noch: Es basiert auf der Annahme, dass die Allee 10 (das Bauamt) für rd. 400 000 Euro ver­kauft werden kann.

Stefan Thiel weist zudem darauf hin, dass seit dem 12. Oktober auch Gewiss­heit dar­über besteht, dass der erste Bau­ab­schnitt für das Pro­jekt mit 3,7 Mio. Euro vom Land geför­dert wird.

Die Ver­wal­tung emp­fiehlt dem Rat des­halb, den Bau­be­schluss für das mit Abstand größte Bau­pro­jekt seit Bestehen der Gemeinde, das neue Rat- und Bür­ger­haus, zu fassen und gleich­zeitig die rd. 19,5 Mio. Euro frei­zu­geben.

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