Mit Socken und T‑Shirt Feuer in der Wohnung gemacht

Solche Mieter wünscht sich kein Ver­mieter: Weil er am 30. Mai des Jahres mit­tags in seiner Miet­woh­nung in der Goe­the­straße gezün­delt hat, fand sich der 31-jäh­rige Arbeits­lose Dawid J. gestern auf der Ankla­ge­bank des Amts­ge­richtes in Unna wieder. Dort hatte sich der gelernte Dreher wegen Sach­be­schä­di­gung zu ver­ant­worten.

Die Anklage wirft dem 31-Jäh­rigen vor, am Tattag seine Socken, ein T‑Shirt und meh­rere Papier­um­schläge auf dem Fuß­boden seiner ange­steckt zu haben. Zwar ging das Feu­er­chen später von selbst aus. Aller­dings seien der geflieste Fuß­boden in Mit­lei­den­schaft und auch die weißen Wände ver­rußt worden, wie der Ver­mieter später angab. Der hatte ent­deckte den Schaden nach dem Auszug von Dawid J. ent­deckt und reno­vieren lassen.

Ich sehen es so, dass der Ver­mieter auf meine Kosten die ganze Woh­nung reno­vieren lassen will.“

Der Ange­klagte Dawid J.

Dass er Feuer in seiner Woh­nung gemacht hat, gab der Ange­klagt gestern unum­wunden zu. Aller­dings: Ein Schaden sei dadurch nicht ent­standen. „Der Boden und auch die Wänden waren noch weiß. Dafür habe ich auch Zeugen“, behaup­tete J. „Ich sehen es so, dass der Ver­mieter auf meine Kosten die ganze Woh­nung reno­vieren lassen will.“

J.‚s Ant­wort auf die Frage von Richter Grans­euer, warum er denn über­haupt ein Feuer in der Woh­nung ent­facht habe, offen­barte dann jedoch, welch Gei­stes Kind der Ange­klagte ist: „Ich war besoffen. Ich sitze ab und zu mal im Park. Da haben wir dar­über gespro­chen und ich habe das dann mal aus Spaß gemacht. Aber nur, weil ich genau wusste, dass nichts pas­sieren kann.“ Und das sei es ja auch nicht.

Zwar ver­merkte die Polizei in ihrem Bericht, dass „Teile auf dem Boden ver­schmolzen“ waren. Doch das ficht David J. nicht an, als der Richter ihm das vor­hielt. „Das war nur Schmutz. Dafür habe ich auch Zeugen. Wenn mich der Ver­mieter am letzten Tag noch in die Woh­nung gelassen hätte, dann hätte ich das alles noch sauber machen können.“ Weil der ent­stan­dene Schaden nicht genau doku­men­tiert worden ist und auch keine ein­deu­tigen Fotos vor­lagen, sprach Richter Grans­euer noch kein Urteil, son­dern setzte einen wei­teren Ver­hand­lungs­termin an. Dann sollen Zeugen zum Scha­dens­um­fang gehört werden.

Sachbeschädigung


Peter Gräber

Dipl.-Journalist

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