Haus Opherdicke — ein herausragendes Baudenkmal mit wechselvoller Geschichte

Die Fotos (zum Ver­schie­ben) zei­gen die aktu­el­le Ansicht von Haus Opher­dicke (Foto: Emscherblog.de) und eine Ansicht von Haus Opher­dicke um das Jahr 1938 her­um. (Foto: pri­vat).

Das Haus Opher­dicke gehört zu den her­aus­ra­gen­den Bau­denk­mä­lern im Kreis Unna. Wann genau es erbaut wur­de, steht aller­dings bis heu­te nicht fest. Erst­mals urkund­lich erwähnt wur­de der alte Rit­ter­sitz anno 1176. Hein­rich von Her­re­ke aus Gra­fen­haus Dort­mund über­trug in die­sem Jahr sei­ne Besit­zun­gen als Lehen an den Köl­ner Erz­bi­schof, der das Gut wie­der­um nach Hein­richs Tod an die Edel­her­ren von Graf­schaft ver­gab.

In der Fol­ge­zeit hat­te Her­re­ke, wie das Gut zwi­schen­zeit­lich hieß, ver­schie­de­ne Besit­zer: Im 15. Jahr­hun­dert wur­den durch Hei­rat und Erbe die Gru­wel und Lap­pe die neu­en Eigen­tü­mer. Um 1500 ging das Gute dann an die Kamener Burg­man­nen­fa­mi­lie von Fre­sen­dorf, die es wie­der­um 1719 an die von Hane zu Wer­ve ver­kauf­te. 1792 erb­te der Wer­ler Erb­säl­zer Franz Cas­par von Lili­en das Gut.

Was weni­ger bekannt sein dürf­te: Haus Opher­dicke war in sei­ner wech­sel­vol­len Geschich­te auch schon ein­mal in Besitz der Fami­lie des berühm­ten deut­schen Renn­fah­rers Wolf­gang Graf Berg­he Trips. Denn der gleich­na­mi­ge Enkel von Franz Cas­par von Lili­en ver­mach­te Haus Opher­dicke im Jahr 1906 sei­ner Nich­te Euge­nie Grä­fin Berg­he von Trips, eine gebo­re­ne von Für­sten­berg.

Auch Familie des Grafen Berghe von Trips war Eigentümer

Zwi­schen 1683 und 1687 wur­de die alte Was­ser­burg umge­baut und erhielt ihre heu­ti­ge Gestalt: ein von einer Gräf­te umge­be­nes herr­schaft­li­ches Gebäu­de. Der Schloss­park in Form eines eng­li­schen Gar­tens wur­de von Maxi­mi­li­an Fried­rich Wey­he gestal­tet, wie der Hei­mat­for­scher Rein­hold Stirn­berg ver­mu­tet. Die Wirt­schafts- und Neben­ge­bäu­de, die noch heu­te in unver­än­der­ter Form den Innen­hof begren­zen, sind im 18. Und 19. Jahr­hun­dert errich­tet wor­den.

Bis zum Nie­der­gang der Mon­ar­chie in Preu­ßen im Jahr 1918 war Haus Opher­dicke ein land­tag­fä­hi­ges Gut, d.h. sein Besit­zer hat­te Rede- und Stimm­recht im jewei­li­gen Land­tag.

Nach­dem bereits 1912 Tei­le des Gutes ver­äu­ßert wor­den waren, wur­de das Rest­gut dann durch die Fami­lie Berg­he von Trips an einen Immo­bi­li­en­mak­ler und von die­sem im Jahr 1918 an Theo­dor Regen­bo­gen ver­kauft.

Der Kreis Unna erwarb das Haus Opher­dicke (ohne die Land­wirt­schaft) schließ­lich im Jahr 1980 von den Erben Theo­dor Regen­bo­gens und ließ es danach umfang­reich restau­rie­ren und sanie­ren und in meh­re­ren Schrit­ten zu einem über­re­gio­nal bedeu­ten­den Kunst- und Kul­tur­zen­trum aus­bau­en.

 

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visage

Dipl.-Journalist

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