Mauersegler haben Wohnungsnot: Niststätten sind geschützt

Im Kreios Unna heimisch: der Mauersegler.  (Foto: Kreis Unna)

Die Nist­stätte des Mau­er­seg­lers (Bild) sind ganz­jährig geschützt und dürfen nicht zer­stört werden. (Foto: Kreis Unna)

(PK) Nist­stätten von Mau­er­seg­lern sind ganz­jährig geschützt und dürfen nicht zer­stört werden. Daran erin­nert die Untere Land­schafts­be­hörde und bittet darum, bei Bau­maß­nahmen an Gebäuden auf die hei­mi­schen Tier­arten Rück­sicht zu nehmen.

Und das aus gutem Grund: Immer wieder kommt es vor, dass im Zuge von Bau­maß­nahmen an vor­han­denen Gebäuden Bruten von Mau­er­seg­lern aus Unkenntnis oder Unacht­sam­keit gefährdet oder besei­tigt werden. Das ist jedoch nach gel­tendem Arten­schutz­recht ver­boten, denn der Mau­er­segler ist eine beson­ders geschützte Vogelart.

Mau­er­segler sind sehr stand­ort­treu und beziehen immer wieder ihnen bekannte Brut­plätze. Durch Umbau, Gebäu­de­ab­riss und Sanie­rungs­maß­nahmen – vor allem aber durch effi­zi­ente Wär­me­däm­mung, bei der alle Hohl­räume oder Spalten ver­schlossen werden, finden die Lang­strecken­zieher immer weniger Nist­plätze vor.

Mauersegler sind standorttreu und kommen immer wieder

Des­halb sollten Bau­herren und Archi­tekten bei allen geplanten Ver­än­de­rungen an Gebäuden (ins­be­son­dere im Dach- und Trauf­be­reich) vorab auf vor­han­dene Nist­stand­orte achten oder Mög­lich­keiten zur Schaf­fung neuer Brut­mög­lich­keiten bei der Pla­nung berück­sich­tigen. Lassen sich Nist­plätze aus zwin­genden Gründen (etwa bau­tech­ni­scher Art) nicht erhalten, ist in jedem Fall Ersatz zu schaffen. Dafür gibt es ver­schie­dene unauf­fäl­lige und teils sogar sehr deko­ra­tive indi­vi­du­elle Lösungen wie etwa ein­ge­mau­erte Nist­steine oder in Fas­sa­den­farbe gestri­chene Holz­kon­struk­tionen. „In jedem Fall emp­fiehlt sich eine früh­zei­tige Kon­takt­auf­nahme mit der Unteren Land­schafts­be­hörde, um bereits im Vor­feld prak­ti­kable Lösungs­mög­lich­keiten zu finden“, appel­liert Chri­stian Makala, der zustän­dige Sach­ge­biets­leiter beim Kreis.

Übri­gens ver­schmutzen Mau­er­segler Haus­wände nicht, wenn Nist­hilfen fach­ge­recht ange­bracht werden. Hier können dann auch Tauben keinen geeig­neten Brut­platz finden.

Hin­ter­grund: Mit ihren sichel­för­migen Flü­geln sehen Mau­er­segler zwar aus wie Schwalben, sind aber mit diesen nicht ver­wandt. Mit ihren „srieh-shrieh“-Rufen ziehen sie jedes Jahr pünkt­lich ab Ende April/​Anfang Mai wieder ihre Kreise am Himmel über dem Kreis Unna.
Nur drei bis drei­ein­halb Monate bleiben die bis zu über 200 Stun­den­ki­lo­meter schnellen Flieger in den Brut­ge­bieten, um ihren Nach­wuchs auf­zu­ziehen und anschlie­ßend den Winter in Äqua­to­ri­al­afrika zu ver­bringen.
Nur zur Brut nutzen Mau­er­segler Hohl­räume und Spalten in und an meist älteren und mehr­ge­schos­sigen Gebäuden wie Wohn­häu­sern oder Kirch­türmen für die Anlage des Nestes und zur Jun­gen­auf­zucht. Die Brut­plätze befinden sich hier vor­nehm­lich im Dach- und Trauf­be­reich (unter Dach­pfannen, in Mau­er­spalten, Roll­laden­kä­sten).
Ursprüng­lich waren Mau­er­segler reine Fels­brüter, die sich die Städte und Dörfer mit ihren künst­li­chen (Gebäude-)„Felsen“ erobert haben. In ihrem nörd­li­chen und öst­li­chen Ver­brei­tungs­ge­biet brüten Mau­er­segler gele­gent­lich auch in ver­las­senen Specht­höhlen alter Bäume. Aus dem Kreis Unna sind solche Brut­stand­orte aber nicht bekannt.

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