IHK-Umfrage: Wirtschaft im Ruhrgebiet bleibt auf Wachstumskurs

Hervorragende Aussichten für die Konjunktur im Ruhrgebiet präsentierten über den Dächern von Bochum (v.l.): Stefan Schreiber (Hauptgeschäftsführer IHK zu Dortmund), Eric Weik und Wilfried Neuhaus-Galladé (Hauptgeschäftsführer und Präsident der IHK Mittleres Ruhrgebiet, Bochum) sowie Karl-Friedrich Schulte-Uebbing (Hauptgeschäftsführer IHK Nord Westfalen, Münster). (Foto: IHK Mittleres Ruhrgebiet)

Her­vor­ra­gende Aus­sichten für die Kon­junktur im Ruhr­ge­biet prä­sen­tieren, v.l.: Stefan Schreiber (Haupt­ge­schäfts­führer IHK zu Dort­mund), Eric Weik und Wil­fried Neu­haus-Gal­ladé (Haupt­ge­schäfts­führer und Prä­si­dent der IHK Mitt­leres Ruhr­ge­biet, Bochum) sowie Karl-Fried­rich Schulte-Ueb­bing (Haupt­ge­schäfts­führer IHK Nord West­falen, Mün­ster).
(Foto: IHK Mitt­leres Ruhr­ge­biet)

Der Kon­junk­tur­boom hält weiter an, die Wirt­schaft bleibt unver­än­dert auf Wachs­tums­kurs. Kein Wunder also, dass sich die Stim­mung bei den Gewer­be­trei­benden in der Region der Indu­strie- und Han­dels­kammer (IHK) zu Dort­mund auf Rekord­ni­veau bewegt.

An der neuen Kon­junk­tur­um­frage betei­ligten sich 133 Unter­nehmen mit mehr als 21.300 Beschäf­tigten. Mehr als 96 Pro­zent der Unter­nehmen in Dort­mund, Hamm und dem Kreis Unna beur­teilen ihre aktu­elle Geschäfts­lage als gut oder befrie­di­gend – was gegen­über dem Jah­res­be­ginn nochmal ein deut­li­ches Plus von 2,6 Pro­zent­punkten bedeutet. „Das Kon­junk­tur­klima könnte kaum besser sein. Gerade dem Handel und der Indu­strie geht es sehr gut, die Kauf­laune der Ver­brau­cher und volle Auf­trags­bü­cher sorgen für eine her­vor­ra­gende Stim­mung“, sagt IHK-Haupt­ge­schäfts­führer Stefan Schreiber.

Optimismus behält Oberhand

Damit schneidet die IHK zu Dort­mund im Ver­gleich sogar noch etwas besser als das gesamte Ruhr­ge­biet ab. Am ver­gan­genen Mitt­woch (18. Oktgober) wurde in Bochum auch der Ruhr­la­ge­be­richt der fünf Ruhr-IHKs vor­ge­stellt, für den ins­ge­samt 900 Unter­nehmen mit rund 143.000 Beschäf­tigten befragt wurden. Im Ruhr­ge­biet bewerten immerhin 93 Pro­zent der Unter­nehmen ihre Geschäfts­lage als gut oder befrie­di­gend. Die Aus­sichten im Ruhr­ge­biet bleiben gut, und das gilt natür­lich auch für die Region der IHK zu Dort­mund. Der Opti­mismus behält die Ober­hand, wenn­gleich nur knapp jedes fünfte Unter­nehmen in den kom­menden Monaten eine noch ver­bes­serte Geschäfts­lage erwartet. Anfang 2017 war es noch jedes dritte. „Die Erklä­rung ist ein­fach. Bei den mei­sten Betrieben gilt der­zeit das Motto: Viel besser kann es nicht werden“, erläu­tert Schreiber. Aber zumin­dest auch nicht schlechter, wes­halb gut sieben von zehn Unter­nehmen von gleich­blei­benden Geschäften aus­gehen. Und nur neun Pro­zent sind skep­tisch, was die wei­tere Ent­wick­lung betrifft. Zum Jah­res­be­ginn waren es zehn Pro­zent.

Handel fast euphorisch

Fast eupho­risch prä­sen­tiert sich der­zeit ange­sichts starker Bin­nen­kon­junktur der Handel. Knapp 46 Pro­zent spre­chen von einer guten Geschäfts­lage – das ist fast eine Ver­dop­pe­lung gegen­über dem Wert zum Jah­res­be­ginn (gut 23 Pro­zent). Gut 54 Pro­zent der Händler bewerten die aktu­elle Lage als befrie­di­gend. Auch die Indu­strie befindet sich im Stim­mungs­hoch. Knapp 58 Pro­zent (knapp 54 Pro­zent) geben ihrer Geschäfts­lage die Note „Gut“, was vor dem Hin­ter­grund wei­terhin stei­gender Auf­trags­ein­gänge nicht ver­wun­dert. Allein der Dienst­lei­stungs­be­reich ist etwas skep­ti­scher. Hier bewertet gut jedes zwölfte Unter­nehmen die gegen­wär­tige Geschäfts­lage als schlecht, in der letzten Umfrage war es nur jeder 20. Betrieb. Alles in allem hält aber auch in diesem Wirt­schafts­be­reich eine sehr große Mehr­heit (rund 92 Pro­zent) die wirt­schaft­liche Lage für gut oder zumin­dest befrie­di­gend.

Jedes dritte Unternehmen will Investitionen erhöhen

Die posi­tive Grund­stim­mung zeigt sich auch an den geplanten Inve­sti­tionen. Jedes dritte Unter­nehmen will seine Aus­gaben in diesem Bereich erhöhen. Fast 60 Pro­zent der Betriebe wollen ihr Budget zumin­dest bei­be­halten. Auf dem hohen Niveau des Jah­res­be­ginns ver­harrt das Export­ge­schäft: Jedes vierte Unter­nehmen rechnet mit höheren Exporten, 66 Pro­zent erwarten gleich­blei­bende Zahlen. Weniger als jedes zehnte Unter­nehmen kal­ku­liert mit rück­läu­figen Geschäften im Aus­lands­ge­schäft, was vor dem Hin­ter­grund zahl­rei­cher inter­na­tio­naler Kri­sen­herde einen her­vor­ra­genden Wert dar­stellt. „Hier zeigt sich auch das Selbst­be­wusst­sein unserer Expor­teure. Im inter­na­tio­nalen Wett­be­werb sind die regio­nalen Pro­dukte und Dienst­lei­stungen eben sehr gefragt“, betont Stefan Schreiber.

Befragt nach mög­li­chen Risiken für die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung zeigt sich eine Schat­ten­seite des Kon­junk­tur­booms: Gute Mit­ar­beiter könnten rar werden. Fast jedes zweite Unter­nehmen in der Region sieht im Fach­kräf­te­mangel eine Her­aus­for­de­rung. Zu Jah­res­be­ginn 2017 waren es 38 Pro­zent. Noch mehr Sorgen bereiten nur ungün­stige wirt­schafts­po­li­ti­sche Rah­men­be­din­gungen (knapp 58 Pro­zent).

Der Kon­junk­tur­be­richt Ruhr­wirt­schaft der Ruhr IHKs im Herbst 2017 kann als PDF bei der IHK zu Dort­mund ange­for­dert werden. Ansprech­part­nerin ist Mara Herz­berg, m.herzberg@dortmund.ihk.de, Tel. 0 2 31 5 41 72 31.

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