Gelungene Premiere des AWO-Sommergesprächs auf Haus Opherdicke

(v.l.): Gastgeber und Gäste freuten sich über ein gelungenes 1. AWO Sommergespräch: Kreissozialausschussvorsitzende Angelika Chur, Rainer Goepfert, Wilhelm Schmidt, Uwe Hildebrandt, Wilfried Bartmann, Landrat Michael Makiolla und Karin Schäfer. (Foto: : Sebastian Laaser, AWO Unterbezirk Unna)
Freuen sich über ein gelungenes  erstes AWO-Sommergespräch, v.l.: Kreissozialausschussvorsitzende Angelika Chur, Rainer Goepfert, Wilhelm Schmidt, Uwe Hildebrandt, Wilfried Bartmann, Landrat Michael Makiolla und Karin Schäfer. (Foto: Sebastian Laaser, AWO Unterbezirk Unna)

Ein für die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Unna neues Veranstaltungsformat hat am vergangenen Samstag (8.9.) auf Haus Opherdicke Premiere gefeiert –  das erste AWO-Sommergespräch. Kreisverbandsvorsitzende Karin Schäfer, Unterbezirksvorsitzender Wilfried Bartmann und Geschäftsführer Rainer Goepfert hatten Akteure der Region aus Politik, Verwaltung, Verbänden und weitere Institutionen eingeladen, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Rund 100 Personen waren der Einladung gefolgt. Dass es viel Gesprächsstoff zwischen den Akteuren gab, lag unter anderem an Uwe Hildebrandt. Der Geschäftsführer des AWO Bezirksverbandes Westliches Westfalen hielt ein eindringliches Referat zum viel diskutierten Thema „Pflege braucht Zukunft“. Die vorgestellten Ausführungen machten den Handlungsdruck deutlich: Über 60 000 Fachkräfte werden allein bis 2030 in den Regierungsbezirken Münster und Arnsberg – dem Gebiet des Bezirksverbandes – fehlen, um der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen zu begegnen. Dabei wird besonders der ländliche Raum von den Auswirkungen betroffen sein und vor der großen Aufgabe stehen, auf dem Pflegearbeitsmarkt Fachkräfte zu finden. Der Pflegenotstand komme nicht erst, er sei schon da.

Pflegenotstand bereits da 

Hildebrandt machte deutlich, dass die Ausbildungskapazitäten in den letzten Jahren deutlich erhöht worden sind, aber diese gerade einmal die Zahl der Verrentungen ausgleichen. Von daher müsse auch die Ausbildung grundsätzlich neu gestaltet und ausgeweitet werden, angefangen mit einer auskömmlichen Finanzierung der Ausbildung. Deutlich wurde er auch im Hinblick auf die Forderung, mehr ausländische Kräfte in das Pflegesystem einzubinden. „Die entscheidende Größe bei der Bewältigung des Pflegenotstandes ist die Ausbildung im eigenen Land. Zusätzliche ausländische Fachkräfte sind sicherlich ein Ventil, mehr aber auch nicht. Sie werden den Pflegenotstand nicht beseitigen.“

Ein möglicher Weg sei aber auch, die Pflegefachkräfte effektiver einzusetzen und von einfachen Tätigkeiten durch Hilfskräfte zu entlasten. Dazu gibt es erste Modellprojekte in anderen Bundesländern.

„Um zu verhindern, dass bestens ausgebildete Fachkräfte nach nur wenigen Jahren aus dem Beruf aussteigen, muss sich etwas Grundsätzliches ändern. Und dabei geht es nicht nur um Geld und Ansehen des Berufes“, forderte Uwe Hildebrandt am Ende seines Vortrages auch mehr Anerkennung ein.

Wilfried Bartmann geehrt 

Im Anschluss wurde Wilfried Bartmann eine besondere Ehre durch den Präsidiumsvorsitzenden des AWO Bundesverbandes, Wilhelm Schmidt, zu teil. Er wurde mit der Marie-Juchacz-Plakette ausgezeichnet. Die Plakette ist die höchste Auszeichnung der AWO und wird an Mitglieder verliehen, die besonderes Engagement gezeigt haben und politisch für die Belange der AWO einstehen. Wilhelm Schmidt machte deutlich, dass dieser Anspruch von Wilfried Bartmann seit seinem Eintritt vor 46 Jahren immer erfüllt worden sei. Schmidt machte in seiner Rede gar nicht erst den aussichtlosen Versuch, die zahlreichen Funktionen und das Engagement von Wilfried Bartmann im Einzelnen zu beschreiben und fasste zusammen, dass Wilfried Bartmann die Grundwerte der AWO – Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit – stets als Grundlage seines Handelns gelebt habe.

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