Fahrrad am Bahnhof gestohlen: Amtsgericht stellt Verfahren gegen 25-Jährigen ein

Am 23. Juni vorigen Jahres gegen 14.30 Uhr hat der 25-jäh­rige Bochumer im Bahn­hofs­be­reich von Holzwickede ein Fahrrad im Wert von knapp 400 Euro gestohlen, um es in Dort­mund für 70 bis 80 Euro wei­ter­zu­ver­kaufen. Weil das Rad mit einem Ket­ten­schloss gesi­chert war, das der arbeits­lose Hartz IV-Emp­fänger knackte, han­delte es sich um einen beson­ders schweren Dieb­stahl. Dafür hatte er sich heute vor dem Amts­ge­richt in Unna zu ver­ant­worten.

Als Motiv gab der Ange­klagte an: „Es ging mir nicht so gut. Ich hatte damals fami­liäre Pro­bleme, bin nur her­um­ge­lun­gert und brauchte Geld. Erst nachdem ich nach Bochum gezogen bin, wurde alles besser für mich.“ Auch den gele­gent­li­chen Konsum von Mari­huana will der Ange­klagte stark redu­ziert haben, wie er dem Richter erklärte. Gemeinsam mit seinem Anwalt arbeitet der 25-Jäh­rige weiter daran, seine Pro­bleme auf­zu­ar­beiten.

Schon zu Haftstrafe mit Bewährung verurteilt

Der Blick in das Straf­re­gi­ster des Ange­klagten zeigt: Dort finden sich etwa ein Dut­zend Vor­strafen, dar­unter haupt­säch­lich wegen Erschlei­chung von Lei­stungen in über 20 Fällen, Ver­stöße gegen das Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz, Urkun­den­fäl­schung, auch ein Ein­bruch und Dieb­stahl sind dar­unter.

Nach dem Fahr­rad­dieb­stahl in Holzwickede ist der Ange­klagte des­halb schon im Februar von einem anderen Gericht zu einer Gesamt­strafe von zehn Monaten, aus­ge­setzt zur Bewäh­rung, ver­ur­teilt worden.

Ange­sichts dieses Urteils warf Richter Jörg Hücht­mann die Frage auf, ob es über­haupt noch einer zusätz­li­chen Strafe wegen dieser Neben­straftat in Holzwickede für den Ange­klagten bedarf – und er stellte das Ver­fahren in Absprache mit der Staats­an­walt­schaft nach § 154 ein.

Dem Ange­klagten gab er aller­dings noch eine War­nung mit auf den Weg: Er solle das kei­nes­wegs als Ermun­te­rung miss­ver­stehen. Er dürfe sich jetzt nicht mehr die geringste Klei­nig­keit erlauben. „Wenn Sie auch nur bei Rot über die Straße schauen, brau­chen Sie bei ihren Vor­strafen nicht mehr mit einer Geld­buße oder Bewäh­rungs­strafe rechnen.“

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