Planungsstand für das neue Rat- und Bürgerhaus vorgestellt: Kosten noch offen

Der Sie­ger­ent­wurf der Stutt­garter Archi­tekten Bez und Kock: So soll das neue Rat- und Bür­ger­haus aus­sehen. (P. Gräber – Emscherblog.de)

Im Pla­nungs- und Bau­aus­schuss stellte die Ver­wal­tung am Mitt­woch­abend auch den aktu­ellen Pla­nungs­stand zum neuen Rat- und Bür­ger­haus vor. Zwar sind die Pla­nungen längst noch nicht abge­schlossen und Ände­rungen im Detail noch mög­lich. In wesent­li­chen Zügen liegt die Pla­nung, in die auch alle Mit­ar­beiter weit­ge­hend ein­be­zogen wurden, aber schon fest.

So hat sich der interne Arbeits­kreis inzwi­schen darauf fest­ge­legt, im neuen Erd­ge­schoss ganz unab­hängig vom Rats­keller eine eigene Gastro­nomie (Café/​Bistro) ein­zu­richten, ein­schließ­lich Lager-, Sozi­al­räume und WC’s.

Inzwi­schen soll auch kein reiner Rats­saal mehr im Erd­ge­schoss ent­stehen, wie Uwe Nett­len­busch, Leiter der Tech­ni­schen Dienste erläu­terte. Viel­mehr soll hinter der Bühne (60 qm) auch eine Art Back­stage-Bereich (40 qm) ent­stehen, da es auch kul­tu­relle Ver­an­stal­tungen in dem Saal geben soll. Der Bür­ger­saal soll 260 qm groß werden, ein­schließ­lich der Bühne. Zum Ver­gleich: Die Rausin­ger­halle ist 253 qm groß (ohne Bühne). ist

Bürger, die später die Halle im neuen Anbau betreten, werden auf der rechten Seite das Café/​Bistro sehen und zen­tral in der Halle einen Info-Point sowie im hin­teren Bereich das Bür­ger­büro finden. Die öffent­li­chen Toi­letten sind in den nörd­li­chen Bereich zur Post­straße hin ver­legt worden.

Fassaden und Fenster: Noch keine Entscheidung

Die von den Architekten vorgeschlagene Fensterlösung. Die Fenster können nicht geöffnet werden. Die Lüftung erfolgt über das Sonnenschutz.Element rechts. (Entwurf: Bez + Kock Architekten / Gemeinde Holzwickede)

Die von den Archi­tekten vor­ge­schla­gene Fen­sterlö­sung. Die Fen­ster können nicht geöffnet werden. Die Lüf­tung erfolgt über das Sonnenschutz.Element rechts. (Ent­wurf: Bez + Kock Archi­tekten /​Gemeinde Holzwickede)

Der Bür­ger­raum (40 qm) rechts über der Gastro­nomie ist in der ersten Etage über eine Treppe erreichbar. Dort befindet sich auch die Galerie mit Blick von oben auf den Bür­ger­saal. Die Räume der Gemein­de­ver­wal­tung befinden sich im hin­teren zur Post­straße gele­genen nörd­li­chen Bereich.

Die 2. Etage ist weit­ge­hend mit Räumen der Gemein­de­ver­wal­tung belegt. Im alten Rat­haus ver­bleiben auf glei­cher Etage die Räume für die Ver­wal­tungs­spitze (Bür­ger­mei­sterin und Bei­geord­neter).

Für die Fas­sade sind der­zeit noch drei Vari­anten im Gespräch: 1. Der preis­ge­krönte Ent­wurf, der Klinker und Fen­ster mit einer Art Son­nen­blende vor­sieht. Die Fen­ster sind nicht zu öffnen, fri­sche Luft gibt’s ledig­lich durch die Son­nen­schutz-Ele­mente daneben. Die Vari­ante 2., die wohl von den Mit­ar­bei­tern favo­ri­siert wird, sieht zu öff­nende Fen­ster sowie ver­schieb­bare Son­nen­schutz-Ele­mente sowie Schie­be­läden daneben vor. Vari­ante 3. ersetzt die Schie­be­läden durch einen tex­tilen Son­nen­schutz, die Fen­ster sind zu öffnen.

Für welche Vari­ante sich die Ver­ant­wort­li­chen ent­scheiden, ist noch offen.

Ratskeller soll weiter gastronomisch genutzt werden

Der Rats­keller soll nach dem Willen der Politik auch künftig gastro­no­misch genutzt werden. (Foto: P. Gräber -Emscherblog.de)

Für den Rats­keller mit seinen bau­li­chen und funk­tio­nalen Schwä­chen hätte sich der Arbeits­kreis der Ver­wal­tung auch gerne alter­na­tive Nut­zungs­mög­lich­keiten über­legt. Doch das wollten die Frak­tionen nicht. Ein­stimmig plä­dierten sie für eine gastro­no­mi­sche Nut­zung des Rats­kel­lers. Da die Müll­ent­sor­gung für den ganzen Kom­plex von der nörd­li­chen Seite (Post­straße) erfolgen soll, wird der neue Pächter seine Abfälle ent­weder durch die neue Bür­ger­halle oder außen herum bis in die Post­straße trans­por­tieren müssen.

Was das alte Rat­haus angeht, schreiben die Denk­mal­schützer vor, dass die Optik soweit wie mög­lich erhalten bleibt – bis hin zum Bewuchs mit Wein­ranken. Auch die alten Türen (z.B., die Ein­gangstür) müssen erhalten. Auch die Wand­be­klei­dungen im Trep­pen­haus sind denk­mal­ge­schützt, dürfen jedoch ver­kleidet werden. Die höl­zernen Kas­set­ten­decken (z.B. im Sit­zungs­zimmer) sind dagegen nicht erhal­tens­wert. Die Treppen im Inneren des Rat­hauses sind denk­mal­ge­schützt, die Außen­treppe auf der Rück­seite des Rat­hauses darf abge­rissen werden, der Erker dar­unter nicht. Schließ­lich emp­fehlen die Denk­mal­schützer ein ein­heit­li­ches Farb­kon­zept für den histo­ri­schen Bau.

Erste belast­bare Aus­sagen zu den Kosten des Vor­ha­bens sind nach den Oster­fe­rien in der ersten Sit­zung des inter­frak­tio­nellen Arbeits­kreises zu erwarten, infor­mierte Uwe Nett­len­busch.

Verwaltung zieht voraussichtlich in Eco Port um

Vor­aus­sicht­li­ches Über­gangs­quar­tier für die Gemein­de­ver­wal­tung: das Com­mer­cial Center Air­port im Eco Port, wo auch schon die Kreis­ver­wal­tung unter­ge­bracht war. (Foto: P. Gräber – Emscherblog.de)

Im Dezember soll mit dem Frei­ziehen und Rückbau der nicht mehr benö­tigten Dienst­ge­bäude begonnen werden. Dann muss die Gemein­de­ver­wal­tung über­gangs­weise irgendwo unter­ge­bracht werden. Dafür liegen zwei Vor­schläge mit Kosten­schät­zung vor: Die Ver­wal­tung könnte über­gangs­weise in eine ange­mie­tete Con­tai­ner­an­lage auf dem Park­platz Netto unter­ge­bracht werden. Vor­aus­sicht­liche Kosten ein­schließ­lich Vor­ar­beiten, Ver- und Ent­sor­gung und Ent­sor­gung: 425 000 Euro.

Favo­ri­siert wird aber offenbar eine deut­lich preis­wer­tere Lösung im Eco Port. Dort könnte die Gemein­de­ver­wal­tung im Com­mer­cial Center Air­port am Rhenus Platz genau die gleiche Etage anmieten, in der auch schon die Kreis­ver­wal­tung vor einige Jahren unter­ge­bracht war. Genutzt werden könnten 35 Büros mit poten­ziell 70 Arbeits­plätzen und sogar die Büro­ein­rich­tungen. Zudem gibt es Reserven für Druckerei, Lager usw. Stell­plätze stehen mög­li­cher­weise auf dem Park­platz Adler zur Ver­fü­gung. Schließ­lich wäre sogar eine ÖPNV-Anbin­dung über die neue Test-Bus­linie gegeben. Kosten dieser Lösung für 26 Monate: 341 400 Euro.

Die Ver­wal­tungs­spitze im alten Rat­haus, aber auch das Bür­ger­büro und das Bauamt müssen nicht umge­sie­delt werden und bleiben am gewohnten Standort erreichbar.

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