IHK Jahresbericht 2016: Wirtschaft meistert bislang alle Herausforderungen

Die Vor­stel­lung des Jah­res­be­richts 2016 der IHK zu Dort­mund, v.l.: Stellv. Haupt­ge­schäfts­führer Wulf-Chri­stian Ehrich, Prä­si­dent Heinz-Her­bert Dust­mann und Haupt­ge­schäfts­führer Stefan Schreiber.
(Foto: IHK zu Dortmund/​Stephan Schütze)

Posi­tive Kon­junk­tur­nach­richten hatte heute (5. April) Heinz-Her­bert Dust­mann, Prä­si­dent der Indu­strie- und Han­dels­kammer (IHK) zu Dort­mund, bei der Vor­stel­lung des IHK-Jah­res­be­richts für 2016 im Gepäck. Die Unter­nehmen in Dort­mund und Hamm sowie dem Kreis Unna zeigen sich gegen­wärtig in einer guten Ver­fas­sung. „In unru­higen Zeiten mei­stert unsere Wirt­schaft bis­lang alle Her­aus­for­de­rungen“, sagte Dust­mann.

Dies ver­deut­licht die aktu­elle Kon­junk­tur­um­frage, an der sich im März 480 Unter­nehmen aus der IHK-Region betei­ligten. Gut 93 Pro­zent der Unter­nehmen beur­teilen ihre der­zei­tige Lage als gut oder befrie­di­gend – gegen­über der Vor­jah­res­um­frage nur ein Minus von einem Pro­zent­punkt. „Das ist in einer Zeit, in der der glo­bale Frei­handel und die Export­wirt­schaft unter Druck geraten, ein her­vor­ra­gender Wert“, betonte Dust­mann. Auch beim Blick in die nahe Zukunft sind die Unter­nehmen sehr opti­mi­stisch: 93 Pro­zent der Betriebe gehen von einer gleich­blei­benden oder bes­seren Ent­wick­lung in den kom­menden Monaten aus.

In dieses posi­tive Bild passt auch, dass sich im Berichts­jahr die Zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflichtig Beschäf­tigten im IHK-Bezirk um fast 11.000 auf gut 400.000 (ein Plus von rund drei Pro­zent) erhöht hat. „Wir sind zuver­sicht­lich, dass sich dieser Trend ver­fe­stigt. Immerhin möchte fast jeder fünfte Betrieb die Zahl der Beschäf­tigten auf­stocken.“ Nur acht Pro­zent wollen die Beleg­schaft redu­zieren, die große Mehr­heit von über 70 Pro­zent hält die Zahl der Mit­ar­beiter stabil.

Ausbildungsmarkt relativ stabil

Relativ stabil zeigt sich auch Lage auf dem Aus­bil­dungs­markt. 2016 konnte die IHK zum sech­sten Mal in Folge mehr als 5.000 neu ein­ge­tra­gene Aus­bil­dungs­ver­hält­nisse ver­zeichnen. „Unser Dank gilt den Unter­nehmen, die sich so stark in der Aus­bil­dung junger Men­schen enga­gieren. Für die Betriebe ist es sinn­voll und wichtig, die Fach­kräfte von morgen im eigenen Haus aus­zu­bilden“, sagte IHK-Haupt­ge­schäfts­führer Stefan Schreiber. Aller­dings ist die Zahl der Ver­träge um drei Pro­zent rück­läufig – ein Minus von 158 Ver­trägen gegen­über 2015. Das hat ver­schie­dene Gründe. Einer­seits nimmt die Zahl der Bewer­bungen in Bran­chen mit einem schlechten Image ab, ande­rer­seits berichten die Aus­bil­dungs­be­triebe über unzu­rei­chende Lei­stungen der Bewerber in den Ein­stel­lungs­tests. Die IHK betei­ligt sich des­halb an zwei Pro­jekten auf Landes- und Bun­des­ebene, bei denen es um die pass­ge­naue Ver­mitt­lung von Bewer­bern für die ange­bo­tenen Aus­bil­dungs­plätze geht. Zusätz­lich wurde das Pro­jekt „Aus­bil­dungs­bot­schafter“ ins Leben gerufen. Aus­bil­dungs­bot­schafter sind junge und enga­gierte Azubis, die aus den Betrieben in die Schulen geschickt werden, um über ihren Alltag und die Vor­züge einer dualen Berufs­aus­bil­dung zu berichten.

Beim Thema Außen­wirt­schaft berich­tete Prä­si­dent Dust­mann von großer Zuver­sicht bei den Unter­nehmen. „Der Export ist und bleibt ein wich­tiger Eck­pfeiler für den Erfolg – das gilt auch in Zeiten, in denen sich die gewohnten Rah­men­be­din­gungen ver­än­dern“, sagte Dust­mann. Mit dem Brexit sind auch für die Unter­nehmen aus der IHK-Region spür­bare Ein­schrän­kungen im Waren­ver­kehr zu erwarten. In einer DIHK-Umfrage geben 43 Pro­zent der befragten Unter­nehmen an, dass ihr Geschäft in Groß­bri­tan­nien im lau­fenden Jahr schlechter laufen wird. Ein Rückzug von der bri­ti­schen Insel kommt für die mei­sten Unter­nehmen (94 Pro­zent) aller­dings nicht in Betracht. „Groß­bri­tan­nien ist mit einem Volumen von über 13 Mil­li­arden Euro der dritt­wich­tigste Export­markt der NRW-Wirt­schaft. Die Han­dels­be­zie­hungen sind über Jahr­zehnte gewachsen und werden trotz Brexit nicht ein­fach auf­ge­geben. Aber natür­lich nehmen die Unter­nehmen andere Märkte ver­stärkt ins Visier.“

Export bleibt wichtiger Eckpfeiler des Erfolges

Kom­pen­siert werden die Pro­bleme bei­spiels­weise direkt vor der Haustür. 71 Pro­zent der befragten Unter­nehmen aus der IHK-Region schätzen ihre aktu­elle Lage in der Euro­zone als gut ein. Per­spek­ti­visch gehen 25 Pro­zent der Expor­teure davon aus, dass die Lage im lau­fenden Jahr noch besser wird. „Die Unter­nehmen aus der IHK-Region sind inter­na­tional breit auf­ge­stellt und sehr robust. Export­rück­gänge in Kri­sen­re­gionen werden größ­ten­teils anderswo auf­ge­fangen“, so Dust­mann.

Stefan Schreiber nutzte die Vor­lage des Jah­res­be­richts, um erneut die Not­wen­dig­keit des B1-Tun­nels zu betonen. Der neue Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan berück­sich­tigt 25 Pro­jekte aus der Region mit einem Gesamt­vo­lumen von 2,9 Mil­li­arden Euro. „Die Ein­stu­fung des B1-Tun­nels ist ent­täu­schend. Aus dem Pla­nungs­recht muss Pla­nungs­pflicht werden, damit Wirt­schaft und Anwohner nicht noch wei­tere 30 Jahre auf die Rea­li­sie­rung warten müssen“, so Schreiber. Dies gilt umso mehr vor dem Hin­ter­grund der aktu­ellen Dis­kus­sion um die Stick­stoff­di­oxid-Kon­zen­tra­tion ent­lang der B1 auf Dort­munder Stadt­ge­biet. Zukünftig nur noch Fahr­zeugen mit der höch­sten Emis­si­ons­klasse (Euro VI-Norm) die Durch­fahrt zu erlauben, hält Schreiber für den fal­schen Weg. „Damit sperrt man 97 Pro­zent der Lkw, 80 Pro­zent der Busse und einen großen Teil der Pkw aus – und große Teile der Dort­munder City müssen ohne die gewohnte Ver­sor­gung aus­kommen.“

Abschlie­ßend kam Heinz-Her­bert Dust­mann auf die große Bedeu­tung des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments für die IHK-Arbeit zu spre­chen. „Die Selbst­ver­wal­tung der Wirt­schaft hat sich seit mehr als 150 Jahren bewährt und hilft den Unter­nehmen, Kosten ein­zu­sparen.“ Das Thema Ehrenamt wird in vielen Unter­nehmen groß geschrieben, wie die Kon­junk­tur­um­frage zeigt. Mehr als jeder zweite Betrieb (57 Pro­zent) enga­giert sich in dieser Hin­sicht, davon sind 63 Pro­zent im sozialen Bereich tätig, aber immerhin auch gut 37 Pro­zent im wirt­schaft­li­chen Bereich. „Im Herbst wählen die Unter­nehmen die neue IHK-Voll­ver­samm­lung und ich wün­sche mir eine rege Wahl­be­tei­li­gung“, sagte Dust­mann.

IHK-Jahresbericht

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