Gründung der Gemeindewerke Holzwickede GmbH steht unmittelbar bevor

Die Gemeinde Holzwickede steht kurz vor Gründung der eigenen Gemeindewerke Holzwickede GmbH. Ziel ist es, sich will sich bei der versorgung mit Strom, Gas und Wasser selbstständig zu machen. (Foto: Creative Common by CC0)

Die Gemeinde Holzwickede steht kurz vor Grün­dung der eigenen Gemein­de­werke Holzwickede GmbH. Ziel ist es, sich bei der Ver­sor­gung mit Strom, Gas und Wasser selbst­ständig zu machen. (Foto: Crea­tive Common by CC0)

Länger als ein Jahr beraten die Ver­ant­wort­li­chen im Rat­haus schon über die Grün­dung eigener Gemein­de­werke. Die Materie ist äußerst kom­pli­ziert. An den Bera­tungen im kleinen Kreis um Käm­merer Rudi Grümme nahm des­halb auch ein externer Wirt­schafts­prüfer teil. In der Haupt- und Finanz­aus­schuss-Sit­zung am kom­menden Dienstag (29.Mai) sollen nun end­lich Nägel mit Köpfen gemacht werden: Im nicht­öf­fent­li­chen Teil der Sit­zung soll die Grün­dung der Gemein­de­werke Holzwickede GmbH vor­be­reitet werden, damit der nächste Rat (7. Juni) die Grün­dung beschließen und den Zuschlag an den obsie­genden Bieter und künf­tigen Partner erteilen kann. 

Wie ver­lautet soll die Ent­schei­dung zwi­schen noch drei ver­blie­benen mög­li­chen Koope­ra­ti­ons­part­nern fallen. Ursprüng­lich waren es einmal fünf Inter­es­senten, die sich um den Ein­stieg in die Gemein­de­werke Holzwickede beworben haben: neben den Stadt­werken der umlie­genden Kom­munen Dort­mund, Unna, Hagen und Frön­den­berg natür­lich auch innogy (RWE).

Worum es im Kern geht: Bisher kas­siert die Gemeinde Holzwickede jedes Jahr Kon­zes­si­ons­ab­gaben in Höhe von rund 770 000 Euro für alle drei Ener­gie­arten (Strom, Gas und Wasser) von der RWE und ihrem Eigen­be­trieb. Durch die Grün­dung der Gemein­de­werke möchte man künftig am Geschäft der Ver­sorger mit­ver­dienen und mehr Ein­nahmen erzielen.

Wett­be­werb lohnt sich immer“, haben die Ver­ant­wort­li­chen im Rat­haus inzwi­schen fest­ge­stellt. Zwar sind das Fern­ziel immer noch Gemein­de­werke für alle drei Ener­gie­arten Strom, Gas und Wasser.

Netzbetreibergesellschaft für Strom und Gas

Um sich nicht zu über­nehmen haben sich die Ver­ant­wort­li­chen zunächst aber auf eine „kleine“ Lösung ver­stän­digt und die Was­ser­ver­sor­gung sowie den kom­pletten Ver­trieb von Strom und Gas aus­ge­klam­mert. Gegründet werden soll mit dem neuen Koope­ra­ti­ons­partner zunächst eine Netz­be­trei­ber­ge­sell­schaft. Soll heißen: Die neuen Gemein­de­werke werden die Infra­struktur (Ver­sor­gungs­lei­tungen usw.) zur Strom- und Gas­ver­sor­gung im Gemein­de­ge­biet erwerben und anschlie­ßend an den/​die Ener­gie­ver­sorger für wei­ter­ver­pachten – mög­lichst pro­fi­tabel.

Erst in einem zweiten Schritt soll dann mit dem Koope­ra­ti­ons­partner ein eigener Ver­trieb und Ser­vice auf­ge­baut werden. Wie beides mit der Netz­be­trei­ber­ge­sell­schaft dann zusam­men­ge­führt werden kann – dar­über muss die Politik in Holzwickede natür­lich noch beraten.

Erst dann wird der Bürger auch ins neue Rat­haus gehen können und bei „seinen“ Holzwickeder Gemein­de­werken Strom, Gas und Wasser aus einer Hand bekommen können, ein­schließ­lich eines vollen Ser­vices. Denkbar wären auch wei­tere Ange­bote wie Breit­band­an­schlüsse, Pho­to­vol­taik oder andere rege­ne­ra­tive Ener­gie­an­ge­bote.

Vertrieb und Service erst zweiter Schritt

Erst mit diesem zweiten Schritt, wird auch der eine oder andere lukra­tive Geschäfts­führer- oder Auf­sichts­rats­po­sten für Holzwickeder Lokal­po­li­tiker abfallen.

Ober­stes Ziel der Gemein­de­werke sei jedoch, „die Ver­sor­gungs­si­cher­heit und der Nutzen für die Haus­halte in Holzwickede“, wie die Ver­ant­wort­li­chen nicht müde werden, zu betonen.

Die Kon­zes­si­ons­ver­träge für Strom und Gas mit ihren unter­schied­li­chen Lauf­zeiten sind inzwi­schen gekün­digt und har­mo­ni­siert und laufen im Mai 2019 aus. Danach muss sich die Gemeinde dann mit ihren neuen Gemein­de­werken um die Kon­zes­sion zur Ver­sor­gung Holzwickedes mit Strom und Gas bewerben. Erhalten die Gemein­de­werke den Zuschlag darf die Gemeinde auf Gewinn­ab­füh­rung und Gewer­be­steu­er­ein­nahmen hoffen – vor­aus­ge­setzt die Rech­nung geht so auf, wie sich das die Ver­ant­wort­li­chen vor­stellen.

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