NABU kritisiert Gemeinde für unsensibles Vorgehen beim Baumfällen

Jörn Raffel, Sprecher der NABU Gruppe Holzwickede, hier bei einem Greifvogel-Vortrag im Seniorentreff, hat die Gemeindeverwaltung im Umweltausschuss für ihr unsensibles Vorgehen beim Fällen von Bäumen an der Paul-Gerhardt-Schule kritisiert. (Foto: privat)

In der Bürgerfragestunde zum Auftakt der Umweltausschuss-Sitzung am Montagabend kritisierte der Sprecher der NABU-Gruppe Holzwickede, Jörn Raffel, die Gemeindeverwaltung für ihr unsensibles Vorgehen bei der Fällung von Bäumen an der Paul-Gerhardt-Schule.

Die Notwendigkeit der Fällung zog der NABU-Sprecher dabei nicht in Zweifel. „Aber warum hat es zwei Monate gedauert, bis die Bäume schließlich gefällt wurden?“, fragte Jörn Raffel. Die Bäume hätten bereits Ende März gefällt werden können. Stattdessen habe die Gemeinde mit der Fällung solange gewartet, bis die Brutperiode der heimischen Vögel (April/Mai) begonnen hatte. Eigentlich hätten die Bäume deshalb nicht mehr gefällt werden dürfen.

Des Weiteren zeigte sich der NABU-Sprecher verärgert darüber, dass eine von ihm selbst angebrachte Nisthilfe bei der Fällung zerstört wurde.  „Ich habe die Nisthilfe selbst angebracht“, so Jörn Raffel. „Sie war mit zwei Handgriffen abnehmbar. Jetzt ist die Nisthilfe beim Fällen zerstört worden.“  Abgesehen davon, dass die Nisthilfe von einem Sponsor bezahlt wurde, ist sie für die bedrohte Vogelwelt wichtig gewesen. „Meine Kontaktdaten und die der NABU-Ortsgruppe sind überall in der Gemeinde bekannt. Es hätte ein Anruf genug und wir hätten die Nisthilfe vor dem Fällen entfernt“, so Jörn Raffel angesäuert.

Wie jüngste Zählungen des NABU gezeigt haben, hat der Bestand an Kleinvögeln massiv abgenommen. So sei der Star, der Vogel des Jahres, praktisch ganz aus den heimischen Wiesen verschwunden. Auch darum seien solche Nisthilfe dringend noitwendig.

„Trotz dieser Sachbeschädigung möchten wir weiter kooperativ mit der Gemeinde zusammenarbeiten. Wir bitten aber darum, uns künftig bei solchen Sachen vorher zu kontaktieren. Vieles ist dann nach fünf Minuten schon vom Tisch.“

Uwe Nettlenbusch, Leiter der Technischen Dienste, zeigte sich einsichtig: „Die Umweltbeauftragte, Tanja Flormann, und auch wir haben gar nicht gewusst, dass es dort Nisthilfen gibt. Künftig werden wir Ihren Hinweis beherzigen.“

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visage

Dipl.-Journalist

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