Nach Musikfestival Unfall unter Drogen auf A1 gebaut: 2 000 Euro Geldstrafe

Recht glimpflich davon kam ein 36-jähriger Fran­zose, der heute (18. Jan­u­ar) wegen eines Ver­stoßes gegen das Betäubungsmit­telge­set­zes und Gefährdung des Straßen­verkehrs vor dem Amts­gericht Unna zu ver­ant­worten hat­te:

Am 28. August vorigen Jahres war der Fran­zose nach dem mehrtägi­gen Besuch eines Musik­fes­ti­vals auf der Auto­bahn 1 in Fahrtrich­tung Köln auf Höhe der Gemeinde Holzwickede nach einem Über­holvor­gang mit einem Lkw kol­li­diert.

Ver­let­zt wurde dabei glück­licher­weise nie­mand. Er verur­sachte jedoch einen Sach­schaden von rund 2 500 Euro. Doch wie sich später her­ausstellte stand der Fran­zose unter Dro­gen: Neben dem Kon­sum von Amphet­a­mi­nen und Ecsta­sy ließ sich auch Cannabis in seinem Blut nach­weisen. Außer­dem fan­den die Polizeibeamten bei der Durch­suchung seines Pkw Amphet­a­mine und Mar­i­hua­na in gerin­gen Men­gen.

Den Kon­sum und Besitz der ver­bote­nen Betäubungsmit­tel räumte der Angeklagte ein. Er habe 24 Stun­den zuvor auf dem Musik­fes­ti­val die Dro­gen zu sich genom­men und sei dann einen Tag früher als geplant nach Hause aufge­brochen. Auch den Unfall­her­gang räumte der 36-Jährige ein.

Fahrerlaubnis mindestens ein Jahr entzogen

Der Angeklagte und auch sein Vertei­di­ger bestrit­ten jedoch, dass der Dro­genkon­sum ursäch­lich für den Unfall ver­ant­wortlich war. Dafür sei die Konzen­tra­tion im Blut zu ger­ing gewe­sen. Vielmehr sei der 35-Jährige ein­fach nur über­müdet gewe­sen.

Da der Angeklagte unter Dro­gen gefahren ist, hat er ohne­hin schon seinen Führerschein ver­loren. Früh­estens nach einem Jahr bekommt er den wieder – und auch nur nach bestanden­er Unter­suchung und erneuter Prü­fung. Als Maschi­nen­baumechaniker, der beru­flich viel unter­wegs ist und zudem für eine beru­fliche Weit­er­bil­dungs­maß­nahme zwis­chen Aachen und Mönchen-Glad­bach pen­deln muss, trifft der Führerscheinentzug den 36-Jähri­gen hart – auch finanziell.

Fahruntüchtigkeit nicht zweifelsfrei nachweisbar

Den zweifels­freien Nach­weis, dass der Angeklagte auf­grund seines Dro­genkon­sums fahrun­tüchtig war und deshalb den Unfall ver­suchte,  kon­nte die Anklage tat­säch­lich nicht führen. Damit war die Straßen­verkehrs­ge­fährdung mit einem Teil­freis­pruch vom Tisch. Blieb der Besitz der Betäubungsmit­tel.

Dafür verurteilte Richter Chris­t­ian Johann den Angeklagten zu ein­er Geld­strafe von 50 Tagessätzen a‘ 40 Euro, zahlbar in monatlichen Rat­en a‘ 200 Euro. Außer­dem muss er die Kosten des Ver­fahrens tra­gen.

Gegen den Angeklagten habe gesprochen, so der Richter, dass er bere­its mehrfach gegen das Betäubungsmit­telge­setz ver­stoßen habe und eigentlich hätte wis­sen müssen, dass der Kon­sum straf­bar ist. Zumal er in einem ver­ant­wor­tungsvollen Beruf arbeite. Stattdessen habe er sog­ar gle­ich mehrere ver­schiedene Dro­gen kon­sum­iert. „Sie kön­nen glück­lich sein, dass Sie den Unfall über­lebt haben. Die Sache hätte auch noch ganz anders aus­ge­hen kön­nen.“

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visage

Dipl.-Journalist

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